Carl Spitteler war ein Schweizer Dichter und Schriftsteller, der am 24. April 1845 geboren wurde und am 29. Dezember 1924 verstarb. Er stammte aus Liestal und wuchs in einer Familie auf, in der sein Vater als Richter und Landschreiber tätig war. Spitteler hatte eine enge Beziehung zu seiner Mutter, während er seinen Vater als autoritär wahrnahm. Nach dem Besuch verschiedener Schulen begann Spitteler auf Wunsch seines Vaters ein Jurastudium, merkte aber bald, dass seine Leidenschaft dem Schreiben galt. Er brach das Studium ab und wanderte durch die Schweiz, bevor er nach einem kurzen Theologiestudium eine Stelle als Hauslehrer in Finnland annahm. Dort knüpfte er Kontakte zu Adelskreisen und verarbeitete seine Erfahrungen später in seinen Erzählungen. Später kehrte Spitteler in die Schweiz zurück und arbeitete als Lehrer und Journalist. Im Jahr 1883 heiratete er Maria Op den Hooff, mit der er zwei Töchter hatte. Eine wichtige Person in seinem Leben war sein Jugendfreund Joseph Victor Widmann, der ihn unterstützte und ihm half, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Durch eine Erbschaft wurde Spitteler finanziell unabhängig und liess sich mit seiner Familie in Luzern nieder, wo er als freier Schriftsteller tätig war. Spitteler erhielt Ehrendoktorwürden von den Universitäten Zürich und Lausanne. Im Jahr 1919 wurde Spitteler mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, insbesondere für sein Werk "Olympischer Frühling". Er wurde auf dem Friedhof Friedental beigesetzt.
Zitate von Carl Spitteler
Alle, die jenseits der Landesgrenze wohnen, sind unsere Nachbarn, und bis auf weiteres liebe Nachbarn; alle, die diesseits wohnen, sind mehr als Nachbarn, nämlich unsere Brüder.
Quelle
Unser Schweizer Standpunkt. Vortrag, gehalten in der neuen Helvet. Gesellschaft, Gruppe Zürich, am 14. Dezember 1914. Rascher, 1915. S. 5
Besser auseinanderfliehn in Einigkeit // Als immerdar beisammen sein mit Zank und Streit.
Olympischer Frühling, V, Zweiter Gesang: Zeus ruft die Götter heim. Zürich: Artemis Verlag, 1945. gutenberg.de
Alle Zitate anzeigen
Die vielen können nichts, der einzige kann alles.
Quelle
Olympischer Frühling, II, Fünfter Gesang: Der dritte Wettkampf: Wagenrennen. Zürich: Artemis Verlag, 1945. gutenberg.de
Eine Nation aber ist die Summe des Geistes sämtlicher ausgezeichneter Männer und Weiber. Wer will sich nun vermessen, diesen Geist polizeilich-pädagogisch zu bevormunden? Und wer in aller Welt soll denn die ungeschminkte nackte Wahrheit erfahren, wenn nicht er? Soll eine ganze Nation mit einem Scheuleder von der Wiege zum Grabe pilgern wie ein Mädchenpensionat hinter einer Gouvernante?
Quelle
Lachende Wahrheiten (1989) Vom sittlichen Standpunkt in der Kritik zitiert nach Gutenberg-DE
Erleichtert von den halben Freunden fährt sichʼs freier.
Quelle
Olympischer Frühling, III, Fünfter Gesang: Apoll der Entdecker. Zürich: Artemis Verlag, 1945. gutenberg.de
Und eine einzige Tugend fordert mein Gemüte // Von jeglichem Geschöpf, die leichteste: die Güte.
Carl Spitteler (1845–1924) Schriftsteller, Dichter, Essayist, Kritiker, Nobelpreis für Literatur, Grab auf dem Friedhof Friedental, Stadt Luzern. Standort: 47°03'37.8"N 8°17'30.2"E, Marie Spitteler-Op den Hooff (1865–1929)
Zu Ehren von Carl Spitteler erhielt Duss 1939 den Wettbewerbs-Auftrag für die Skulptur "Die Liegende" die seit 1940 in Luzern am Carl-Spitteler-Quai aufgestellt ist.
1975 gestaltete Hans Erni (1909–2015) an den Wänden des Atriums ein Mosaik zu Ehren Carl Spitteler (1845–1924). Krematorium, Friedhof Friedental, Luzern