Willy Birgel war ein deutscher Schauspieler, der am 19. September 1891 in Köln geboren wurde und am 29. Dezember 1973 in Dübendorf in der Schweiz verstarb. Er war der Sohn eines Goldschmieds, der am Kölner Dom arbeitete, und sollte eigentlich dessen Geschäft übernehmen. Birgel besuchte bis 1907 die Oberrealschule in Köln. Geprägt von der Mystik des Katholizismus und beeindruckt von einem Theaterstück, entschied er sich Schauspieler zu werden. Zunächst besuchte er aber die Kunstgewerbeschulen in Köln und Düsseldorf, da sein Vater dagegen war. Ab 1912 nahm er Schauspielunterricht und absolvierte ein Volontariat am Stadttheater Bonn. Weitere Engagements führten ihn nach Dessau, wieder nach Bonn, sowie nach Köln und Koblenz. Von 1915 bis 1918 diente Birgel im Ersten Weltkrieg und wurde Reserveoffizier. Nach dem Krieg setzte Birgel seine Theaterkarriere in Aachen fort und wechselte 1924 mit Francesco Sioli an das Nationaltheater Mannheim. Dort feierte er große Erfolge in klassischen Rollen. Im Alter von 43 Jahren erhielt Birgel 1934 eine Nebenrolle in einem Film. In der Folge entwickelte er sich zu einem gefeierten Star. Zunächst spielte er eher zwielichtige Charaktere, bevor er ab 1937 als charmanter Grandseigneur entdeckt wurde. Er zog nach Berlin und erhielt seine erste Hauptrolle. Birgel spielte in Unterhaltungsfilmen, aber auch in Propagandafilmen des NS-Regimes mit. Er wurde zum Staatsschauspieler ernannt und in die "Gottbegnadeten-Liste" aufgenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg belegten ihn die Alliierten aufgrund seiner Rollen in NS-Propagandafilmen mit einem zeitweiligen Auftrittsverbot. In den 1950er Jahren war Birgel einer der bekanntesten Filmschauspieler und verkörperte nun gereifte Herren und Vaterfiguren. Nach einem gescheiterten Versuch als Filmregisseur konzentrierte er sich wieder auf das Theaterspiel. In den frühen 1960er Jahren arbeitete Birgel für das Fernsehen. Einen seiner letzten Kinofilme drehte er 1965, in dem er selbstironisch mit seinem Image spielte. Birgel war zweimal verheiratet und starb 1973 an Herzversagen. Birgel wurde in seiner Geburtsstadt Köln beigesetzt.
Willy Birgel wurde in Köln, Deutschland, geboren.
Filme mit Willy Birgel
1934: Ein Mann will nach Deutschland 1934: Fürst Woronzeff 1935: Barcarole 1935: Das Mädchen Johanna 1935: Einer zuviel an Bord 1935: Schwarze Rosen 1936: Schlußakkord 1936: Verräter 1936: Ritt in die Freiheit 1937: Menschen ohne Vaterland 1937: Unternehmen Michael 1937: Fanny Elßler 1937: Zu neuen Ufern 1938: Verklungene Melodie 1938: Geheimzeichen LB 17
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1938: Der Fall Deruga 1938: Der Blaufuchs 1939: Hotel Sacher 1939: Der Gouverneur 1939: Maria Ilona 1939: Kongo-Express 1940: Feinde 1940: Das Herz der Königin 1941: Kameraden 1942: Der dunkle Tag 1942: Diesel 1943: Du gehörst zu mir 1944: Der Majoratsherr 1944: Ich brauche Dich 1944: Musik in Salzburg 1944: /48: Im Tempel der Venus 1945: Die Brüder Noltenius 1947: Zwischen gestern und morgen 1950: Vom Teufel gejagt 1951: Das ewige Spiel 1951: Wenn die Abendglocken läuten 1952: Mein Herz darfst Du nicht fragen 1952: Heidi 1953: Der Kaplan von San Lorenzo 1953: Sterne über Colombo 1954: Die Gefangene des Maharadscha 1954: Konsul Strotthoff 1954: Rittmeister Wronski 1955: Ein Mann vergißt die Liebe 1955: Heidi und Peter 1955: Die Toteninsel 1955: Rosenmontag (auch Regie) 1956: Rosen für Bettina 1956: Johannisnacht 1956: Ein Herz kehrt heim 1956: Zwischen Zeit und Ewigkeit 1956: Die Heilige und ihr Narr 1957: Familie Schölermann (Fernsehserie) 1957: Frauenarzt Dr. Bertram 1958: Liebe kann wie Gift sein 1958: Mädchen mit hübschen Beinen (Le belissime gambe di Sabrina) 1958: Der Priester und das Mädchen 1959: Geliebte Bestie 1959: Arzt aus Leidenschaft 1959: Wenn die Glocken hell erklingen 1961: Frau Cheneys Ende 1962: Romanze in Venedig 1964: Ein Sarg aus Hongkong 1964: Andorra 1966: Agent 505 – Todesfalle Beirut 1966: Schonzeit für Füchse 1967: Der Kreidegarten (Fernsehfilm) 1968: Der Meteor (Fernsehfilm) 1968: Sommersprossen 1969: Die Fee (Fernsehfilm) 1969: Sind wir das nicht alle? (Fernsehfilm) 1971: Professor Sound und die Pille (Fernsehfilm) 1971: Glückspilze (Fernsehfilm)
Titelblatt des Rollentagebuchs des Schauspielers Willy Birgel, mit Eintragungen aus seiner Aachener und Mannheimer Zeit 1919–1929 23,8 x 19 cm
Mein Tagebuch
Name: Willy Birgel
Fach: Schauspieler (Charakter-Liebhaber, Bonvivant u. übertragene Fächer.)
Mitglied der Genossenschaft seit: 1. November 1913
Genossenschaftsnummer: 20075
Bemerkungen: v. 15. Juni 1915 bis zum 23. Dezember 1918: Kriegsteilnehmer an den Fronten: Serbien + Frankreich.
Collection: Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
Bildnachweis
Bildquelle: Willy_Birgel_(1938).jpg Autor: Wikipedia / Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern red.jpg:
derivative work: Hic et nunc Lizenz: gemeinfrei