Georg Trakl war ein österreichischer Dichter, der am 3. Februar 1887 in Salzburg geboren wurde und am 3. November 1914 in Krakau verstarb. Er wuchs in einer wohlhabenden Familie auf, hatte aber eine schwierige Beziehung zu seiner Mutter, die drogenabhängig war. Eine französische Gouvernante, Marie Boring, übernahm eine wichtige Rolle in seiner Erziehung und prägte ihn durch französische Literatur und religiöse Einflüsse. Trakl entwickelte eine sehr enge Beziehung zu seiner Schwester Margarethe. Von 1897 bis 1905 besuchte er das Gymnasium, wo er jedoch schlechte Leistungen zeigte. Um 1904 begann er erste literarische Versuche und experimentierte mit Drogen. Nach dem Schulabbruch absolvierte er eine Apothekerlehre, was ihm den Zugang zu Rauschmitteln erleichterte. Seine frühen Theaterstücke fanden wenig Beachtung. Nach dem Tod seines Vaters geriet die Familie in finanzielle Schwierigkeiten. Trakl schloss sein Pharmaziestudium ab und leistete Militärdienst. In dieser Zeit entstanden weniger Gedichte. Durch Ludwig von Ficker wurden seine Werke im "Brenner" veröffentlicht und er lernte wichtige Persönlichkeiten der Kunstszene kennen. Angst und Depressionen belasteten ihn zunehmend. 1913 erschien sein Gedichtband "Gedichte". Im Ersten Weltkrieg erlitt Trakl als Militärapotheker einen Nervenzusammenbruch und wurde in ein Militärhospital in Krakau eingeliefert, wo er an einer Überdosis Kokain starb. Trakl wurde zunächst in Krakau begraben, später aber nach Innsbruck überführt. Sein zweiter Gedichtband "Sebastian im Traum" erschien posthum.
Zitate von Georg Trakl
Alle Straßen münden in schwarze Verwesung.
Quelle
Grodek, Vers 10, September 1914, in: Der Brenner, 5. Jg. 1915, Brenner Verlag, Innsbruck 1915, S. 14
Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle, // Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen.
Quelle
Der Herbst des Einsamen, Vers 1f., in: Sebastian im Traum, Kurt Wolff Verlag, Leipzig 1915, S. 37, archive.org
Es ist der Liebe milde Zeit.
Quelle
Verklärter Herbst, Vers 9, in Gedichte, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig 1913, S. 29
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Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden.
Quelle
Frühling der Seele, in: Sebastian im Traum, Kurt Wolff Verlag, Leipzig 1915, S. 75, archive.org
In den einsamen Stunden des Geistes // Ist es schön in der Sonne zu gehn // An den gelben Mauern des Sommers hin.
Quelle
Helian, Vers 1-3, in Gedichte, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig 1913, S. 61Georg Trakl wurde in Salzburg, Österreich, geboren.
Traklpark, Innsbruck-Mühlau: Gedenktafel mit Inschrift "GOTTES SCHWEIGEN / TRANK ICH / AUS DEM BRUNNEN / DES HAINS. / GEORG TRAKL" (Vers aus dem Gedicht "De profundis")
Menschheitsdämmerung. Symphonie jüngster Dichtung. Hrsg. von Kurt Pinthus, Berlin, Rowohlt 1920, 316 Seiten mit Gedichten von Gottfried Benn, Albert Ehrenstein, Yvan Goll, Jakob van Hoddis, Else Lasker-Schüler, August Stramm, Georg Trakl, Paul Zech und anderen
Die 2014 im Hof der Trakl-Gedenkstätte (Haus Waagplatz 1a) aufgestellte Bronze-Büste (Erstguss) von Georg Trakl - ein 1980 fertiggestelltes Werk des Malers und Bildhauers Hans Pacher († 2002 in Salzburg).