Ludwig Stollwerck war ein deutscher Unternehmer, der am 22. Januar 1857 in Köln geboren wurde und am 12. März 1922 ebenda verstarb. Er leitete von 1883 bis zu seinem Tod die Schokoladenfabrik Gebr. Stollwerck in Köln und war bekannt für seine Innovationsfreude. Stollwerck wurde als Sohn des Schokoladenproduzenten Franz Stollwerck geboren und erhielt eine umfassende Ausbildung, die ihn auch ins Ausland führte. Dort lernte er von Werbe- und Produktstrategien anderer Länder und knüpfte Kontakte zu bedeutenden Persönlichkeiten wie William Lever und George Cadbury. 1873 trat er als Lehrling in das Familienunternehmen ein. Nach dem Tod seines Bruders Albert Nikolaus übernahm Stollwerck die Leitung des Vertriebs. Unter seiner Führung expandierte das Unternehmen weltweit und etablierte Filialen in verschiedenen Ländern. Stollwerck setzte auf Produktqualität, Innovation und Effizienz. Er entwickelte mit Josef Cosack das erste chemische Laboratorium in einer Schokoladenfabrik und führte Eichelkakao als erster Großbetrieb ein. Stollwerck war auch ein Pionier im Bereich der Verkaufsautomaten. Er entwickelte den Automaten „Merkur“ und gründete die Deutsche Automatengesellschaft Stollwerck & Co. (DAG), um weitere Automaten für verschiedene Produkte zu entwickeln. Zudem setzte er als erster in Deutschland Emailleschilder für Reklamezwecke ein. 1902 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, wobei die Aktien bis zu seinem Tod in Familienbesitz blieben. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit engagierte sich Stollwerck auch im Bereich der Filmkunst. Er beteiligte sich an der Entwicklung von Filmwiedergabegeräten und organisierte die ersten kommerziellen Filmvorführungen in Deutschland. Er förderte Filmemacher und sicherte sich die Vermarktungsrechte für den Cinématographe der Brüder Lumière. Im Laufe der Jahre erhielt Stollwerck zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen, darunter den Titel Königlich Preußischer Kommerzienrat. Er war bekannt für seine Kontakte zu Wissenschaftlern und Industriellen und förderte Innovationen in verschiedenen Bereichen. Gegen Ende seines Lebens zog sich Stollwerck aus der Geschäftsleitung zurück, die dann von anderen Familienmitgliedern und Direktoren übernommen wurde.