Theodor Heuss war Vater eines Kindes namens Ernst Ludwig Heuss (* 1910).
Theodor Heuss war ein deutscher Journalist, der am 31. Januar 1884 in Brackenheim geboren wurde und am 12. Dezember 1963 in Stuttgart verstarb. Er wuchs in Heilbronn auf, wo sein Vater als Leiter des Tiefbauamtes arbeitete. Nach dem Abitur studierte er Nationalökonomie und weitere Fächer in München und Berlin und promovierte 1905 mit Auszeichnung über den Weinbau in Heilbronn. Schon früh interessierte sich Heuss für Politik und orientierte sich an Friedrich Naumann, dessen Ideen ihn beeindruckten. Im Hause Naumann lernte er auch seine spätere Frau Elly Knapp kennen, die er 1908 heiratete. Nach dem Studium arbeitete Heuss als politischer Redakteur, zunächst für die Zeitschrift "Die Hilfe" und später als Chefredakteur der "Neckar-Zeitung". Er engagierte sich in verschiedenen linksliberalen Parteien und kandidierte erfolglos für den württembergischen Landtag. Während des Ersten Weltkriegs hatte Heuss eine zwiespältige Haltung, er unterstützte die Verteidigung Deutschlands, distanzierte sich aber von extremem Nationalismus. Nach dem Krieg zog Heuss nach Berlin und arbeitete für den Deutschen Werkbund. Er stand der Novemberrevolution skeptisch gegenüber, bekannte sich aber zur demokratischen Republik. In der Weimarer Republik war Heuss journalistisch tätig, Verbandsfunktionär und Dozent an der Deutschen Hochschule für Politik. Er war Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und von 1924 bis 1928 sowie von 1930 bis 1933 Reichstagsabgeordneter. Angesichts der Bedrohung durch den Nationalsozialismus setzte sich Heuss intensiv mit dieser Ideologie auseinander und veröffentlichte 1932 die Studie "Hitlers Weg". 1933 stimmte er im Reichstag dem Ermächtigungsgesetz zu, was er später als Belastung empfand. Im Laufe des Jahres 1933 verlor Heuss einen Großteil seiner öffentlichen Ämter. Er schrieb weiterhin als Journalist und veröffentlichte Biografien über Friedrich Naumann, Hans Poelzig, Anton Dohrn, Justus von Liebig und Robert Bosch. Heuss hielt Kontakte zu Verfolgten und Regimegegnern und war in oppositionelle Gesprächskreise eingebunden. Nach dem Krieg empfand er die deutsche Niederlage als Befreiung und setzte sich für den demokratischen Wiederaufbau ein. Er war Kultusminister in Württemberg-Baden und später Vorsitzender der FDP. Im Parlamentarischen Rat gestaltete Heuss das Grundgesetz mit. Von 1949 bis 1959 war er erster Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Nach dem Ende seiner Amtszeit zog Heuss sich nach Stuttgart zurück, wo er 1963 verstarb.
Zitate von Theodor Heuss
Der Haß folgt der Trägheit des Herzens; er ist billig und bequem. Die Liebe ist immer ein Wagnis. Aber nur im Wagen wird gewonnen.
Quelle
Mut zur Liebe. Rede auf einer Feierstunde der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Wiesbaden am 7. Dezember 1949. Teilabdruck in: Rundbrief zur Förderung der Freundschaft zwischen dem Alten und dem Neuen Gottesvolk. II. Folge April 1950 Nr. 7 S. 17, 19
Es gibt drei Hügel, von denen das Abendland seinen Ausgang genommen hat: Golgatha, die Akropolis in Athen, das Capitol in Rom. Aus allen ist das Abendland geistig gewirkt, und man darf alle drei, man muss sie als Einheit sehen.
Quelle
Rede am 16. September 1950 zur Einweihung der wieder errichteten Gebäude des Robert-Mayer-Gymnasiums und der Rosenauschule in Heilbronn. In: Reden an die Jugend, R. Wunderlich Tübingen 1956, S. 32 books.google.
Hebel aber blieb lebendig nicht bloß deshalb, weil die Dankbarkeit des alemannischen Volkstums den Mann trägt, die Dankbarkeit dafür, daß er die Heimatsprache sozusagen druckreif gemacht hat, sondern weil in diesem bewußten und begrenzten Provinzialismus der Gedichte ein Weltgefühl umfaßt ist, und weil in diesen mit sehr viel Zeitluft und mit aktuellem Zeitgeschehen angefüllten Anekdoten der Unterton des Bleibenden, des Gültigen, des Ewigen, des Ewig-Menschlichen mitklingt.
Quelle
Johann Peter Hebel. Wiedergabe einer Rede, die auf Einladung des Hebelbundes am 10. Mai 1952 in Lörrach gehalten wurde, Tübingen/Stuttgart 1952. Auch in: Über Johann Peter Hebel, Tübingen, 1964, Seite 12 books.google
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Lohnt es, vor achtzehn Leuten zu reden, wo man eigentlich mit fünfzig bis siebzig hätte rechnen dürfen? Es lohnt. Man darf diejenigen, die gekommen sind, nicht dafür strafen, daß die anderen schwänzten.
Quelle
Erinnerungen 1905-1933, Fischer, Frankfurt am Main, 1965, S. 37
Wohl auch sein Leben, gewiß aber das postume Sein dieses Mannes ist ein großartiges Paradox.
Quelle
über Wilhelm Busch. In: Die großen Deutschen, herausgegeben von von Hermann Heimpel (et al.), Band 5, Berlin, Propyläen-Verlag, 1957; hier zitiert aus: Und die Moral von der Geschicht. Wilhelm Busch. Sämtliche Werke I. Herausgegeben von Rolf Hochhuth. 12. Auflage, München, 2008. ISBN 3570030040. S. 3Theodor Heuss wurde in Brackenheim, Deutschland, geboren.