Rudolf Virchow war Vater von 5 Kindern: Hans Virchow (* 1852), Anna Emilie Adele Virchow (* 1855), Ernst Oswald Virchow (* 1858), Werner Körte (* 1853), Marie Rabl (* 1866).
Rudolf Virchow war ein deutscher Arzt, der am 13. Oktober 1821 in Schivelbein geboren wurde und am 5. September 1902 in Berlin verstarb. Er erlangte als Professor der Pathologie in Würzburg und Berlin internationalen Ruhm und war zudem als Pathologischer Anatom, Anthropologe, Prähistoriker und liberaler Politiker tätig. Virchow stellte 1853 den Grundsatz auf, dass die Zelle das kleinste Element aller lebenden Organismen ist, sowohl im gesunden als auch im kranken Zustand. Damit begründete er die Zellularpathologie und legte mit seinen Forschungen zur Thromboseentstehung den Grundstein für die moderne Pathologie. Er setzte sich für eine Medizin ein, die sowohl naturwissenschaftlich als auch sozial ausgerichtet war und gilt als Begründer der modernen Sozialhygiene. Auch als liberaler Politiker genoss Virchow hohes Ansehen. Rudolf Virchow wurde in Hinterpommern als einziges Kind geboren. Er besuchte die Stadtschule in Schivelbein und später das Gymnasium in Köslin. Ursprünglich wollte er Pfarrer werden, gab diesen Plan aber auf. Von 1839 bis 1843 studierte er Medizin in Berlin. Danach arbeitete er als Unterarzt an der Charité und führte Forschungsarbeiten durch. 1843 promovierte er zum Dr. med. mit einer Dissertation über Rheuma. Im Mai 1846 wurde Virchow Prosektor an der Charité und habilitierte sich 1847. Er gab mit seinem Freund Benno Reinhardt das "Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie und für klinische Medicin" heraus, das später als Virchows Archiv bekannt wurde. Im Jahr 1848 war Virchow in die Märzrevolution verwickelt und geriet wegen seiner Analyse der Fleckfieber-Epidemie in Oberschlesien in Konflikt mit der preußischen Regierung. Zum Wintersemester 1849/50 nahm Virchow einen Ruf an die Universität Würzburg an. Dort heiratete er 1850 Rose Mayer. In Würzburg entwickelte er seine Lehre von der Zellularpathologie und forschte zu verschiedenen Themen wie Tumoren und Entzündungen. 1856 wurde Virchow als Professor der Pathologie nach Berlin berufen und übernahm das Ordinariat für pathologische Anatomie an der Charité. In Berlin veröffentlichte Virchow 1858 sein Buch "Die Cellularpathologie". Er organisierte Lazarettzüge im Deutsch-Französischen Krieg und baute die pathologisch-anatomische Sammlung aus. 1892/93 war er Rektor der Berliner Universität. Virchow blieb bis zu seinem Tod in Berlin aktiv und starb am 5. September 1902 an den Folgen eines Oberschenkelhalsbruchs.
Bildung, Wohlstand und Freiheit sind die einzigen Garantien für die dauerhafte Gesundheit eines Volkes.
Quelle
Die Noth im Spessart, vorgetragen in der physicalisch-medicinischen Gesellschaft in Würzburg am 6. und 13. März 1852, Stahlʼsche Buchhandlung, Würzburg 1852, S. 56, [https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/goToPage/bsb10380209.html?pageNo=62 MDZ-BSB]
Die Aerzte sind die natürlichen Anwälte der Armen und die sociale Frage fällt zu einem erheblichen Theil in ihre Jurisdiction.
Quelle
Was die „medicinische Reform” will. In: Medicinische Reform No. 1, 10. Juli 1848. Zitiert nach: Gesammelte Abhandlungen aus dem Gebiete der Öffentlichen Medicin und der Seuchenlehre, Erster Band, Verlag von August Hirschwald, Berlin 1879, S. 4,
Die Freiheit ist nicht die Willkür, ʼʼbeliebigʼʼ zu handeln, sondern die Fähigkeit, ʼʼvernünftigʼʼ zu handeln.
Quelle
Ueber die mechanische Auffassung des Lebens. Aus: Vier Reden über Leben und Kranksein. Berlin: Reimer, 1862. S. 21f.
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Die künstlichen Seuchen sind vielmehr Attribute der Gesellschaft, Produkte der falschen oder nicht auf alle Klassen verbreiteten Cultur; sie deuten auf Mängel, welche durch die staatliche und gesellschaftliche Gestaltung erzeugt werden.
Quelle
Die Seuche (1849). Aus: Gesammelte Abhandlungen zur wissenschaftlichen Medicin. Zweite unveränderte Ausgabe. Hamm: Grote, 1868. S. 55
Die logische Antwort auf die Frage, wie man in Zukunft ähnliche Zustände, wie sie in Oberschlesien vor unsern Augen gestanden haben, vorbeugen könne, ist also sehr leicht und einfach: ʼʼBildung mit ihren Töchtern Freiheit und Wohlstandʼʼ. Weniger leicht und einfach ist aber die faktische Antwort, die Lösung dieses grossen socialen Problems.
Quelle
Mittheilungen über die in Oberschlesien herrschende Typhus-Epidemie, 1848. In: Gesammelte Abhandlungen aus dem Gebiete der Öffentlichen Medicin und der Seuchenlehre, Erster Band, Verlag von August Hirschwald, Berlin 1879, S. 325,
Die naturwissenschaftliche Frage ist die logische Hypothese, welche von einem bekannten Gesetz durch Analogie und Induction weiterschreitet; die Antwort darauf giebt das Experiment, welches in der Frage selbst vorgeschrieben liegt.
Quelle
Die naturwissenschaftliche Methode und die Standpunkte in der Therapie. Aus: Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie und für klinische Medicin. 2. Band. Berlin: Reimar, 1849. S. 7.
Eine vernünftige Staatsverfassung muss das Recht des Einzelnen auf eine gesundheitsgemässe Existenz unzweifelhaft feststellen.
Quelle
Mittheilungen über die in Oberschlesien herrschendeOberschlesische Typhus-Epidemie, 1848. In: Gesammelte Abhandlungen aus dem Gebiete der Öffentlichen Medicin und der Seuchenlehre, Erster Band, Verlag von August Hirschwald, Berlin 1879, S. 330,
Ich scheue mich nicht zu sagen, es ist die Wissenschaft für uns Religion geworden, [...].
Quelle
Ueber die Nationale Entwicklung und Bedeutung der Naturwissenschaften. In: Amtlicher Bericht über die vierzigste versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte zu Hannover im September 1865, Hahnʼsche Hofbuchhandlung, Hannover 1866, S. 60 [https://books.google.de/books?id=SD4_AAAAcAAJ&pg=PA60&dq=%20EEs+ist+die+Wissenschaft+f%C3%BCr+uns+Religion+geworden%20 books.google.de]
Soll die Schule irgend gedeihen, so muß sie ganz und ohne Rückhalt dem Clerus entzogen werden und an die Stelle pfäffischer Ueberlieferung ein freisinniger Unterricht treten, dessen Grundlage die positive Naturanschauung bildet.
Quelle
Die Mittel gegen die Krankheit. Aus: Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie und für klinische Medicin. 2. Band. Berlin: Reimar, 1849. S. 314.
[...] weil ich die Ueberzeugung habe, es handelt sich hier um einen großen Kulturkampf.
Quelle
Am 17. Januar 1873 in der 28. Sitzung im Preußischen Haus der Abgeorneten. Zitiert nach: Stenographische Berichte, Haus der Abgeordneten, Erster Band, W. Moeser, Berlin 1873, S. 631, [http://opacplus.bsb-muenchen.de/title/6741449/ft/bsb11033732?page=659 BSB]
[...] wer kann sich darüber wundern, dass die Demokratie und der Socialismus nirgend mehr Anhänger fand, als unter den Aerzten? dass überall auf der äussersten Linken, zum Theil an der Spitze der Bewegung, Aerzte stehen? die Medicin ist eine sociale Wissenschaft, und die Politik ist weiter nichts, als Medicin im Grossen.
Quelle
Der Armenarzt. In: Medicinische Reform No. 18, 3. November 1848. Zitiert nach: Gesammelte Abhandlungen aus dem Gebiete der Öffentlichen Medicin und der Seuchenlehre, Erster Band, Verlag von August Hirschwald, Berlin 1879, S. 34,
Wo eine Zelle entsteht, da muss eine Zelle vorausgegangen sein, ebenso wie das Thier nur aus dem Thiere, die Pflanze nur aus der Pflanze entstehen kann.
Quelle
Zweite Vorlesung, 17. Februar 1859. In: Die Cellularpathologie in ihrer Begründung auf physiologische und pathologische Gewebelehre, Verlag von August Hirschwald, Berlin 1868, S. 25,Rudolf Virchow wurde in Świdwin, Polen, geboren.
Exhibit in the Bode-Museum, Berlin, Germany. This work is in the public domain because the artist died more than 70 years ago. Photography was permitted in the museum without restriction.
Cancroid from a tumour of the underlip. From: Cellular pathology : as based upon physiological and pathological histology twenty lectures delivered in the Pathological Institute of Berlin during the months of February, March, and April, 1858 / by Rudolf Virchow ; translated from the second edition of the original by Frank Chance ; with notes and numerous emendations, principally from ms. notes of the author.
Rudolf Virchow
Date: 1860
General Collections
Keywords: Pathology; Rudolf Ludwig Karl Virchow
Bildnachweis
Bildquelle: CFP-2_Virchow,_Rudolf.jpg Autor: Wikipedia / Félix Potin company (1908) Lizenz: gemeinfrei
Exkursion der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte nach Weisdin bei Neustrelitz am 28. Juni 1885
1. Rudolf Virchow, 2. Hans Virchow, 3. Theodor Schlemm, 4. Richard Rohde, 5. Otto Cordel, 6. Albert Voß, 7. Otto Olshausen, 8. Eduard Seler, 9. Eduard Jacobsthal, 10. Eduard Krause, 11. Paul Telge, 12. Carl Künne, 13. Moritz Vater, 14. Herman Sauer
Exkursion der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte nach Weisdin bei Neustrelitz am 28. Juni 1885
1. Rudolf Virchow, 2. Hans Virchow, 3. Theodor Schlemm, 4. Richard Rohde, 5. Otto Cordel, 6. Albert Voß, 7. Otto Olshausen, 8. Eduard Seler, 9. Eduard Jacobsthal, 10. Eduard Krause, 11. Paul Telge, 12. Carl Künne, 13. Moritz Vater, 14. Herman Sauer
Exkursion der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte nach Weisdin bei Neustrelitz am 28. Juni 1885
1. Rudolf Virchow, 2. Hans Virchow, 3. Theodor Schlemm, 4. Richard Rohde, 5. Otto Cordel, 6. Albert Voß, 7. Otto Olshausen, 8. Eduard Seler, 9. Eduard Jacobsthal, 10. Eduard Krause, 11. Paul Telge, 12. Carl Künne, 13. Moritz Vater, 14. Herman Sauer
Bildunterschrift in der Quelle: „Unter den abgebildeten Personen befinden sich: 1.) Prof. Rudolf Virchow, 2.) Dr. Hans Virchow, 3.) Dr. Th. Schlemm, 4.) Oskar Cordel, 7.) Dr. Otto Olshausen, 8.) Eduard Seler, 9.) Prof. E. Jacobsthal, 10.) Eduard Krause, 11.) Paul Telge, 12.) Karl Künne, 13.) Dr. Moritz Vater, 14.) Dr. Hermann Sauer
Exkursion der Berliner Anthropologischen Gesellschaft nach Weisstrin bei Neustrelitz am 28.6.1885. Foto von Richard Neuhaus
(Archiv der BGAEU, P 2078)“
Exkursion der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte nach Weisdin bei Neustrelitz am 28. Juni 1885
abgebildete Personen: 1. Rudolf Virchow, 2. Hans Virchow, 3. Theodor Schlemm, 4. Richard Rohde, 5. Otto Cordel, 6. Albert Voß, 7. Otto Olshausen, 8. Eduard Seler, 9. Eduard Jacobsthal, 10. Eduard Krause, 11. Paul Telge, 12. Carl Künne, 13. Moritz Vater, 14. Herman Sauer.
Portrait of R. L. K. Virchow from a brochure issued in 1901 for the dinner in honour of the eightieth birthday of Pr. Virchow.
Wellcome Images
Keywords: Rudolf Ludwig Karl Virchow
Lecture IX from "Cellular Pathology". From Cellular pathology : as based upon physiological and pathological histology twenty lectures delivered in the Pathological Institute of Berlin during the months of February, March, and April, 1858 / by Rudolf Virchow ; translated from the second edition of the original by Frank Chance ; with notes and numerous emendations, principally from ms. notes of the author.
Rudolf Virchow
Date: 1860
General Collections
Lecture VII. From Cellular pathology : as based upon physiological and pathological histology twenty lectures delivered in the Pathological Institute of Berlin during the months of February, March, and April, 1858 / by Rudolf Virchow ; translated from the second edition of the original by Frank Chance ; with notes and numerous emendations, principally from ms. notes of the author.
Rudolf Virchow
Date: 1860
General Collections
Lecture IX. From Cellular pathology : as based upon physiological and pathological histology twenty lectures delivered in the Pathological Institute of Berlin during the months of February, March, and April, 1858 / by Rudolf Virchow ; translated from the second edition of the original by Frank Chance ; with notes and numerous emendations, principally from ms. notes of the author.
Rudolf Virchow
Date: 1860
General Collections
Rudolf Virchow (left) Leopold Schrhotter, Ritter von Kristelli. (right)
Photograph by Dr Szbekely.
1 photograph
Iconographic Collections
Keywords: portrait photographs
Rudolf Virchow observing an operation on the skull in a Paris Clinic, Historischer Bilderdienst, Berlin.
Wellcome Images
Keywords: SURGERY; Rudolf Ludwig Karl Virchow
Orig.-Fotografie auf Karton: Virchow, Rudolf Ludwig Carl, 1884, Carte de Visite, Albumindruck, Format Bild: 9,8 x 6,2 cm; Karton 10,5 x 6,3 cm, Rückseite Stempel des Fotografen F.C. Schaarwächter, Berlin. Fotografie sehr gute Qualität, Datum in die Fotografie eingeprägt
VIRCHOW, Rudolf Ludwig Karl {1821-1902}
Reproduction of chalk drawing: Rudolf Virchow bust, slightly to left, after G. L. Meyn,
published Berlin, n.d.
Iconographic Collections
Keywords: burgess, portraits 3063.1; virchow, rudolf ludwig karl {1; Portraits
Rudolf Ludwig Karl Virchow. Photogravure after G. L. Meyn.
Iconographic Collections
Keywords: portrait prints; Rudolf Ludwig Karl Virchow; photogravures
Rudolf Virchow erreichte ein Alter von ⌛ 80 Jahren.
Wann hat Rudolf Virchow Geburtstag?
Rudolf Virchow wurde an einem Samstag am ⭐ 13. Oktober 1821 geboren.
Wo wurde Rudolf Virchow geboren?
Rudolf Virchow wurde in 🚩 Świdwin, Polen, geboren.
Wer sind die Eltern von Rudolf Virchow?
Als ein Elternteil von Rudolf Virchow ist Karl Christian Siegfried Virchow bekannt.
War Rudolf Virchow verheiratet oder hatte er eine Partnerin?
Ja, Rudolf Virchow war verheiratet. Als Ehepartner ist Ferdinande Amalie Rosalie Mayer bekannt.
Hatte Rudolf Virchow Kinder?
Ja, Rudolf Virchow war Vater von insgesamt 5 Kindern. Die Namen der Kinder lauten Hans Virchow (* 1852), Anna Emilie Adele Virchow (* 1855), Ernst Oswald Virchow (* 1858), Werner Körte (* 1853) und Marie Rabl (* 1866).
In welchem Sternzeichen wurde Rudolf Virchow geboren?
Rudolf Virchow wurde im westlichen Sternzeichen Waage geboren.