Friedrich Wilhelm Murnau war ein Filmregisseur, der am 28. Dezember 1888 in Bielefeld geboren wurde und am 11. März 1931 in Santa Barbara, Kalifornien verstarb. Aufgewachsen in einer wohlhabenden Familie, zog er mit seinen Eltern 1892 nach Kassel. Nach dem Gymnasium begann er zunächst ein Studium in Berlin und Heidelberg. Dort entdeckte Max Reinhardt sein Talent bei einer Studentenaufführung und förderte ihn mit Schauspielunterricht und einer Anstellung als Regieassistent. Um 1910 legte er seinen bürgerlichen Namen Plumpe ab und nannte sich nach dem Ort Murnau am Staffelsee. Dieser Schritt war auch eine Abgrenzung zu seinen Eltern, die seine Homosexualität und künstlerischen Ambitionen ablehnten. Murnau fand Anschluss an Künstler wie Else Lasker-Schüler und die Maler des Blauen Reiters. Im Ersten Weltkrieg diente Murnau als Offizier und Kampfflieger. Nach einer Landung in der Schweiz wurde er interniert, konnte aber in Luzern als Theaterregisseur arbeiten. Nach dem Krieg kehrte er nach Berlin zurück und begann seine Filmkarriere. Sein erster Film ist verschollen, aber mit "Der Bucklige und die Tänzerin" begann eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Carl Mayer. "Nosferatu" aus dem Jahr 1922 wurde zu einem seiner bekanntesten Werke, auch wenn es aufgrund von Urheberrechtsproblemen umbenannt werden musste. Seine Erfolge führten zu einem Vertrag bei der UFA, wo er unter anderem "Der letzte Mann" drehte. Dieser Film zeichnete sich durch innovative Kameratechnik aus. Hollywood wurde auf ihn aufmerksam, und er erhielt ein Angebot von William Fox. Sein erster amerikanischer Film "Sonnenaufgang" gewann drei Oscars, erfüllte aber nicht die kommerziellen Erwartungen. Enttäuscht von den Einschränkungen in Hollywood, reiste Murnau nach Tahiti, um mit Robert J. Flaherty "Tabu" zu drehen. Er finanzierte den Film selbst, trennte sich aber von Flaherty. Kurz vor der Premiere von "Tabu" verunglückte Murnau tödlich bei einem Autounfall in Kalifornien. Er wurde in Deutschland beigesetzt.