Johann Gottlieb Lessing, Karl Gotthelf Lessing, Gottlob Samuel Lessing
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? – 1781
Eva König Ehefrau
Gotthold Ephraim Lessing war ein deutscher Dichter, der am 22. Januar 1729 in Kamenz geboren wurde und am 15. Februar 1781 verstarb. Er war das dritte Kind und der zweitälteste Sohn des Archidiakons Johann Gottfried Lessing und seiner Frau Justina Salome. Sein Vater, ein Vertreter der lutherischen Orthodoxie, unterrichtete ihn zunächst selbst, bevor Lessing die öffentliche Lateinschule besuchte. Schon früh zeigte sich seine schnelle Auffassungsgabe. 1741 wechselte er mit einem Stipendium an die Fürstenschule St. Afra in Meißen, wo er sich auf alte Sprachen konzentrierte und erste schriftstellerische Versuche unternahm. 1746 begann Lessing ein Theologiestudium an der Universität Leipzig, das er jedoch zugunsten von Poesie und Theater aufgab. Später wechselte er zur Medizin und setzte seine Studien in Wittenberg fort. 1748 zog er nach Berlin, wo er als Rezensent arbeitete und 1750 Voltaire traf. Lessing promovierte 1752 zum Magister der Sieben Freien Künste. Nach seiner Rückkehr nach Berlin 1752 knüpfte er wichtige Kontakte, darunter eine Freundschaft mit Moses Mendelssohn. Eine geplante Bildungsreise 1756 musste er kriegsbedingt abbrechen. Von 1760 bis 1765 arbeitete Lessing als Sekretär in Breslau und war anschließend drei Jahre Dramaturg am Hamburger Nationaltheater, wo sein Stück "Minna von Barnhelm" aufgeführt wurde und er seine spätere Frau Eva König kennenlernte. 1770 trat Lessing die Stelle als Bibliothekar an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel an. Dort heiratete er 1776 Eva König. Tragischerweise verstarben ihr gemeinsamer Sohn Traugott kurz nach der Geburt und Eva Lessing selbst nur einen Monat später an Kindbettfieber. In Wolfenbüttel entstanden bedeutende Werke wie "Emilia Galotti" und "Nathan der Weise". Lessings Gesundheitszustand verschlechterte sich 1779. Er starb am 15. Februar 1781 in Braunschweig an Brustwassersucht. Lessing wurde auf dem Braunschweiger Magnifriedhof beigesetzt, sein Grab wurde 1833 wiederentdeckt.
Zitate von Gotthold Ephraim Lessing
Das Religiöse stehet der weiblichen Bescheidenheit sehr wohl; es gibt der Schönheit ein gewisses edles, gesetztes und schmachtendes Ansehen.
Quelle
Der Freigeist, IV, 3 / Adraft
Ein unverschämter Poete. Kurz, es ist ein Untier, das schon lebendig bei dem Satan in der Hölle brennt, eine Pest der Erde, eine abscheuliche Kreatur, ein Vieh, das dummer ist, als ein Vieh; ein Seelenkannibal, ein Antichrist, ein schreckliches Ungeheuer.
Quelle
Der Freigeist, II, V / Martin
Die beste erschöpft sich, auch sogar eine weibliche.
Quelle
III, 6 / Marinelli S. 72
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Laß dich den Teufel bey Einem Haare fassen; und du bist sein auf ewig?
Quelle
II, 3 / Pirro. S. 38
Noch einen ausgelaufen seyn, ist im Grunde eines.
Quelle
II, 8 / Appiani. S. 56
[...] daß man den Künstler dann erst recht lobt, wenn man über sein Werk sein Lob vergißt.
Quelle
I, 4 / Prinz. S. 12
Thränen.
Quelle
II, 7 / Emilia. S. 54
Still mit dem Aber! Die Aber kosten Überlegung.
Quelle
IV, 3 / Orsina. S. 107
Thu, was du nicht lassen kannst!
Quelle
II, 3 / Angelo. S. 38
Vor allen Dingen, eine Kleinigkeit als eine Kleinigkeit ansehen!
Quelle
I, 6 / Marinelli. S. 27
Was Gewalt heißt, ist nichts: Verführung ist die wahre Gewalt.
Quelle
V, 7 / Emilia. S. 149
Was macht die Kunst? - Prinz, die Kunst geht nach Brodt.
Quelle
I, 2 / Prinz, Conti. S. 5
Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verlieret, der hat keinen zu verlieren.
Quelle
IV, 7 / Orsina. S. 120
Wer über gewisse Dinge seinen Verstand nicht verlieret, der hat keinen zu verlieren!
Quelle
V, 5 / Odoardo. S. 144
Denn nichts ist groß, was nicht wahr ist.
Quelle
Hamburgische Dramaturgie
Der Name Mutter ist süß; aber Frau Mutter ist wahrer Honig mit Zitronensaft.
Quelle
Hamburgische Dramaturgie 20
Die Komödie will durch Lachen bessern, aber nicht eben durch Verlachen.
Quelle
Hamburgische Dramaturgie 29
Die Poesie geht mehr auf das Allgemeine und die Geschichte auf das Besondere.
Quelle
Hamburgische Dramaturgie
Ein Preservatif ist auch eine schätzbare Arzeney; und die ganze Moral hat kein kräftigers, wirksamers, als das Lächerliche.
Quelle
Hamburgische Dramaturgie. 1. Theil. 29. Stück. O. O., 1769. S. 226.
In der Natur ist alles mit allem verbunden, alles durchkreuzt sich, alles wechselt mit allem, alles verändert sich eines in das andere.
Quelle
Hamburgische Dramaturgie
Nicht jeder Kunstrichter ist ein Genie, aber jedes Genie ist ein geborener Kunstrichter.
Quelle
Hamburgische Dramaturgie
Nicht jeder, der den Pinsel in die Hand nimmt und Farben verquistet, ist ein Maler.
Quelle
Hamburgische Dramaturgie 101-104
So wie es selten Komplimente gibt ohne alle Lügen, so findet sich auch selten Grobheiten ohne alle Wahrheit.
Quelle
Hamburgische Dramaturgie
Das Herz redet uns gewaltig gern nach dem Maule. Wenn das Maul eben so geneigt wäre, nach dem Herzen zu reden, so wäre die Mode längst aufgekommen, die Mäuler unterʼm Schlosse zu tragen.
Quelle
Minna von Barnhelm, oder das Soldatenglück. II, 1 (Franciska). Lampel, 1763. S. 26.
Freue dich mit mir! Es ist so traurig, sich allein zu freuen!
Quelle
Minna von Barnhelm
Ich brauche keine Gnade, ich will Gerechtigkeit.
Quelle
Minna von Barnhelm IV, 6 / Tellheim
Man muss nicht reicher scheinen wollen, als man ist.
Quelle
Minna von Barnhelm / Tellheim
Was kann der fröhliches Geschöpf!
Quelle
Minna von Barnhelm, II, 7 / Fräulein
Der Aberglauben schlimmster ist, den seinen für den erträglicheren zu halten.
Quelle
Nathan der Weise
Der Wunder höchstes ist, dass uns die wahren, echten Wunder so alltäglich werden können, werden sollen.
Quelle
Nathan der Weise
Hässlichen so schön.
Quelle
Sultan Saladinʼʼ V 7 [http://www.zeno.org/nid/20005262720 zeno.org]
Es ist Arznei, nicht Gift, was ich dir reiche.
Quelle
Nathan der Weise
Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten.
Wer wird nicht einen Klopstock loben? // Doch wird ihn jeder lesen? Nein! // Wir wollen weniger erhoben // und fleißiger gelesen sein.
Quelle
Sinngedichte, "Die Sinngedichte an den Leser" [http://www.zeno.org/nid/20005256453 zeno.org]
Der Aberglaube traut den Sinnen bald zu viel, bald zu wenig.
Quelle
Theologische Streitschriften, Das Testament Johannis
Der Begriff ist der Mann; das sinnliche Bild des Begriffes ist das Weib; und die Worte sind die Kinder, welche beyde hervorbringen.
Quelle
Anti-Goeze. Achter. in Gotth. Ephr. Lessings sämmtliche Werke, Zehnter Theil, im Bureau der deutschen Classiker, Carlsruhe 1825, ʼʼ[https://books.google.com/books?id=VG0QAAAAYAAJ&pg=PA190&dq=begriff S.190 Google-Books]; [http://www.zeno.org/nid/20005266971 zeno.org]
Der mitleidigste Mensch ist der beste Mensch.
Quelle
Lessing, Mendelssohn, Nicolai: Briefwechsel über das Trauerspiel [1756/57], hg. v. Jochen Schulte-Sasse, München 1972, S.55
Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt.
Quelle
Sämtliche Schriften, Hrsg. Karl Lachmann
Die beste dankende Freude.
Quelle
Philotas
Die Menge auf etwas aufmerksam machen heißt: dem gesunden Menschenverstand auf die Spur zu helfen.
Quelle
Beweis des Geistes und der Kraft
Es ist ein Beweis für die wahre, für die richtig verstandene wahre Religion, wenn sie uns überall auf das Schöne zurückbringt.
Quelle
Wie die Alten den Tod gebildet, Schluss [http://www.zeno.org/nid/20005266688 zeno.org]
Für wohlgerathene Aeltern nicht zu viel thun. Aber wenn sich ein blöder Liebe zur Thorheit.
Quelle
Der Pelikan. Aus: Fabeln. Drei Bücher. Buch 1, Nr. 25. Leipzig: Göschen, 1859. S. 17f.
»Niemand, sagen die Verfasser der Bibliothek, wird leugnen, daß die deutsche Schaubühne einen großen Teil ihrer ersten Verbesserung dem Herrn Professor Gottsched zu danken habe.« Ich bin dieser Niemand; ich leugne es gerade zu. Es wäre zu wünschen, daß sich Herr Gottsched niemals mit dem Theater vermengt hätte.
Quelle
Briefe, die neueste Literatur betreffend. Erster Teil. VII. Den 16. Februar 1759. Siebzehnter Brief [http://www.zeno.org/nid/20005265487 zeno.org]
Reiz ist Schönheit in Bewegung.
Quelle
Laokoon, I, 21, Breslau 1766 [http://www.zeno.org/nid/20005265576 zeno.org]
Töne, frohe Liebe drein!
Quelle
An die Leier
Was ist ein Held ohne Menschenliebe?
Quelle
Philotas, 7 / Aridäus
Welche Freude, wenn es heißt: Alter, du bist alt an Haaren, blühend aber ist dein Geist!
Quelle
Die 47. Ode Anakreons
Wenn Gott in seiner Rechten alle Wahrheit und in seiner Linken den einzigen immer regen Trieb nach Wahrheit, obschon mit dem Zusatze, mich immer und ewig zu irren, verschlossen hielte und spräche zu mir: wähle! Ich fiele ihm mit Demut in seine Linke und sagte: Vater gib! die reine Wahrheit ist ja doch nur für dich allein!
Quelle
Eine Duplik [gegen Goeze]. Theologiekritische Schriften III. Werke (Hrsg. Herbert G. Göpfert), Band 8 (Bearbeiter Helmut Göbel). Hanser Verlag München 1979. S. 33Gotthold Ephraim Lessing wurde in Kamenz, Deutschland, geboren.
For documentary purposes the German Federal Archive often retained the original image captions, which may be erroneous, biased, obsolete or politically extreme. Das Berliner Lessing-Museum muss seine Pforten schliessen weil die Miete nicht bezahlt werden kann ! Blick in das Lessing-Museum in Berlin mit alten Stichen und Ueberlieferungen.
Memorial stone for the wedding of Gotthold Ephraim Lessing to Eva Catharina Koenig in Jork, Stade district. The stone is located on Westerjork Street in front of today's Volksbank, where Hamburg's mayor Nicolaus Schuback once had his summer residence and where the wedding took place on October 8, 1776.
Hochzeitsbank vor dem Jorker Rathaus mit Gedenktafel. Inschrift: Altländer Hochzeitsbank, Eva König und Gotthold Ephraim Lessing, ∞ 08.Oktober 1776 in Jork
Keramikplastik 'Der Rabe und der Fuchs' von Dieter Duschek aus dem Jahr 1987. Nach einer Fabel von G. E. Lessing. Standort am Rondell der Köpitzer Straße in Berlin-Friedrichsfelde. Blickrichtung Süden. Die Reliefstele ist die letzte noch vorhandene einer ehemaligen Dreiergruppe am Südwestrand des Rondells.