Bernhard Wicki war ein Filmregisseur, der am 28. Oktober 1919 geboren wurde und am 5. Januar 2000 verstarb. Wicki, geboren in St. Pölten, Niederösterreich, besaß die Schweizer Staatsbürgerschaft und war bis kurz vor seinem Tod als Schauspieler und Fotograf tätig. Seinen Durchbruch als Regisseur feierte er mit dem Antikriegsfilm "Die Brücke". Sein Vater, ein Schweizer Ingenieur, und seine österreichische Mutter prägten seine frühe Kindheit. In seiner Jugend war Wicki Mitglied einer linksorientierten Gruppe. Nach dem Abitur begann er ein Studium in Breslau, wechselte aber bald zu einer Schauspielausbildung bei Gustaf Gründgens in Berlin. Seine Mitgliedschaft in der Bündischen Jugend führte zu einer mehrmonatigen Inhaftierung im Konzentrationslager Sachsenhausen. Nach seiner Freilassung setzte er seine Ausbildung in Wien und Salzburg fort. Seine ersten Erfahrungen mit dem Film machte Wicki als Statist. Es folgten Engagements an verschiedenen Theatern, darunter in Bremen, München und bei den Salzburger Festspielen. 1945 heiratete er die Schauspielerin Agnes Fink, und beide zogen in die Schweiz, wo Wicki die Staatsbürgerschaft annahm. In Zürich lernte er den Dramatiker Friedrich Dürrenmatt kennen. Anfang der 1950er Jahre kehrte Wicki nach München zurück und gab sein Filmdebüt als Schauspieler. Er spielte in Filmen wie "Die letzte Brücke", wo er einen serbischen Partisanenoffizier verkörperte. Inspiriert von einer Fotoausstellung, begann er auch zu fotografieren und arbeitete als Kamera-Assistent. 1958 führte Wicki erstmals Regie. Der Film "Die Brücke" machte Wicki international bekannt. In den folgenden Jahren arbeitete Wicki weiter als Filmregisseur und veröffentlichte einen Bildband. Er inszenierte auch Theaterstücke, darunter Shakespeares "Antonius und Cleopatra". 1962 führte Wicki Co-Regie bei den deutschen Anteilen des Films "Der längste Tag". Ab 1975 arbeitete Wicki an der Verfilmung eines Romans. Später drehte er ein Porträt über seinen Freund Curd Jürgens. Gemeinsam mit Wolfgang Kohlhaase drehte er den Film "Die Grünstein-Variante". Sein letztes Werk, die Verfilmung von Joseph Roths "Das Spinnennetz", thematisierte die Verstrickung des Bürgertums in rechtsextremer Ideologie. Während der Dreharbeiten erlitt Wicki eine Gehirnblutung, führte das Projekt aber zu Ende. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Wicki 1995 die Schauspielerin Elisabeth Endriss. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte er anlässlich einer Hommage zu seinem 80. Geburtstag. Nach langer Krankheit starb Bernhard Wicki in München.
Bernhard Wicki wurde in St. Pölten, Österreich, geboren.
Filme mit Bernhard Wicki
Darsteller (Auswahl) 1940: Der Postmeister (Statist), Regie: Gustav Ucicky 1950: Der fallende Stern, Regie: Harald Braun 1953: Der Haflinger Sepp, Regie: Paul May 1953: Die letzte Brücke, Regie: Helmut Käutner 1954: Rummelplatz der Liebe, Regie: Kurt Neumann 1954: Das zweite Leben, Regie: Victor Vicas 1954: Die Mücke, Regie: Walter Reisch 1954: Gefangene der Liebe, Regie: Rudolf Jugert 1954: Ewiger Walzer, Regie: Paul Verhoeven 1955: Es geschah am 20. Juli, Regie: Georg Wilhelm Pabst 1955: Kinder, Mütter und ein General, Regie: László Benedek 1955: Rosen im Herbst, Regie: Rudolf Jugert 1955: Du mein stilles Tal, Regie: Leonard Steckel 1956: Frucht ohne Liebe, Regie: Ulrich Erfurth
Alle Filme anzeigen
1956: Weil du arm bist, mußt du früher sterben, Regie: Paul May 1956: Skandal um Dr. Vlimmen, Regie: Arthur Maria Rabenalt 1957: Königin Luise, Regie: Wolfgang Liebeneiner 1957: Flucht in die Tropennacht, Regie: Paul May 1957: Es wird alles wieder gut, Regie: Géza von Bolváry 1957: Die Zürcher Verlobung, Regie: Helmut Käutner 1958: Madeleine und der Legionär, Regie: Wolfgang Staudte 1958: Die Katze (La chatte), Regie: Henri Decoin 1958: Frauensee, Regie: Rudolf Jugert 1958: Unruhige Nacht, Regie: Falk Harnack 1958: Frau im besten Mannesalter, Regie: Axel von Ambesser 1960: Lampenfieber, Regie: Kurt Hoffmann 1960: Die Nashörner (TV-Rolle), Regie: Gustav Rudolf Sellner 1960: Die Nacht (La notte), Regie: Michelangelo Antonioni 1962: Liebe macht erfinderisch (L’amore difficile), Regie: Alberto Bonucci 1962: Erotica (L’amore difficile) 1963: Ferien in Portugal (Vacances Portugaises), Regie: Pierre Kast 1963: Elf Jahre und ein Tag, Regie: Gottfried Reinhardt 1968: Affaire Dreyfus (TV-Rolle), Regie: Franz Josef Wild 1968: Der Feldmarschall (TV-Rolle), Regie: Hermann Kutscher 1968: Graf Öderland (TV-Rolle), Regie: Rolf Hädrich 1969: Deine Zärtlichkeiten, Regie: Peter Schamoni 1971: Carlos, Regie: Hans W. Geißendörfer 1972: Der Kommissar – Episode: Toter Gesucht (TV-Rolle), Regie: Theodor Grädler 1972: Das Jahrhundert der Chirurgen (TV-Rolle), Regie: Wolf Dietrich 1973: Der Kommissar – Herr und Frau Brandes (TV-Rolle), Regie: Leopold Lindtberg 1975: Frankensteins Spukschloß, auch: Crime And Passion, Regie: Ivan Passer 1975: Glückssucher (TV-Rolle), Regie: Peter Beauvais 1975: Drei Wege zum See (TV-Rolle), Regie: Michael Haneke 1977: Derrick – Eine Nacht im Oktober (TV-Rolle), Regie: Wolfgang Becker 1977: Die linkshändige Frau, Regie: Peter Handke 1978: Despair – Eine Reise ins Licht, Regie: Rainer Werner Fassbinder 1978: Die gläserne Zelle, Regie: Hans W. Geißendörfer 1978: Die Abenteuer des David Balfour (TV-Rolle, 4 Teile), Regie: Jean-Pierre Decourt 1978: Der Mann im Schilf, Regie: Manfred Purzer 1979: Lemminge (TV-Rolle), Regie: Michael Haneke 1979: Theodor Chindler, Regie: Hans W. Geißendörfer 1979: Der Alte – Alte Kameraden (TV-Rolle), Regie: Theodor Grädler 1980: Im Schlaraffenland (TV-Rolle), Regie: Fritz Umgelter 1980: Death Watch – Der gekaufte Tod, auch: La Mort En Direct, Regie: Bertrand Tavernier 1980: Derrick – Zeuge Yurowski (TV-Rolle), Regie: Alfred Vohrer 1981: Der Alte Der Zigeuner (TV-Rolle), Regie: Theodor Grädler 1982: Domino, Regie: Thomas Brasch 1982: Der geheimnisvolle Fremde, Regie: Peter H. Hunt 1982: Max Haufler, „Der Stumme“ (Dokumentarfilm) 1982: Bereg – Das Ufer, Regie: Alexander Alow, Wladimir Naumow 1983: Frühlingssinfonie, Regie: Peter Schamoni 1983: Eine Liebe in Deutschland, Regie: Andrzej Wajda 1983: Eine Art von Zorn (TV-Rolle), Regie: Ulrich Edel 1984: Duell ohne Gnade (La diagonale du fou), Regie: Richard Dembo 1984: Paris, Texas, Regie: Wim Wenders 1984: Ein Fall für zwei: Elf Jahre danach (TV-Rolle), Regie: Michael Meyer 1985: Marie Ward – Zwischen Galgen und Glorie, Regie: Angelika Weber 1986: Killing Cars, Regie: Michael Verhoeven 1990: Das Erbe der Guldenburgs, Regie: Gero Erhardt 1991: Erfolg, Regie: Franz Seitz junior 1993: Prinzenbad, Regie: Richard Blank 1994: Rosamunde Pilcher – Wilder Thymian (TV-Rolle), Regie: Gero Erhardt Regie 1958: Warum sind sie gegen uns? 1959: Die Brücke, nach dem gleichnamigen Roman von Manfred Gregor 1961: Das Wunder des Malachias, nach einem Roman von Bruce Marshall 1962: Der längste Tag (zusammen mit anderen Regisseuren, unter anderem Ken Annakin und Andrew Marton) nach dem gleichnamigen Tatsachenbericht von Cornelius Ryan über den D-Day 1964: Der Besuch, nach dem Drama Der Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt 1965: Morituri (Fernsehtitel: Kennwort: Morituri), nach einem Roman von Werner Jörg Lüddecke 1967: Der Paukenspieler (Co-Regie) 1970: Karpfs Karriere 1971: Das falsche Gewicht, nach dem gleichnamigen Roman von Joseph Roth 1977: Curd Jürgens – Der Filmstar, der vom Theater kam 1977: Die Eroberung der Zitadelle, nach der gleichnamigen Novelle von Günter Herburger 1984: Die Grünstein-Variante, nach einem Hörspiel von Wolfgang Kohlhaase, Dreharbeiten gemeinsam mit Wolfgang Kohlhaase 1987: Sansibar oder Der letzte Grund, nach dem gleichnamigen Roman von Alfred Andersch 1989: Das Spinnennetz, nach dem gleichnamigen Roman von Joseph Roth Synchronsprecher (Auswahl) 1952: Pläsier (Le Plaisir), Regie: Max Ophüls 1953: O Cangaceiro – Die Gesetzlosen (O Cangaceiro), Regie: Lima Barreto 1957: Die zwölf Geschworenen (12 Angry Men), Regie: Sidney Lumet 1971: