Heinrich Ulrich Erasmus von Hardenberg, Auguste Bernhardine von Hardenberg
Geschwister
Carl von Hardenberg, Anton von Hardenberg, Sidonie von Hardenberg
Zeitraum
Partner
? – 1801
Julie von Charpentier Partnerin
Novalis war ein deutscher Schriftsteller der Frühromantik und Philosoph, der am 2. Mai 1772 geboren wurde und am 25. März 1801 verstarb. Eigentlich hieß er Georg Philipp Friedrich von Hardenberg und stammte aus einem alten Adelsgeschlecht aus Niedersachsen. Seine Kindheit verbrachte er auf Gutshöfen, bevor die Familie 1786 nach Weißenfels zog, weil sein Vater dort Direktor der Salinen wurde. Seine Ausbildung begann mit Hauslehrern und setzte sich am Gymnasium in Eisleben fort, wo er sich mit Rhetorik und antiker Literatur beschäftigte. Anschließend studierte er Jura in Jena, Leipzig und Wittenberg. Während des Studiums kam er in Kontakt mit bedeutenden Persönlichkeiten wie Schiller, Goethe und Herder. Er freundete sich auch mit anderen Intellektuellen wie Ludwig Tieck und den Schlegel-Brüdern an. Sein Jurastudium schloss er 1794 mit Auszeichnung ab. Später widmete sich Novalis den Montanwissenschaften an der Bergakademie in Freiberg, wo er sich mit Mathematik, Chemie und Bergbaukunde befasste. Nach dem Studium arbeitete Novalis zunächst als Aktuar, bevor er 1796 eine Anstellung bei der Salinendirektion in Weißenfels fand. In dieser Zeit setzte er sich intensiv mit der Philosophie Fichtes auseinander. 1798 veröffentlichte er unter dem Pseudonym Novalis seine ersten Fragmente mit dem Titel "Blüthenstaub". Im Dezember 1798 verlobte er sich zum zweiten Mal. Ab 1799 arbeitete er wieder in der Salinendirektion und wurde zum Salinenassessor ernannt. 1800 erfolgte die Ernennung zum Amtshauptmann. Hardenberg beteiligte sich an der ersten geologischen Vermessung der Region. Novalis starb 1801 in Weißenfels an Tuberkulose, obwohl neuere Forschungen Mukoviszidose als mögliche Todesursache vermuten. Zu seinen Lebzeiten wurden nur wenige seiner Werke veröffentlicht, darunter die "Blüthenstaub"-Fragmente und die "Hymnen an die Nacht". Seine unvollendeten Romane und andere Schriften wurden erst nach seinem Tod von Freunden herausgegeben.
Der übersinnliches Wesen zu sein. Ohne dies wäre er nicht Weltbürger - er wäre ein Tier.
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Blütenstaubʼʼ § 22
Der wahre poetisch.
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Blütenstaubʼʼ § 56
Ganz begreifen werden wir uns nie, aber wir werden und können uns weit mehr, als begreifen.
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Blütenstaubʼʼ § 6
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Ihre sogenannte Religion wirkt blos, wie ein Opiat: reizend, betäubend, Schmerzen aus Schwäche stillend.
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Blüthenstaub § 77
Jeder geliebte Gegenstand ist der Mittelpunkt eines Paradieses.
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Blütenstaubʼʼ § 51
Jede Stufe der Bildung fängt mit Kindheit an. Daher ist der am meisten gebildete, irdische Mensch dem Kinde so ähnlich.
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Blüthenstaubʼʼ § 50
Nach Innen geht der geheimnißvolle Weg. In uns, oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft.
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Blütenstaubʼʼ § 16
Vieles ist zu zart, um gedacht, noch mehreres, um besprochen zu werden.
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Blütenstaubʼʼ § 23
Wir sind auf einer Mißion: zur Bildung der Erde sind wir berufen.
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Blütenstaubʼʼ § 32
Wir suchen überall das Unbedingte, und finden immer nur Dinge.
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Blütenstaubʼʼ § 1
Wir träumen von Reisen durch das Weltall: Ist denn das Weltall nicht in uns?
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Blütenstaubʼʼ § 16
Wo Kinder sind, da ist ein goldnes Zeitalter.
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Blütenstaubʼʼ § 97
Die Liebe wirkt magisch.
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Das allgemeine Brouillon, Materialien zur Enzyklopädistik 1798/99, Nr. 79: Zukunftslehre
Die Philosophie ist eigentlich Heimweh - Trieb überall zu Hause zu sein.
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Das allgemeine Brouillon, Materialien zur Enzyklopädistik 1798/99, Nr. 857
Es ist nicht das glücklich macht - es ist die Qualität des Wissens - die subjektive Beschaffenheit des Wissens. Vollkommnes Wissen ist Überzeugung und sie ist es, die uns glücklich macht und befriedigt.
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Das allgemeine Brouillon, Materialien zur Enzyklopädistik 1798/99
Gehts ohne Hoffnung oder sonst zu übel, so bleibt mir B[itter] M[andel] W[asser] und Op[ium].
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Das allgemeine Brouillon, Materialien zur Enzyklopädistik 1798/99, Nr. 877
Jede Wissenschaft hat ihren Gott, der zugleich ihr Ziel ist.
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Das allgemeine Brouillon, Materialien zur Enzyklopädistik 1798/99, Nr. 314: Encyclopädistik
Jeder Engländer ist eine Insel.
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Das allgemeine Brouillon, Materialien zur Enzyklopädistik 1798/99
Weisheit ist Harmonie.
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Das allgemeine Brouillon, Materialien zur Enzyklopädistik 1798/99, Nr. 202: Sofologie
Wo keine Götter sind, walten Gespenster, [...]
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http://www.zeno.org/nid/20005447070
Auf alles, was der Mensch vernimmt, muss er seine ungeteilte Aufmerksamkeit oder sein Ich richten.
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Die Lehrlinge zu Sais
Das Denken ist nur ein Traum des Fühlens, ein erstorbenes Fühlen, ein blassgraues, schwaches Leben.
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Die Lehrlinge zu Sais
Naturforscher und Dichter haben durch eine Sprache sich immer wie ein Volk gezeigt.
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Die Lehrlinge zu Sais
Alle geistige Berührung gleicht der Berührung eines Zauberstabs. Alles kann zum Zauberwerkzeug werden.
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Fragmente
Alles Mystische ist personell - und mithin eine Elementarvariation des Weltalls.
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Fragmente
Alles ist Materie was mittels der Organe zu uns kommt.
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Fragmente
Aus Bequemlichkeit suchen wir nach Gesetzen.
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Fragmente
Das höchste Leben ist Mathematik.
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Fragmente
Der echte allwissend - er ist eine wirkliche Welt im Kleinen.
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Fragmente
Die Tischzeit ist die merkwürdigste Periode des Tages und vielleicht der Zweck, die Blüte des Tages. Das Frühstück ist die Knospe.
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Fragmente
Die romantisiert werden. So findet man ihren ursprünglichen Sinn wieder. Romantisieren ist nichts als eine qualitative Potenzierung. Das niedere Selbst wird mit einem besseren Selbst in dieser Operation identifiziert. So wie wir selbst eine solche qualitative Potenzenreihe sind.
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Fragmente
Die individuelle Seele soll mit der Weltseele übereinstimmen.
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Fragmente
Die Poësie lößt fremdes Dasein in Eignen auf.
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Fragmente
Ein Kind ist eine sichtbar gewordene Liebe.
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Fragmente
Je mehr man lernt, nicht mehr in Augenblicken, sondern in Jahren zu leben, desto edler wird man.
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Fragmente
Nichts ist dem Unendliche.
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Fragmente
Reine Mathematik ist Religion.
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Fragmente
Romantik. Alle Romane, wo wahre Liebe vorkommt, sind Märchen - magische Begebenheiten.
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Fragmente
Experimentieren mit dem Zufall.
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Fragmente
Unser ganzes Leben ist Gottesdienst.
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Fragmente, in: Novalis Schriften, 2. Teil, hg.v. Ludwig Tieck/ Friedrich Schlegel, Verlag G. Reimer, 5. Aufl., Berlin 1837, S. 267
Wenn man einen Riesen sieht, so untersuche man erst den Stand der Sonne - und gebe acht, ob es nicht der Schatten eines Pygmäen ist.
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Neue Fragmente. Noten an den Rand des Lebens. Fragmente über den Menschen, 2214
Die Geschichte erzeugt sich selbst.
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Fragmente und Studien 1799-1800
Die Poesie heilt die Wunden, die der Verstand schlägt.
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Fragmente und Studien 1799-1800
Glück ist Talent für die Historie, oder das Schicksal.
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Fragmente und Studien 1799-1800
Jeder Staatsbürger ist ein Staatsbeamter.
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Glauben und Liebe oder der König und die Königin
Jeder Mensch sollte Künstler sein. Alles kann zur schönen Kunst werden.
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Glauben und Liebe oder der König und die Königin
Was man liebt, findet man überall und sieht überall Ähnlichkeiten.
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Glauben und Liebe oder Der König und die Königin
Wo junge Leute sind, ist Republik.
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Glauben und Liebe oder der König und die Königin
Er sah nichts als die blaue Blume, und betrachtete sie lange mit unnennbarer Zärtlichkeit.
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Heinrich von Ofterdingenʼʼ Erstes Kapitel S. 14 https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/novalis_ofterdingen_1802/?hl=blaue&p=22
Frühe Hochzeiten, lange Liebe.
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Heinrich von Ofterdingenʼʼ Neuntes Kapitel S. 263 https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/novalis_ofterdingen_1802/?p=276&hl=Hochzeiten
Überhaupt können die Dichter nicht genug von den Musikern und Malern lernen.
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Heinrich von Ofterdingenʼʼ Achtes Kapitel S. 257 https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/novalis_ofterdingen_1802/?p=265&hl=Mu%C5%BFikern
Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren // Sind Schlüssel aller Kreaturen, // Wenn die so singen, oder küssen // Mehr als die Tiefgelehrten wissen // Wenn sich die Welt ins freie Leben, // Und in die Welt wird zurückbegeben, // Wenn dann sich wieder Licht und Schatten // Zu echter Klarheit wieder gatten // Und man in Märchen und Gedichten // Erkennt die wahren Weltgeschichten, // Dann fliegt vor Einem geheimen Wort // Das ganze verkehrte Wesen fort.
Quelle
Heinrich von Ofterdingenʼʼ https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/novalis_ofterdingen_1802/?hl=Kapitel;p=400
Wo gehen wir denn hin? Immer nach Hause.
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Heinrich von Ofterdingenʼʼ https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/novalis_ofterdingen_1802/?hl=nach&p=369
Alle Wissenschaften sollen Mathematik werden. Die bisherige Mathematik ist nur die erste und leichteste Äußerung oder Offenbarung des wahrhaft wissenschaftlichen Geistes.
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Mathematisches Heft
Das Zahlensystem ist Muster eines ächten Sprachzeichensystems - Unsre Buchstaben sollen Zahlen, unsre Sprache Arithmetik werden.
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Mathematisches Heft
Der Grund aller Verkehrtheit in Gesinnungen und Meinungen ist Verwechslung des Zwecks mit dem Mittel.
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Politische Aphorismen
Republik ist das fluidum deferens der Jugend. Wo junge Leute sind, ist Republik.
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Politische Aphorismen
Der Geist führt einen ewigen Selbstbeweis.
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Vermischte Bemerkungen
Der wahre Leser muss der erweiterte Autor sein.
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Vermischte Bemerkungen
Wir sind dem Aufwachen nah, wenn wir träumen, daß wir träumen.
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Vermischte BemerkungenNovalis wurde in Wiederstedt, Deutschland, geboren.
Heinrich von Ofterdingen. Ein nachgelassener Roman. Erste Einzelausgabe, herausgegeben von Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck, Buchhandlung der Realschule, Berlin 1802. Zwei Teile in einem Band. Erster Teil 338 S., zweiter Teil 78 S. Eine der seltensten Erstausgaben der deutschen romantischen Literatur. Von demselben Satz abgezogener Separatdruck der gleichzeitig erschienenen ersten Gesamtausgabe, der lediglich mit einem neuen Titelblatt versehen wurde.
Cover of Heinrich von Ofterdingen
Novalis. Berlin 1802
Bildnachweis
Bildquelle: Novalis_ms.jpg Autor: Wikipedia / Novalis Lizenz: gemeinfrei
Für das Frankfurter Goethehaus erworbenes Novalis-Manuscript, Entwurf zum Romanfragment „Heinrich von Ofterdingen“
Literatur: Goethe-Haus sichert sich Novalis-Handschrift - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/kultur/buecher/literatur-goethe-haus-sichert-sich-novalis-handschrift_aid_705499.html
Bildnachweis
Bildquelle: Novalis_Signature.gif Autor: Wikipedia / Novalis (Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg) (1772-1801) Lizenz: gemeinfrei
Signature of Novalis
Bildnachweis
Bildquelle: Novalis-1.jpg Autor: Wikipedia / Franz Gareis Lizenz: gemeinfrei
zeitgenössisches Gemälde von Novalis (1772-1801), eigentlich Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg, war ein deutscher Schriftsteller der Frühromantik, Philosoph und Bergbauingenieur. Maler unbekannt (?)
Ehemaliges Novalis-Gymnasium in Oberhausen/Schwartzstraße (Aufnahme von 1963). Altbau der heutigen Fasia-Jansen-Gesamtschule-Gesamtschule (Schwartzstraße 87).