Ludwig Erhard war ein deutscher Politiker und Wirtschaftswissenschaftler, der am 4. Februar 1897 in Fürth geboren wurde und am 5. Mai 1977 in Bonn verstarb. Erhard kam als zweites von vier Kindern zur Welt. Im Alter von zwei Jahren erkrankte er an Kinderlähmung, die einen deformierten Fuß zurückließ. Nach einer kaufmännischen Lehre nahm er als Soldat am Ersten Weltkrieg teil, wo er schwer verwundet wurde. Nach dem Krieg studierte Erhard in Nürnberg und Frankfurt, wo er 1925 promovierte. Zunächst arbeitete er im elterlichen Betrieb, der jedoch Konkurs anmeldete, bevor er Assistent an einem Wirtschaftsinstitut wurde. Als Publizist positionierte er sich gegen den Nationalsozialismus und forderte eine freie Marktwirtschaft. Ab 1933 äußerte er sich teilweise positiv über die Wirtschaftspolitik der Nationalsozialisten, was sein Biograf als Anpassung an die Zeit deutete. Erhard engagierte sich in der Konsumforschung und organisierte Marketing-Seminare. Seine akademische Karriere scheiterte jedoch, da ihm mangelnde wissenschaftliche Leistungen vorgeworfen wurden. Während des Zweiten Weltkriegs war Erhard als wirtschaftspolitischer Berater tätig und erstellte Expertisen zur Nachkriegsplanung. Nach dem Krieg wurde er Wirtschaftsminister in Bayern und später Direktor der Verwaltung für Wirtschaft der Bizone. Erhard war maßgeblich an der Währungsreform 1948 beteiligt und setzte sich für die Soziale Marktwirtschaft ein. Seine Politik war anfangs umstritten, führte aber zu einem wachsenden Warenangebot. Nach dem Krieg war er von 1949 bis zu seinem Tod Mitglied des Deutschen Bundestages. Ab 1949 war Erhard Bundesminister für Wirtschaft unter Konrad Adenauer. In dieser Zeit legte er mit dem Buch "Wohlstand für Alle" seine wirtschaftspolitischen Vorstellungen dar. Erhard setzte sich für die Liberalisierung des Außenhandels ein. Erhard galt als Verfechter des Ordoliberalismus und der Sozialen Marktwirtschaft. 1963 wurde Ludwig Erhard Bundeskanzler und führte Verhandlungen zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel. Nach einer Rezession und dem Rücktritt der FDP-Minister trat er 1966 zurück. Erhard gründete 1967 die Ludwig-Erhard-Stiftung. Er starb 1977 in Bonn und wurde in Gmund am Tegernsee beigesetzt.
Bestrebungen der Abschirmung vertragen sich nicht mit einer freien und sozialen Wirtschaft. Die Begriffe "frei" und "sozial" decken sich nämlich: je freier die Wirtschaft ist, umso sozialer ist sie auch, und ein umso größerer volkswirtschaftlicher Nutzeffekt wird erzielt werden.
Quelle
Rede auf der zweiten Konferenz der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft, Bad Godesberg 19. November 1953, Tagungsprotokoll S. 113 books.google
Die Heranziehung von noch mehr ausländischen Arbeitskräften stößt auf Grenzen. Nicht zuletzt führt sie zu weiteren Kostensteigerungen und zusätzlicher Belastung unserer Zahlungsbilanz.
Quelle
Regierungserklärung vom 10. November 1965, BT-Sten. Ber. 5/20 C, http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/05/05004.pdf
Wir werden sogar mit Sicherheit dahin gelangen, daß zu Recht die Frage gestellt wird, ob es noch immer richtig und nützlich ist, mehr Güter, mehr materiellen Wohlstand zu erzeugen, oder ob es nicht sinnvoller ist, unter Verzichtleistung auf diesen „Fortschritt“ mehr Freizeit, mehr Besinnung, mehr Muße und mehr Erholung zu gewinnen.
Quelle
Wohlstand für alle (1957), S. 233 ludwig-erhard-stiftung.deLudwig Erhard wurde in Fürth, Deutschland, geboren.