Franz Grillparzer †

Steckbrief von Franz Grillparzer

Name:Franz Grillparzer
Vollständiger
Name:
Franz Seraphicus Grillparzer
Beruf:österreichischer Schriftsteller
Alter:81 Jahre
Geburtsdatum:15. Januar 1791
Geburtsort:Wien, Österreich
Todesdatum:21. Januar 1872
Sterbeort:Wien, Österreich
Sternzeichen:Steinbock
Größe:unbekannt

Franz Grillparzer war ein österreichischer Schriftsteller, der am 15. Jänner 1791 in Wien geboren wurde und am 21. Jänner 1872 ebenda verstarb. Er stammte aus einer Familie, in der sein Vater als Rechtsanwalt tätig war und wuchs in Wien auf, wo er später an der Universität Rechtswissenschaften studierte. Nach seinem Abschluss im Jahr 1811 arbeitete er zunächst als Privatlehrer, bevor er 1813 eine Beamtenlaufbahn in der k. k. Hofkammer begann.
Grillparzers Werdegang fiel in eine Zeit des Umbruchs, geprägt von den Auswirkungen der Französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege. Obwohl er dem Konservatismus nahestand, erkannte er den geistigen Druck unter der Herrschaft Franz’ I. Er hatte auch Begegnungen mit Ludwig van Beethoven und verfasste für ihn das Opernlibretto "Melusina", das jedoch nie vertont wurde. Außerdem schrieb Grillparzer die Trauerrede für Beethoven im Jahr 1827.
Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit beschäftigte sich Grillparzer intensiv mit Musik und verfasste zahlreiche Aufzeichnungen zu einer eigenen Musikästhetik. Er komponierte auch selbst und versuchte, das Wesen des Dichterischen über die Musik zu definieren. Seine Werke spiegeln oft die Zerrissenheit zwischen leidenschaftlicher Fantasie und Wirklichkeitsscheu wider. Grillparzer litt unter dem Regime Metternichs, fürchtete aber gleichzeitig die Revolution.
Seine frühen Werke waren von der Romantik beeinflusst, doch er entwickelte rasch seinen eigenen Stil. Zu seinen bekanntesten Dramen zählen "Die Ahnfrau", "Sappho" und die Trilogie "Das Goldene Vlies". Obwohl Grillparzer einige Erfolge feierte, stieß er auch auf Kritik, insbesondere aufgrund seiner österreichisch geprägten Sprache. Trotz seiner Erfolge und Anerkennung blieb Franz Grillparzer unverheiratet und haderte zeitlebens mit seinen Lebensumständen.
Erst nach 1848 erlangten Grillparzers Werke wieder größere Aufmerksamkeit. Er erhielt zahlreiche Ehrungen, darunter die Mitgliedschaft in der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften und die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt Wien. Franz Grillparzer starb im Alter von 81 Jahren in Wien und wurde dort beigesetzt.

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Zitate von Franz Grillparzer

Es schmähe nicht den Ruhm, wer ihn besitzt, // Er ist kein leer-bedeutungsloser Schall, // Mit Götterkraft erfüllet sein Berühren!

Quelle

Sappho I, 5 (Sappho). Wien: Wallishausser, 1819. [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-buch?apm=0&aid=241&teil=0303&seite=00000024&zoom=4 S. 24]
Ach die Gewohnheit ist // Ein lästiges Ding, selbst an Verhaßtes fesselt sie!

Quelle

Sappho IV, 3 (Sappho). Wien: Wallishausser, 1819. [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-buch?apm=0&aid=241&teil=0303&seite=00000080&zoom=2 S. 80]
Das Recht auf Antwort nur gibt Recht zur Frage.

Quelle

Libussa IV (Primislaus). Sämtliche Werke 6. Band, Stuttgart: Cotta, 1872, S. 225

Alle Zitate anzeigen

Die Lust hat ihren Tag, so wie die Sonne, doch auch wie jene einen Abend: Reue.

Quelle

Des Meeres und der Liebe Wellen I (Priester). Oxford: Basil Blackwell, 1947, S. 22
Dʼrum ist der Oesterreicher froh und frank, // Trägt seinen Fehl, trägt offen seine Freuden, // Beneidet nicht, läßt lieber sich beneiden! // Und was er thut, ist frohen Muths gethan. // ʼS ist möglich, daß in Sachsen und beim Rhein // Es Leute gibt, die mehr in Büchern lasen; // Allein, was Noth thut und was Gott gefällt, // Der klare Blick, der offne, richtʼge Sinn, // Da tritt der Oesterreicher hin vor Jeden, // Denkt sich sein Theil, und läßt die Andern reden!

Quelle

König Ottokarʼs Glück und Ende, III (Horneck). Wien, 1825. S. 112f.
Für das Geliebte leiden ist so süß.

Quelle

Sappho IV, 2 (Sappho). Wien: Wallishausser, 1819. [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-buch?apm=0&aid=241&teil=0303&seite=00000075&zoom=2 S. 75]
Ist doch der Glaube nur das Gefühl der Eintracht mit dir selbst.

Quelle

Ein Bruderzwist in Habsburg III (Kaiser Rudolf). Sämtliche Werke 7. Band, Stuttgart: Cotta, 1872, S. 96
Trauernde sind übʼrall sich verwandt.

Quelle

Sappho II, 4 (Phaon). Wien: Wallishausser, 1819. [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-buch?apm=0&aid=241&teil=0303&seite=00000034&zoom=2 S. 34]
Von allen Worten, die die Sprache nennt, // Ist keinʼs mir so verhaßt als das von Recht. // [...] Und Recht ist nur der ausgeschmückte Name // Für alles Unrecht, das die Erde hegt.

Quelle

Libussa II (Libussa). Stuttgart: Cotta, 1872. [http://www.literature.at/webinterface/library/ALO-BOOK_V01?objid=12080&page=68&zoom=3&ocr= S. 70f]
Wenn das Unglück dem Verbrechen folgt, folgt öfter das Verbrechen noch dem Unglück!

Quelle

Das goldene Vließ - Medea IV (Medea). Sämtliche Werke. Band 1, München [1960–1965], S. 947 [http://www.zeno.org/Literatur/M/Grillparzer,+Franz/Dramen/Das+goldene+Vlies/Medea/4.+Akt zeno.org]
Wie könnte ich an Deiner innig bewußt bin!

Quelle

Melusina. Romantische Oper in drei Aufzügen. II. Aufzug (Melusina). Wien: Wallishausser, 1833. S. 30. [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-buch?apm=0&aid=242&teil=0303&seite=00000030&zoom=2 ANNO]
Als Deutscher ward ich geboren, bin ich noch Einer? Nur was ich Deutsches geschrieben, nimmt mir Keiner.

Quelle

zur Auflösung des Deutschen Bundes und Gründung des Norddeutschen Bundes ohne Österreich. 1867 auf eine Portraitfotografie für das Album einer deutschen Fürstin. Gedichte - In der neuen Aera. Sämtliche Werke, 1. Band, Stuttgart: Cotta, 1878, S. 164
Auf die Masse soll und muss jeder Dichter wirken, mit der Masse nicht.

Quelle

Ästhetische Studien. Sämtliche Werke 9. Band, Stuttgart: Cotta, 1879, S. 262
Die aktiven Faktoren der Menschennatur sind die Neigungen und Leidenschaften; ihr Übermaß zu hemmen, ist die Aufgabe des Sittlichen. Letzteres ist daher negativ und kann als solches nicht der Zweck des Menschen sein.

Quelle

Aphorismen, 1833. Sämtliche Werke 12. Band, Stuttgart: Cotta, 1887, S. 264
Eifersucht ist eine Leidenschaft, // Die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.

Quelle

Epigramme 1830. Aus: Sämtliche Werke. Band 1, München [1960–1965], [http://www.zeno.org/Literatur/M/Grillparzer,+Franz/Gedichte/Epigramme/1830/%5BEifersucht+ist+eine+Leidenschaft%5D S. 398]ʼʼ
Gescheit gedacht und dumm gehandelt, // so bin ich meine Tage durchs Leben gewandelt.

Quelle

Epigramme 1863: Biographisch. Aus: Sämtliche Werke. Band 1, München [1960–1965], [http://www.zeno.org/Literatur/M/Grillparzer,+Franz/Gedichte/Epigramme/1863/Biographisch S. 570]
Man hat als einen Einwurf gegen den Grundsatz der Gleichheit angeführt: die Natur selbst, indem sie die Menschen mit verschiedenen Gaben ausstattet, sei die erste Quelle der Ungleichheit. Gewiß! Aber eben weil es die Natur schon von selbst thut, laßt die Natur nur machen und spart eure Gesetze!

Quelle

Aphorismen. Sämtliche Werke 12. Band, Stuttgart: Cotta, 1887, S. 273
Nichts ist gefährlicher als die Zerstreuung.

Quelle

Selbstbiographie. [http://www.zeno.org/Literatur/M/Grillparzer,+Franz/Autobiographisches/Selbstbiographie zeno.org]
(Also) Nur die Künstler verderben die Kunst.

Quelle

Ästhetische Studien - Die Kunstverderber, [http://www.archive.org/stream/methodedermusikg00adle
Was man von der Schönheit des Bosporus gesagt hat, ist, mit Einschluß der Uebertreibung, buchstäblich wahr, denn die Uebertreibung ist der Erhebung natürlich. [...] Die Welt hat vielleicht nichts, was sich damit als Ganzes vergleichen läßt.

Quelle

Tagebücher: Der Bosporus und seine Ufer, 12. September. Hrsg. von Heinrich Laube. Stuttgart: Cotta, 1884. S. 105.
Was wird nun aus unserem tschechisch-magyarischen Vaterland?

Quelle

nach dem Preußischen Sieg im Deutschen Krieg in einem Brief (249.) an Joseph Pollhammer vom 26. Oktober 1866. Briefe und Tagebücher 1. Band, Stuttgart: Cotta 1893, S. 275
Wir sind gegen keine Fehler an anderen intoleranter, als welche die Karikatur unserer eigenen sind.

Quelle

Aphorismen, 1819. Sämtliche Werke 12. Band, Stuttgart: Cotta, 1887, S. 275
Das Heidentum hielt den am höchsten, der die meisten Vorzüge, das Christentum den, der die wenigsten Fehler hat.

Quelle

Studien zur Philosophie und Religion
Der Zweifel zeugt den Zweifel an sich selbst.

Quelle

Ein Bruderzwist in Habsburg III (Rudolf)
Moral ist ein Maulkorb für den Willen, Logik ein Steigriemen für den Geist.

Quelle

Aphorismen
Franz Grillparzer wurde in Wien, Österreich, geboren.

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Fakten über Franz Grillparzer

  • Wodurch ist Franz Grillparzer bekannt?

    Franz Grillparzer war ein 🙋‍♂️ österreichischer Schriftsteller

  • Wie alt wurde Franz Grillparzer?

    Franz Grillparzer erreichte ein Alter von ⌛ 81 Jahren.

  • Wann hat Franz Grillparzer Geburtstag?

    Franz Grillparzer wurde an einem Samstag am ⭐ 15. Januar 1791 geboren.

  • Wo wurde Franz Grillparzer geboren?

    Franz Grillparzer wurde in 🚩 Wien, Österreich, geboren.

  • In welchem Sternzeichen wurde Franz Grillparzer geboren?

    Franz Grillparzer wurde im westlichen Sternzeichen Steinbock geboren.

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