Arthur Schopenhauer war ein deutscher Philosoph, der am 22. Februar 1788 in Danzig geboren wurde und am 21. September 1860 in Frankfurt am Main verstarb. Seine Philosophie umfasste Erkenntnistheorie, Metaphysik, Ethik und Ästhetik. Er sah sich selbst als Kants Schüler und wurde von Platon und indischen Philosophien inspiriert. Schopenhauer entwickelte eine eigene Form des subjektiven Idealismus und glaubte, dass der Welt ein irrationales Prinzip zugrunde liegt. Seine Vorfahren stammten aus dem Danziger Werder. Sein Vater war Kaufmann und zog 1793 mit der Familie nach Hamburg, weil er die preußische Herrschaft ablehnte. In Hamburg wuchs Schopenhauer auf und begann eine Ausbildung zum Kaufmann, wie es die Familientradition vorsah. Er bat seinen Vater, ein Gymnasium besuchen zu dürfen, aber stattdessen reisten sie gemeinsam durch Europa. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1805, der vermutlich Suizid beging, brach Schopenhauer seine Lehre ab und wandte sich der Philosophie zu. Er studierte in Göttingen und Jena, wo er 1813 promovierte. Durch seine Mutter, die einen literarischen Salon in Weimar führte, lernte er Goethe kennen. Schopenhauer entwickelte eine eigene Farbenlehre, die Goethes Unterstützung fand, doch ihre Beziehung kühlte sich ab, als er begann, eigene Thesen zu vertreten. 1819 veröffentlichte er sein Hauptwerk "Die Welt als Wille und Vorstellung", das aber zunächst keinen Erfolg hatte. Es kam zu Auseinandersetzungen mit seinem Verleger, da Schopenhauer auf der Bewahrung seiner sprachlichen Eigenheiten bestand. Er reiste nach Italien, bewarb sich um eine Dozentur in Berlin und lehrte dort ab 1820, zeitgleich mit Hegel, dessen Vorlesungen jedoch beliebter waren. Nach einem Streit mit Hegel verließ Schopenhauer die Universität und setzte seine Reise nach Italien fort. In den folgenden Jahren hatte er eine Beziehung mit einer Opernsängerin und geriet in eine juristische Auseinandersetzung mit einer Näherin. 1831 floh er vor der Cholera nach Frankfurt am Main, wo er sich endgültig niederließ. In Frankfurt veröffentlichte Schopenhauer weitere Werke, darunter "Ueber den Willen in der Natur" und "Die beiden Grundprobleme der Ethik". Er wurde von der Königlich Norwegischen Societät der Wissenschaften für seine Arbeit über die Freiheit des menschlichen Willens ausgezeichnet. Julius Frauenstädt wurde zu seinem wichtigsten Anhänger. Im Alter von 55 Jahren bezog Schopenhauer eine eigene Wohnung am Mainufer. 1844 erschien die zweite, erweiterte Auflage von "Die Welt als Wille und Vorstellung". Schopenhauer lehnte die ihm angetragene Mitgliedschaft in der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Berlin ab. 1859 rettete er einen Jungen vor dem Ertrinken. Er starb am 21. September 1860 in Frankfurt am Main an einer Lungenentzündung. Erst nach seinem Tod wurde seine Schrift "Eristische Dialektik" veröffentlicht. Arthur Schopenhauer war ein Philosoph mit einer pessimistischen Weltsicht.
Aber die Sprache um ein Wort ärmer machen heißt das Denken der Nation um einen Begriff ärmer machen.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Zweiter Band, Zum ersten Buch, zweite Hälfte, Kapitel 12
Alle Befreiung, oder was man gemeinhin Glück nennt, ist eigentlich und wesentlich immer nur negativ und durchaus nie positiv.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Viertes Buch, § 58
Alles im Leben giebt kund, daß das irdische Glück bestimmt ist, vereitelt oder als eine Illusion erkannt zu werden.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Zweiter Band, Kapitel 46
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Alles Urdenken geschieht in Bildern: darum ist die Phantasie ein so nothwendiges Werkzeug desselben, und werden phantasielose Köpfe nie etwas Großes leisten, - es sei denn in der Mathematik.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Zweiter Band, Zum ersten Buch, zweite Hälfte, Kapitel 7
Aus jeder Seite von Hegels, Herbarts und Schleiermachers sämtlichen philosophischen Werken zusammengenommen.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Zweiter Band, Zum vierten Buch, Kapitel 46
Bei keiner Sache hat man so sehr den Kern von der Schaale zu unterscheiden, wie beim Christentum.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Zweiter Band, Zum vierten Buch, Kapitel 48
Das Leben, mit seinen stündlichen, täglichen, wöchentlichen und jährlichen, kleinen, größern und großen Widerwärtigkeiten, mit seinen getäuschten Hoffnungen und seinen alle Berechnung vereitelnden Unfällen, trägt so deutlich das Gepräge von etwas, das uns verleidet werden soll, daß es schwer zu begreifen ist, wie man dies hat verkennen können und sich überreden lassen, es sei da, um dankbar genossen zu werden, und der Mensch, um glücklich zu seyn.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Zweiter Band, Kapitel 46
Das Talent gleicht dem Schützen, der ein Ziel trifft, welches die Uebrigen nicht erreichen können; das Genie dem, der eines trifft, bis zu welchem sie nicht ein Mal zu sehn vermögen...
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Zweiter Band, Ergänzungen zum dritten Buch, Kapitel 31. Vom Genieʼʼ [http://www.zeno.org/nid/20009266844 zeno.org]
Denn, ich wiederhole es, alle Tugend, die irgendwie eines Lohnes wegen geübt wird, beruht auf klugen, methodischen, weitsehenden Egoismus.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Band 1, Anhang
Der heimliche Prosaiker hingegen sucht zum Gedanken den Reim; der Pfuscher zum Reim den Gedanken.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Zweiter Band, Zum dritten Buch, Kapitel 37
Der Lebenslauf des Menschen besteht darin, dass er, von der Hoffnung genarrt, dem Tod in die Arme tanzt.
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Die Welt als Wille und Vorstellung
Die Welt ist meine Vorstellung.
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Die Welt als Wille und Vorstellung. Erstes Buch, § 1. [http://www.zeno.org/nid/20009266828 zeno.org]
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich Denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr Alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß seyn darf.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Erster Band, Vorrede zur zweiten Auflage
Eine Allegorie ist ein Kunstwerk, welches etwas Anderes bedeutet, als es darstellt.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Drittes Buch, § 50
Eine gefasste Bestätigende, und macht uns blind für alles ihr Widersprechende.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Zweiter Band, Zum zweiten Buch, Kapitel 19
Er Kant hat aus der Philosophie den Theismus eliminiert, da in ihr, als einer Wissenschaft, und nicht Glaubenslehre, nur Das eine Stelle finden kann, was entweder empirisch gegeben, oder durch haltbare Beweise festgestellt ist.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Band 1, Anhang
In jedem Mikrokosmos liegt der ganze Makrokosmos, und dieser enthält nichts mehr als jener.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Zweiter Band, Zum dritten Buch, Kapitel 38
Man betrachte z.B. den Kriegen und den ausgedehntesten Eroberungen zu begeistern. Wir finden in ihm die traurigste und ärmlichste Gestalt des Theismus. Viel mag durch die Uebersetzungen verloren gehen; aber ich habe keinen einzigen werthvollen Gedanken darin entdecken können.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Zweiter Band, Zum ersten Buch, zweite Hälfte, [http://www.zeno.org/nid/20009267115 Kapitel 17 zeno.org]
Religionen sind dem Volke notwendig, und sind ihm eine unschätzbare Wohltat. Wenn sie jedoch den Fortschritten der Menschheit in der Erkenntnis der Wahrheit sich entgegenstellen wollen; so müssen sie mit möglichster Schonung bei Seite geschoben werden.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Zweiter Band, Ergänzungen zum ersten Buch, Zweite Hälfte, 17. Über das metaphysische Bedürfnis des Menschen, s. 64500;1425.
Was dem Herzen widerstrebt, läßt der Kopf nicht ein.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Zweiter Band, Zum zweiten Buch, Kapitel 19
Zur Logik verhält sich die Grammatik wie das Kleid zum Leibe.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Band 1, Anhang
Zur Philosophie verhält sich die Poesie, wie die Erfahrung sich zur empirischen Wissenschaft verhält.
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Die Welt als Wille und Vorstellung, Zweiter Band, Zum dritten Buch, Kapitel 37
Ein unpersönlicher Gott ist gar kein Gott, sondern bloß ein missbrauchtes Wort, ein Unbegriff, eine ʼʼcontradictio in adjectoʼʼ, ein Schiboleth für Philosophieprofessoren, welche, nachdem sie die Sache haben aufgeben müssen, mit dem Worte durchzuschleichen bemüht sind.
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Parerga und Paralipomena I, Fragmente zur Geschichte der Philosophie, § 13 Noch einige Erläuterungen zur Kantischen Philosophie
Es gibt keine andere Offenbarung als die Gedanken der Weisen.
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Parerga und Paralipomena
Es gibt nur eine Heilkraft, und das ist die Natur; in Salben und Pillen steckt keine. Höchstens können sie der Heilkraft der Natur einen Wink geben, wo etwas für sie zu tun ist.
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Neue Paralipomena
Der Arzt sieht den Menschen in seiner ganzen Schwäche, der Advokat in seiner ganzen Schlechtigkeit und der Priester in seiner ganzen Dummheit.
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Parerga und Paralipomena, Psychologische Bemerkungen, 357
Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.
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Parerga und Paralipomena, Erster Band, Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel IV: Von dem was einer vorstellt.ʼʼ pp. 342 [https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10927137_00352.html?contextType=scan]
Was nun andererseits die Menschen gesellig macht ist ihre Unfähigkeit, die Einsamkeit, und in dieser sich selbst, zu ertragen.
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Parerga und Paralipomena, Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel 5, Punkt 9
Dem intellektuell hochstehenden Menschen gewährt nämlich die Einsamkeit einen zweifachen Vortheil: erstlich den, mit sich selber zu seyn, und zweitens den, nicht mit Anderen zu seyn.
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Parerga und Paralipomena, Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel 5, Punkt 9, [http://books.google.de/books?id=_nERAAAAYAAJ&pg=PA404 books.google.de]
Zorn oder Haß in Worten, oder Mienen blicken zu lassen ist unnütz, ist gefährlich, ist unklug, ist lächerlich, ist gemein.
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Parerga und Paralipomena, Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel 5, Punkt 45
Was aber die Leute gemeiniglich das Schicksal nennen sind meistens nur ihre eigenen dummen Streiche.
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Parerga und Paralipomena, Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel 5, Punkt 52, [http://books.google.de/books?id=_nERAAAAYAAJ&pg=PA446 books.google.de]
Alles wirkliche Dichten und Denken nämlich ist gewissermaaßen ein Versuch, den kleinen Leuten einen großen Kopf aufzusetzen: kein Wunder, daß er nicht gleich gelingt.
Quelle
Parerga und Paralipomena, Zweiter Band, F. A. Brockhaus, Leipzig 1874, Kapitel 3, § 49, S.66,
Ach, es ist doch ein saures Stück Brod, das Philosophieprofessorenbrod!
Quelle
Parerga und Paralipomena, Zweiter Band, F. A. Brockhaus, Leipzig 1874, Kapitel 5, § 69, S.104,
Jede menschliche Vollkommenheit ist einem Fehler verwandt, in welchen überzugehen sie droht; jedoch auch umgekehrt, jeder Fehler, einer Vollkommenheit.
Quelle
Parerga und Paralipomena, Zweiter Band, F. A. Brockhaus, Leipzig 1874, Kapitel 8 Zur Ethik, § 114, S.224,
Denn die Moral mittels des Theismus stützen, heißt sie auf Egoismus zurückführen; obgleich die Engländer, wie auch bei uns die untersten Klassen der Gesellschaft, gar nicht die Möglichkeit einer anderen Begründung absehen.
Quelle
Parerga und Paralipomena, Zweiter Band, F. A. Brockhaus, Leipzig 1874, Kapitel 8 Zur Ethik, § 116, S.234,
Denn bei mir findet, in England, der rothe Rock mehr Glauben, als der schwarze, und Alles, was daselbst zu Gunsten der Kirche, dieser so reichen und bequemen Versorgungsanstalt der mittellosen jüngern Söhne der gesammten Aristokratie, gesagt wird, ist mir eo ipso verdächtig.
Quelle
Parerga und Paralipomena, Zweiter Band, F. A. Brockhaus, Leipzig 1874, Kapitel 8 Zur Ethik, § 116, S.239, Fußnote,
Ein eigenthümlicher Fehler der Deutschen ist, daß sie, was vor ihren Füßen liegt, in den Wolken suchen.
Quelle
Parerga und Paralipomena, Zweiter Band, F. A. Brockhaus, Leipzig 1874, Kapitel 9 Zur Rechtslehre und Politik, § 121, S.256,
Wird nämlich das Unrecht von Einer Seite herausgeworfen, so schleicht es sich von der andern wieder herein; weil eben die Unrechtlichkeit tief im menschlichen Wesen liegt.
Quelle
Parerga und Paralipomena, Zweiter Band, F. A. Brockhaus, Leipzig 1874, Kapitel 9 Zur Rechtslehre und Politik, § 128, S.267,
Aber so ein Gott Jehova, der animi causa und de gaieté de coeur diese Welt der Noth und des Jammers hervorbringt und dann noch gar sich selber Beifall klatscht, mit πάντα καλά λίαν, - Das ist nicht zu ertragen.
Quelle
Parerga und Paralipomena, Zweiter Band, F. A. Brockhaus, Leipzig 1874, Kapitel 12 Nachträge zur Lehre vom Leiden der Welt Zur Rechtslehre und Politik, § 157, S.322,
Alles, was im Christentum Wahres findet, findet sich auch im Brahmanismus und Buddhismus.
Quelle
Parerga und Paralipomena II, Kapitel 15, § 179
Man möchte wahrlich sagen: die Menschen sind die Teufel der Erde, und die Tiere die geplagten Seelen.
Quelle
Parerga und Paralipomena II, Kapitel 15, Ueber Religion. § 179: Ueber das Christentumʼʼ https://books.google.de/books?id=EZXPecvrM9sC&&pg=PA55
Der Grundunterschied der Religionen liegt darin, ob sie Optimismus oder Pessimismus sind; keineswegs darin, ob Monotheismus, Polytheismus, Trimurti, Dreieinigkeit, Pantheismus, oder Atheismus (wie der Buddhismus).
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Parerga und Paralipomena II, Kapitel 15, § 181
Das Christentum ist eine Allegorie, die einen wahren Gedanken abbildet; aber nicht ist die Allegorie an sich selbst das Wahre.
Quelle
Parerga und Paralipomena II, Kapitel 15, § 181
Entweder glauben oder philosophiren! was man erwählt sei man ganz.
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Parerga und Paralipomena II, Kapitel 15, § 181
Die Fabel von der ʼʼPandoraʼʼ ist mir von jeher nicht klar gewesen, ja, ungereimt und verkehrt vorgekommen.
Quelle
Parerga und Paralipomena II, Kapitel 18, § 200
Unter den Dichtern unserer Zeit ist ʼʼGötheʼʼ der objektivste, ʼʼBryonʼʼ der subjektivste.
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Parerga und Paralipomena II, Kapitel 19, § 230
Die Barberei kommt wieder, trotz Eisenbahnen, elektrischen Drähten und Luftballons.
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Parerga und Paralipomena II, Kapitel 21, § 256
Lesen heißt mit einem fremden Kopfe, statt des eigenen, denken.
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Parerga und Paralipomena, Zweiter Band, F. A. Brockhaus, Leipzig 1874, Kapitel 22 Selbstdenken, § 267, S.529,
Wann wir lesen, denkt ein Anderer für uns: wir wiederholen bloß seinen mentalen Proceß. […] Daher kommt es, daß wer sehr viel und fast den ganzen Tag liest, dazwischen aber sich in gedankenlosem Zeitvertreibe erholt, die Fähigkeit, selbst zu denken, allmälig verliert, - wie Einer der immer reitet, zuletzt das Gehen verlernt. Solches aber ist der Fall sehr vieler Gelehrten: sie haben sich dumm gelesen.
Quelle
Parerga und Paralipomena II, Zweiter Band, F. A. Brockhaus, Leipzig 1874, Kapitel 24 Ueber Lesen und Bücher, § 299, S.587,
Unwissenheit degradirt den Menschen erst dann, wann sie in Gesellschaft des Reichthums angetroffen wird.
Quelle
Parerga und Paralipomena II, Kapitel 24, § 290
Die Konsonanten sind das Skelett und die Vokale das Fleisch der Wörter.
Quelle
Parerga und Paralipomena II, Kapitel 25, § 313 ʼʼ
Hoffnung ist die Verwechselung des Wunsches einer Begebenheit mit ihrer Wahrscheinlichkeit.
Quelle
Parerga und Paralipomena II, Kapitel 26, § 324
Aller Eigensinn beruht darauf, daß der Wille sich an die Stelle der Erkenntniß gedrängt hat.
Quelle
Parerga und Paralipomena II, Kapitel 26, § 332 ʼʼ
Es gibt keine Absurdität, die so handgreiflich wäre, daß man sie nicht allen Menschen fest in den Kopf setzen könnte, wenn man nur schon vor ihrem sechsten Jahre, anfienge, sie ihnen einzuprägen, indem man unablässig und mit feierlichstem Ernst sie ihnen vorsagte.
Quelle
Parerga und Paralipomena II, Kapitel 26, § 344
Aber, im Ganzen genommen, liegt, wie längst gesagt ist, die Welt im Argen: die Wilden fressen einander und die Zahmen betrügen einander, und Das nennet man den Lauf der Welt.
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Aphorismen zur Lebensweisheitʼʼ - ʼʼParänesen und Maximenʼʼ <!--ʼʼParerga und...ʼʼ, Zürich 1988. Band V, S.447-->
Alle Dinge sind herrlich zu SEHN, aber schrecklich zu SEYN.
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Aphorismen zur Lebensweisheitʼʼ - ʼʼVom Unterschiede der Lebensalterʼʼ <!--ʼʼParerga und...ʼʼ, Zürich 1988. Band V, S.469-->
Das verdaut.
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Aphorismen zur Lebensweisheit
Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen.
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Aphorismen zur Lebensweisheit, Insel Verlag, Frankfurt/M., Leipzig, 1976, S. 198
Die Freunde nennen sich aufrichtig; die Feinde sind es: daher man ihren Tadel zur Selbsterkenntnis benutzen sollte, als eine bittre Arznei
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Aphorismen zur Lebensweisheit, Insel Verlag, Frankfurt/M., Leipzig, 1976, S. 187ʼʼ
Die Erinnerung wirkt wie das Sammlungsglas in der Camera obscura: Sie zieht alles zusammen und bringt dadurch ein viel schöneres Bild hervor, als sein Original ist.
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Aphorismen zur Lebensweisheit
Die Gegenwart eines Gedankens ist wie die Gegenwart einer Geliebten.
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Aphorismen zur Lebensweisheit
Durch nichts entziehen wir uns so sehr dem Zwange von außen wie durch Selbstzwang.
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Aphorismen zur Lebensweisheit (Zitat nach Seneca)
Für sein Tun und Lassen kann man keinen anderen zum Muster nehmen.
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Aphorismen zur Lebensweisheit
Gerade in Kleinigkeiten, als bei welchen der Mensch sich nicht zusammennimmt, zeigt er seinen Charakter.
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Aphorismen zur Lebensweisheit
Im allgemeinen freilich haben die Weisen aller Zeiten immer dasselbe gesagt, und die Toren, d.h. die unermessliche Majorität aller Zeiten, haben immer dasselbe, nämlich das Gegenteil getan; und so wird es denn auch ferner bleiben.
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Aphorismen zur Lebensweisheit
Ja, es sei herausgesagt: so eng auch Freundschaft, Liebe und Ehe Menschen verbinden; ganz ehrlich meint jeder es am Ende doch nur mit sich selbst und höchstens noch mit seinem Kinde. - Je weniger einer, in Folge objektiver oder subjektiver Bedingungen, nötig hat, mit den Menschen in Berührung zu kommen, desto besser ist er daran.
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Aphorismen zur Lebensweisheit
Jede Nation spottet über die andere, und alle haben Recht.
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Aphorismen zur Lebensweisheit. [http://books.google.de/books?id=_nERAAAAYAAJ&pg=PA343&dq=spottet Kapitel IV: Von Dem, was Einer vorstellt.]
Jeder steckt in seinem Bewusstsein wie in seiner Haut und lebt unmittelbar nur in demselben.
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Aphorismen zur Lebensweisheit
Meistens belehrt uns erst der Verlust über den Wert der Dinge.
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Aphorismen zur Lebensweisheit
Vergeben und Vergessen heißt gemachte kostbare Erfahrungen zum Fenster hinauswerfen.
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Aphorismen zur Lebensweisheitʼʼ Kapitel V ʼʼParänesen und Maximenʼʼ [https://books.google.de/books?id=zzxfLmcgDI0C&pg=PA482 books.google S. 482] im zweiten Absatz, https://www.projekt-gutenberg.org/schopenh/aphorism/chap007.html
Was nun andrerseits die gesellig macht, ist ihre Unfähigkeit, die Einsamkeit und in dieser sich selbst zu ertragen.
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Aphorismen zur Lebensweisheit
Zu unserer Besserung bedürfen wir eines Spiegels.
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Aphorismen zur Lebensweisheit
Zum Leitstern seiner Bestrebungen soll man nicht Bilder der Phantasie nehmen, sondern deutlich gedachte Begriffe.
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Aphorismen zur Lebensweisheit
Die Wahrheit kann warten: denn sie hat ein langes Leben vor sich.
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Willen in der Natur, Einleitung
Ehrwürdig ist die Wahrheit; nicht was ihr entgegensteht.
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Willen in der Natur, Vergleichende Anatomie
Genialität ist Objektivität.
Quelle
Willen in der Natur, Pflanzen-Physiologie
Da ergiebt sich, daß Moral-Predigen leicht, Moral-Begründen schwer ist.
Quelle
Willen in der Natur, Hinweisung auf die Ethik
Die Willensfreiheit bedeutet, genau betrachtet, eine ʼʼExistentiaʼʼ ohne ʼʼEssentiaʼʼ, welches heißt, daß etwas ʼʼseiʼʼ und dabei doch ʼʼnichts seiʼʼ, welches wiederum heißt, ʼʼnicht seiʼʼ also ein Widerspruch ist.
Quelle
Freiheit des Willens, Der Wille vor dem Bewußtseyn anderer Dinge
Sind einem gegebenen Menschen, unter gegebenen Umständen, zwei Handlungen möglich, oder nur ʼʼEineʼʼ? - Antwort aller Tiefdenkenden: Nur Eine.
Quelle
Freiheit des Willens, Der Wille vor dem Bewußtseyn anderer Dinge
Die Ethik ist in Wahrheit die leichteste aller Wissenschaften.
Quelle
Grundlagen der Moral, §18, Tugend der Menschenliebe
Die vermeinte Rechtlosigkeit der Thiere, der Wahn, daß unser Handeln gegen sie ohne moralische Bedeutung sei, oder, wie es in der Sprache jener Moral heißt, daß es gegen Thiere keine Pflichten gebe, ist geradezu eine empörende Rohheit und Barberei des Occidents, deren Quelle im Judenthum liegt.
Quelle
Grundlage der Moral, §19, Bestätigung des dargelegten Fundaments der Moral
Mitleid mit den Thieren hängt mit der Güte des Charakters so genau zusammen, daß man zuversichtlich behaupten darf, wer gegen Thiere grausam ist, könne kein guter Mensch seyn.
Quelle
Grundlage der Moral, §19, Bestätigung des dargelegten Fundaments der Moral
Die Haupt- und Grundtriebfeder im Menschen, wie im Thiere, ist der Egoismus, d. h. der Drang zum Daseyn und Wohlseyn.
Quelle
Die beiden Grundprobleme der Ethik, behandelt in zwei akademischen Preisschriften. [...] II. Ueber das Fundament der Moral, nicht gekrönt von der K. Dänischen Societät der Wissenschaften, zu Kopenhagen, den 30. Januar 1840. Hermann, Frankfurt am Main 1841, [https://books.google.de/books?pg=PA199&id=2pkCAAAAcAAJ S. 199 books.google], § 14
Das Leben ist eine mißliche Sache: ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken.
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1811 zu Christoph Martin Wieland
Der leitende Grundsatz der Stilistik sollte sein, dass der Mensch nur einen Gedanken zur Zeit deutlich denken kann; daher ihm nicht zugemutet werden darf, dass er deren mehrere auf einmal denke. Dies aber mutet ihm der zu, welcher solche, als Zwischensätze, in die Lücken einer Hauptperiode schiebt.
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Über Schriftstellerei und Stil
Der Stil ist die Physiognomie des Geistes. Sie ist untrüglicher als die des Leibes. Affektation im Stil ist dem Gesichterschneiden zu vergleichen.
Quelle
Über Schriftstellerei und Stil
Die, welche schwierige, dunkle, verflochtene, zweideutige Reden zusammensetzen, wissen ganz gewiss nicht recht, was sie sagen wollen, sondern haben nur ein dumpfes, nach einem Gedanken erst ringendes Bewusstsein davon; oft aber wollen sie sich selber und anderen verbergen, dass sie eigentlich nichts zu sagen haben.
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Über Schriftstellerei und Stil
Die Tierkreises sind das Familienwappen der Menschheit.
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Zur Philosophie und Wissenschaft der Natur
Ein Denkmal wird die Nachwelt mir errichten.
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Unverschämte Verse
Jede menschliche Vollkommenheit ist einem Fehler verwandt, in welchen überzugehn sie droht.
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Zur Ethik
Ihre [die Universitätsphilosophie] erbärmliche Angst vor meinen Schriften ist Angst vor der Wahrheit.
Quelle
Satz vom Grunde, Viertes Kapitel, §21
Wenn man merkt, daß der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob.
Quelle
Letzter Kunstgriff. In: Eristische Dialektik. Frankfurt a. M.: Insel Verlag, 1995. ISBN 3-458-33358-4. [https://www.projekt-gutenberg.org/schopenh/eristik/erist38.html projekt-gutenberg.org]Arthur Schopenhauer wurde in Danzig, Polen, geboren.
150th day of birth of Arthur Schopenhauer (1788-1860)
Bildnachweis
Bildquelle: DBP_1988_1357_Arthur_Schopenhauer.jpg Autor: Wikipedia / Johann Schäfer (Foto)
und Elisabeth von Janota-Bzowski für die Deutsche Bundespost (Design) Lizenz: gemeinfrei
200th day of birth of Arthur Schopenhauer (1788—1860)
Bildnachweis
Bildquelle: Elisabeth_Ney,um_1859.jpg Autor: Wikipedia / unbekannt, Nachlass Elisabeth Ney Lizenz: gemeinfrei
Diese Fotografie zeigt die noch junge Bildhauerin Elisabeth Ney in ihrem Atelier vor der Büste, die sie im Jahr 1859 von Arthur Schopenhauer schuf.
Bildnachweis
Bildquelle: Filosofi2.jpg Autor: Wikipedia / Raoli Lizenz: gemeinfrei
Compositions of the greatest philosophers. The works included are all under free license.
Cover der Neuedition von A. SchopenhauersI handschriftlichem Nachlass, zweiter Band, Leipzig 1892, S.118 - 182 ISBN 3-926023-79-1
Bildnachweis
Bildquelle: Jahrhundertausstellung_1906_KatNr._0606.jpg Autor: Wikipedia / Angilbert Göbel, geb. 1821 in Frankfurt a. M., gest. 1882 daselbst. Schüler des Staedelschen Instituts. Tätig in Frankfurt a. M. Lizenz: gemeinfrei
"Schopenhauer". Holzschnitt auf gelblichem Bütten. In Blei u.re. signiert "Otto Lange", u.li. bezeichnet "Original Holzschnitt Handdruck".
WVZ Schönjahn H 20 (mit leicht abweichenden Maßangaben). Stock 35,4 x 26 cm, Blatt 57,5 x 42,5 cm
Park rzeźb "Wielcy Gdańszczanie" powstałych podczas XXVII Pleneru Rzeźby z Granitu Kaszubskiego (1-30 września 2008) w skansenie we Wdzydzach Kiszewskich. Prezentowany w Parku Reagana w Gdańsku.
Artur Schopenhauer (rzeźb. Bolesław Marschall)
IdentificatieTitel(s): Portret van Arthur SchopenhauerObjecttype: prent Objectnummer: RP-P-1902-A-22883Opschriften / Merken: verzamelaarsmerk, verso, gestempeld: Lugt 2228 VervaardigingVervaardiger: prentmaker: Rogelio de Egusquiza (eigenhandig gesigneerd) Datering: 1900Materiaal en TechniekMateriaal: papier Techniek: etsenAfmetingen: plaatrand: hoogte 518 mm × breedte 385 mmOnderwerpWat: scholar, philosopher, historical persons Wie: Arthur Schopenhauer Verwerving en rechten:Credit line: Schenking van de heer R. de Egusquiza Verwerving: schenking 1902Copyright: Publiek domein
Brief von Arthur Schopenhauer an Dr. Martin Emden, (Frankfurt a. M., 9. April, Jahr nicht lesbar, wohl um 1850)
"Lieber Herr Doctor Emden! Es lastet auf meinem Gewissen, daß ich Ihnen gesagt habe, ich wäre jeden Abend im Weidenbusch zu finden; wodurch Sie vielleicht bewogen worden sind, dort einzusprechen: während ich, von der Menge der Meßferianten schon seit 8 Tagen von dort vertrieben und in meinen alten Stall, den Englischen Hof, zurückgebracht bin, wo es jetzt, zumal im hinteren Zimmer, hübsch geräumig und still ist: daran ich Sie bitte, sich baldigst zu überzeugen zur herzlichen Freude Ihres aufrichtig ergebenen A. Schopenhauer".
Residential- and commercial building in the "Neuer Wandrahm 92" in Hamburg (Germany) from Arthur Schopenhauer's father, Heinrich Floris Schopenhauer. Residence of Arthur Schopenhauer from 1793 to 1805.
Das Haus Kohlhöfen 87 (heute Hausnummer 29) in der Hamburger Neustadt diente 1805/06 dem Kaufmann Heinrich Floris Schopenhauer und seiner Familie, zu der auch der damals 17-jährige Arthur Schopenhauer und die achtjährige Adele Schopenhauer gehörten, zur Wohnung.
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