Giovanni Boccaccio war ein italienischer Schriftsteller, der am 16. Juni 1313 geboren wurde und am 21. Dezember 1375 verstarb. Der Literat kam als unehelicher Sohn zur Welt, wobei der genaue Geburtsort zwischen Florenz und Certaldo umstritten blieb. Seine Kindheit verbrachte Boccaccio zunächst im elterlichen Haus in Florenz, während sein Vater für eine bedeutende Bankgesellschaft tätig war. Im Jugendalter schickte man den jungen Boccaccio nach Neapel, um ihn für eine kaufmännische Laufbahn vorzubereiten. In Neapel wandte sich Boccaccio jedoch der Dichtkunst zu und verkehrte am höfischen Leben von Robert von Anjou. Dort entstanden erste literarische Versuche sowie die Prägung der idealisierten Geliebten Fiammetta. Nach seiner Rückkehr nach Florenz im Jahr 1340 übernahm Boccaccio verschiedene Ämter im Staatsdienst. Nebenbei inspirierte ihn das städtische Umfeld zu weiteren Arbeiten, die schließlich in sein berühmtes Hauptwerk mündeten. Im Herbst 1350 begegnete Boccaccio erstmals dem Dichter Francesco Petrarca, woraus sich eine enge Freundschaft entwickelte. Später vertraute die Stadtverwaltung Boccaccio diplomatische Missionen an, während er sich intensiv mit antiken Texten beschäftigte. Boccaccio setzte sich für die Einrichtung eines griechischen Lehrstuhls in Florenz ein und widmete sich in seinen späten Jahren vermehrt lateinischen sowie gelehrten Abhandlungen. Letztlich erhielt Boccaccio von Florenz den Auftrag, die Werke von Dante Alighieri öffentlich zu kommentieren. Wegen nachlassender Gesundheit zog sich Boccaccio nach Certaldo zurück, wo er bis zu seinem Lebensende schriftstellerisch aktiv blieb.
Zitate von Giovanni Boccaccio
Da Dankbarkeit nach meinem Dafürhalten die löblichste aller Tugenden ist, und das Gegenteil zu tadeln, habe ich, der nicht undankbar erscheinen möchte, mir vorgenommen, jetzt, wo ich mein Herz als frei betrachten kann, in jenem geringen Ausmaße, als ich es vermag, alles Empfangene zu vergelten.
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Decamerone, Vorwort
Geküsster Mund verliert nicht sein Glück, vielmehr erneuert er sich wie es der Mond tut.
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Decameron, 1. Band, 2. Tag, 7. Erzählung.
Waffen […] töten Menschen viele Male, nicht durch ihre eigene Bosheit, sondern die Bosheit derer, die sie bösartig gebrauchen.
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Decamerone, Nachbemerkung
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Wenn man die sündigt man nicht, weder in der Beichte noch anderswo.
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Decamerone, 1. Tag, 1. Erzählung
Wer tugendhaft lebt und handelt, der legt seinen Adel an den Tag.
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Decamerone
Wir sehen jedoch täglich, dass dasjenige, was uns am meisten Vergnügen macht, wenn wir es in gar zu großem Übermaße genießen, uns oft am ersten Überdruss verursacht.
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Decamerone, 4. Tag, 3. ErzählungGiovanni Boccaccio wurde in Certaldo, Italien, geboren.