Andreas Gryphius war Vater eines Kindes namens Christian Gryphius (* 1649).
Andreas Gryphius war ein deutscher Dichter und Dramatiker des Barocks, der am 2. Oktober 1616 in Glogau geboren wurde und am 16. Juli 1664 ebendort verstarb. Er galt als bedeutendster Lyriker seiner Zeit, dessen sprachgewaltige Sonette das Leiden und die Vergänglichkeit des Lebens thematisierten. Gryphius verlor früh seinen Vater, den Archidiakon Paul Greif, und seine Mutter Anna, die an Schwindsucht starb. Die Rekatholisierung Glogaus durch den kaiserlichen Landeshauptmann zwang ihn, wie viele Protestanten, die Heimat zu verlassen und seinem Stiefvater Michael Eder nach Driebitz zu folgen. Nach vergeblichen Versuchen, in Görlitz und Glogau eine Schule zu besuchen, konnte er sein Leben ab 1632 im religiös toleranten Fraustadt fortsetzen, wo sein Stiefvater Pfarrer und Leiter des Gymnasiums war. Dort trat Gryphius mit dem lateinischen Epos "Herodes" erstmals als Autor in Erscheinung. Von 1634 bis 1636 studierte er am Akademischen Gymnasium Danzig, einer weltoffenen Handelsstadt. Hier begegnete er neuen naturwissenschaftlichen und poetischen Ideen und verfasste weitere lateinische Werke sowie erste Sonette, die 1637 in Lissa gedruckt wurden. Anschließend war er zwei Jahre als Hauslehrer auf dem Gut des Georg Schönborn tätig, wo er in der Bibliothek umfangreiche Studien betrieb und den Brand von Freystadt in seinem deutschsprachigen Prosaband "Fewrige Freystadt" schilderte, was ihm aufgrund seiner Kritik an der Obrigkeit Feinde einbrachte. Nach Schönborns Tod begleitete Gryphius 1638 dessen Söhne zum Studium an die fortschrittliche Universität Leiden in den Niederlanden. Dort studierte er sechs Jahre lang Philosophie und diverse wissenschaftliche Disziplinen, fasziniert von den Sektionen im Theatrum Anatomicum. In dieser Zeit festigte Gryphius seinen Ruf als produktiver Lyriker und veröffentlichte fünf Gedichtsammlungen, wobei er sich zunehmend der deutschen Sprache zuwandte. 1640 erkrankte er lebensbedrohlich und verlor Bruder und Schwester. Ab 1644 unternahm Gryphius eine Kavalierstour durch Frankreich und Italien, besuchte Paris, Angers, Rom, Florenz und Venedig, wo er das lateinische Epos "Olivetum" drucken ließ. Er verfolgte den englischen Bürgerkrieg mit großem Interesse, was ihn zu seinem Trauerspiel "Carolus Stuardus" inspirierte. Zwischen 1646 und 1647 hielt er sich an der Universität Straßburg auf, knüpfte Kontakte zu Gelehrten und begann sein erstes Trauerspiel "Leo Armenius". Im Juli 1647 kehrte er über Stettin, wo er sein zweites Trauerspiel "Catharina von Georgien" beendete, nach Fraustadt zurück. Die folgenden zwei Jahre in Schlesien waren literarisch sehr produktiv; Gryphius schrieb die Trauerspiele "Cardenio und Celinde" und "Carolus Stuardus" sowie die Lustspiele "Peter Squentz" und "Horribilicribrifax". Rufe an verschiedene Universitäten lehnte er ab. 1649 heiratete Gryphius Rosina Deutschländer, mit der er sieben Kinder hatte. 1650 wurde er Syndikus der Glogauer Landstände, wo er die Interessen der Protestanten gegen Habsburg vertrat und dazu die Urkundensammlung "Glogauisches Fürstenthumbs Landes Privilegia" publizierte. Sein letztes Trauerspiel "Papinian" entstand zwischen 1657 und 1659. 1662 wurde Gryphius in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Am 16. Juli 1664 erlitt Gryphius während einer Versammlung der Glogauer Landstände einen tödlichen Schlaganfall.
Zitate von Andreas Gryphius
Du siehst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden.
Quelle
Es ist alles eitel. Sonette. Das erste Buch. In: Freuden vnd Trauer-Spiele auch Oden vnd Sonnette sampt Herr Peter Squentz Schimpff-Spiel. Breßlau, 1658. S. 4, Vers 1
Man lacht nicht, daß ihr alt, glaubt mir, man lacht allein // Daß ihr, die ihr doch alt, durchaus nicht alt wollt sein.
Quelle
Epigramme, IV. Buch. 74. An Kaja
Mein sind die Jahre nicht die mir die Zeit genommen // Mein sind die Jahre nicht/ die etwa möchten kommen // Der Augenblick ist mein // und nehmʼ ich den in acht // So ist der mein // der Jahr und Ewigkeit gemacht.
Quelle
Epigramme. [http://www.zeno.org/nid/20004921844 76. Betrachtung der Zeit]. Aus: Gesamtausgabe der deutschsprachigen Werke, hg. von Marian Szyrocki und Hugh Powell, Tübingen (Niemeyer) 1963. Band 2, Seite 182-183
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Der Anfang fürchtet oft, womit das Ende scherzt.
Quelle
[http://gutenberg.spiegel.de/buch/cardenio-und-celinde-2205/10 Cardenio und Celinde], Projekt Gutenberg-DEAndreas Gryphius wurde in Głogów, Polen, geboren.
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Andreas Gryphius: Thränen des Vaterlandes Anno 1636
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Andreas Gryphius: Die Hölle
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Andreas Gryphius: Alles ist eitel
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Andreas Gryphius: Menschliches Elende
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