Henri Bergson war ein französischer Philosoph, der am 18. Oktober 1859 in Paris geboren wurde und am 4. Januar 1941 ebenda verstarb. Er stammte aus einer Familie mit polnisch-jüdischen Wurzeln väterlicherseits und englisch-irischen Wurzeln mütterlicherseits. Seine Kindheit verbrachte Bergson teilweise in London, bevor er im Alter von acht Jahren nach Paris zurückkehrte. Er hatte Geschwister, darunter einen Bruder, der Arzt wurde, und eine Schwester, die sich okkulten Studien widmete. Bergson heiratete später und hatte eine Tochter. Seine schulische Laufbahn begann am Lycée Fontanes in Paris, wo er sich besonders in Mathematik hervortat. Trotz seiner Begabung in diesem Bereich entschied er sich nach dem Abitur für ein Studium der Literatur und Philosophie an der École normale supérieure. Nach seinem Studium wurde er Gymnasialprofessor für Philosophie, zunächst in Angers und später in Clermont-Ferrand. Neben seiner Lehrtätigkeit widmete sich Bergson der wissenschaftlichen Arbeit und veröffentlichte unter anderem eine Edition von Texten des Lukrez. 1889 promovierte Bergson an der Sorbonne mit seiner Schrift "Essai sur les données immédiates de la conscience". Nach seiner Promotion erhielt er eine Anstellung am Lycée Henri IV in Paris. Später veröffentlichte er "Matière et mémoire", in dem er sich mit zeitgenössischer Hirnforschung auseinandersetzte. Ab 1897 lehrte er an der École Normale Supérieure, wo er bald zum Professor ernannt wurde. Im Jahr 1900 erschien sein Essay "Le Rire", der großen Anklang fand. Im selben Jahr wurde Bergson auf einen Lehrstuhl am Collège de France berufen. Bergson erhielt im Jahr 1927 den Nobelpreis für Literatur. Er konnte die Auszeichnung jedoch aufgrund von Krankheit nicht persönlich entgegennehmen. In seinen späteren Jahren, geplagt von rheumatischen Schmerzen, vollendete er sein Werk "Les deux sources de la morale et de la religion". Trotz des zunehmenden Antisemitismus in Frankreich weigerte sich Bergson, zum Katholizismus zu konvertieren und verzichtete demonstrativ auf seine Auszeichnungen. Er starb 1941 an einer Lungenentzündung, die er sich beim Anstehen für den Judenstern zugezogen hatte.
Zitate von Henri Bergson
So ist mein Leib ein Gegenstand, bestimmt, andere Gegenstände zu bewegen, also ein Zentrum von Handlung; er ist nicht imstande eine Vorstellung zu erzeugen.
Quelle
Materie und Gedächtnis. Eine Abhandlung über die Beziehung zwischen Körper und Geist, /4/ www.hjlenger.de, pdf
Von der vorübergleitenden Realität nehmen wir sozusagen Momentbilder auf ( ... ), Wahrnehmung, intellektuelle Auffassung, Sprache, sie alle pflegen so zu verfahren.
Quelle
Schöpferische Entwicklung, Jena 1921; Zitat bei www.a.tu-berlin.de, «Eine Philosophie der Bewegung»Henri Bergson wurde in Paris, Frankreich, geboren.
Telegram from Henri Bergson, president of the International Committee for Intellectual Cooperation to Inazo Nitobe, under-general secretary of the League of Nations and director of the International Bureaux Section, 1924.
Source: http://www.martingrandjean.ch/archives-images-apercus-commission-cooperation-intellectuelle/
Signature of Roger Mauduit on La réclame. Etude de sociologie économique, Paris, Alcan, 1933. This book was offered to Henri Bergson and is now held in the Human and Social Sciences Library Paris Descartes-CNRS