Bildquelle: Gebrüder_Reinhard_und_Max_Mannesmann.jpg Autor: Wikipedia / unbekannt Lizenz: Die Schutzdauer für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei.
Reinhard Mannesmann war ein deutscher Erfinder und Unternehmer, der am 13. Mai 1856 in Remscheid geboren wurde und am 20. Februar 1922 ebenda verstarb. Er wuchs mit seinen fünf Brüdern, darunter Max, in Remscheid auf, als Sohn eines Werkzeugfabrikanten. Mannesmann und sein Bruder Max traten in das väterliche Unternehmen ein, das bereits seit 1776 existierte und Eisenfeilen produzierte. Im Jahr 1884 gelang ihnen eine bahnbrechende Erfindung: Sie entwickelten eine Methode, nahtlose Stahlrohre aus einem angebohrten Block zu walzen. Dafür erhielten sie 1885 ein Patent. Diese Erfindung war besonders wichtig, da die damals üblichen geschweißten Stahlrohre in Dampfmaschinen dem hohen Druck oft nicht standhielten und es zu Unfällen kam. Fünf Jahre später folgte die Erfindung des Schrägwalzverfahrens, das in Kombination mit dem Pilgerschrittverfahren eine kontinuierliche Produktion ermöglichte. Zunächst war das Schrägwalzverfahren jedoch nicht für die industrielle Fertigung geeignet, da es den Brüdern Mannesmann nicht gelang, dünnwandige Rohre in einem einzigen Walzgang herzustellen. Erst 1890 gelang es ihnen, das Schrägwalzen mit dem Pilgerschrittverfahren zu kombinieren, wofür sie am 16. Juli 1890 ein Patent erhielten. Die Kombination beider Verfahren wurde als Mannesmann-Verfahren bekannt. Die neuartigen Stahlrohre eröffneten ungeahnte Möglichkeiten im Rohrleitungsbau, Maschinenbau und in der Architektur, da sie deutlich fester waren als die bis dahin üblichen geschweißten Rohre. 1890 gründeten Reinhard und Max Mannesmann die Deutsch-Österreichische Mannesmannröhren-Werke Aktiengesellschaft mit Sitz in Berlin, in der sie alle drei Produktionsstandorte in Deutschland und Österreich zusammenfassten und den Vorstand übernahmen. Reinhard Mannesmann schied 1893 zusammen mit seinem Bruder aus dem Vorstand aus. Später entwickelten die sechs Brüder gemeinsam das Hängeglühlicht, das 1903 patentiert wurde. Zusammen mit seinen Brüdern Carl und Otto Felix gründete Reinhard daraufhin die Mannesmann Lichtwerke AG. Reinhard Mannesmann heiratete 1906 Marie Luise Eigen und betrieb mit ihr ab 1907 Handel, Landwirtschaft und Bergbau in Marokko. 1920 wurde Reinhard Mannesmann von der Technischen Hochschule Aachen mit dem Doktoringenieur ehrenhalber ausgezeichnet.
Reinhard Mannesmann wurde in Remscheid, Deutschland, geboren.
Evangelischer Friedhof Remscheid-Bliedinghausen, Grab der Familien der Brüder Reinhard, Carl und Otto Mannesmann, Mitgründer des gleichnamigen Industrie-Unternehmens