Johann Adolf Schlegel, Johanna Christiane Erdmuthe Schlegel
Geschwister
August Wilhelm Schlegel
Zeitraum
Partner
1799 – 1829
Dorothea Schlegel Ehefrau
1804 – 1829
Dorothea Schlegel Ehefrau
Friedrich Schlegel war ein deutscher Kulturphilosoph, der am 10. März 1772 in Hannover geboren wurde und am 12. Januar 1829 in Dresden verstarb. Gemeinsam mit seinem Bruder August Wilhelm zählte Friedrich Schlegel zu den zentralen Figuren der Jenaer Frühromantik. Schlegels Ziel war es, Philosophie, Prosa, Poesie, Genialität und Kritik miteinander zu verbinden, wobei er Konzepte wie die "progressive Universalpoesie", die romantische Ironie und eine "neue Mythologie" entwickelte. Er gilt als Wegbereiter der Sprachtypologie und als bedeutender Indologe, obwohl er nie Indien besuchte. Seine Monographie "Über die Sprache und Weisheit der Indier" erregte großes Aufsehen. Schlegels Kindheit war von Zurückgezogenheit und labiler Gesundheit geprägt, was die Erziehung erschwerte. Nach dem Abbruch einer Kaufmannslehre begann er ein Studium der Rechtswissenschaften in Göttingen, wechselte aber bald zur Klassischen Philologie. In Leipzig setzte er sein Studium fort und beschäftigte sich intensiv mit griechischer und römischer Kultur, Geschichtsphilosophie und zeitgenössischer Literatur. Dort lernte er auch Friedrich von Hardenberg kennen, der später als Novalis bekannt wurde. Nachdem er sein Studium aufgrund von Schulden abgebrochen hatte, arbeitete Schlegel als freier Schriftsteller. In Jena schloss er Freundschaft mit Fichte und knüpfte Kontakte zu Goethe, Herder und Wieland, was seine Literaturtheorie stark beeinflusste. Zusammen mit seinem Bruder August Wilhelm gründete er die Zeitschrift "Athenäum", die als Sprachrohr der Jenaer Frühromantik diente. Ein halbes Jahr lebte er mit seinem Bruder, dessen Frau Caroline und Dorothea Veit in einer Wohngemeinschaft in Jena, die zum Kern der Jenaer Romantik wurde. Dort entwickelte er mit Novalis den Begriff der progressiven Universalpoesie. Nach seiner Habilitation an der Universität Jena verließ Schlegel die Stadt und zog mit Tieck nach Dresden. Später studierte Schlegel in Paris Kunstsammlungen und beschäftigte sich mit Indologie und vergleichender Sprachwissenschaft. Er heiratete Dorothea Veit und zog nach Köln, wo er Vorlesungen hielt und sich für mittelalterliche Kunst begeisterte. Nach seiner Konversion zum Katholizismus zog er nach Prag und Wien, wo er in den Staatsdienst eintrat und als Journalist arbeitete. Friedrich von Schlegel starb 1829 in Dresden an einem Schlaganfall.
Der Historiker ist ein rückwärtsgekehrter Prophet.
Quelle
Athenäum, I, 2, 20: Fragmente
Der Satan der italienischen und englischen Dichter mag poetischer sein; aber der deutsche Satan ist satanischer; insofern könnte man sagen, der Satan sei eine deutsche Erfindung.
Quelle
Athenäumsfragmente 379
Ein wahrer Mensch ist, wer bis in den Mittelpunkt der Menschheit gekommen ist.
Quelle
Ideen, Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe. Erste Abteilung: Kritische Neuausgabe, Band 2, München, Paderborn, Wien, Zürich 1967, Seite 87.
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Es gibt eine schöne duften.
Quelle
Ideen
Es ist der Menschheit eigen, dass sie sich über die Menschheit erheben muss.
Quelle
Ideen
Man lebt nur insofern man nach seinen eignen Ideen lebt. Die Grundsätze sind nur Mittel, der Beruf ist Zweck an sich.
Quelle
Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe. Erste Abteilung: Kritische Neuausgabe, Band 2, München, Paderborn, Wien, Zürich 1967. Quelle:[http://www.zeno.org/Literatur/M/Schlegel,+Friedrich/Fragmentensammlungen/Ideen www.zeno.org. Fragmentensammlungen/Ideen], [82], S. 264
Moralität ohne Sinn für Paradoxie ist gemein.
Quelle
Ideen, 76
Mysterien sind weiblich.
Quelle
Ideen
Verbindet die Extreme, so habt ihr die wahre Mitte.
Quelle
Ideen
Jeder ungebildete Mensch ist die Karikatur von sich selbst.
Quelle
Kritische Fragmente, Lyceum, 1797
Man nennt viele Künstler, die eigentlich Kunstwerke der Natur sind.
Quelle
Kritische Fragmente
Die Romane sind die sokratischen Dialoge unserer Zeit. In diese liberale Form hat sich die Lebensweisheit vor der Schulweisheit geflüchtet.
Quelle
Kritische Fragmente, Prosaischen Jugendschriften (1882), Band 2, S. 186, § 26
Wer noch nicht bis zur klaren Einsicht gekommen ist, dass es eine Grösse noch ganz ausserhalb seiner eigenen Sphäre geben könne, für die ihm der Sinn durchaus fehle; wer nicht wenigstens dunkle Vermuthungen hat, nach welcher Weltgegend des menschlichen Geistes hin diese Grösse ungefähr gelegen seyn möge: der ist in seiner eignen Sphäre entweder ohne Genie, oder noch nicht bis zum Klassischen gebildet.
Quelle
Kritische Fragmente, Prosaischen Jugendschriften (1882), Band 2, S. 187, § 36
Im endlosen Früchte trägt und gesund ist.
Quelle
Lucinde
Nur in der Antwort seines Du kann jedes Ich seine unendliche Einheit ganz fühlen.
Quelle
Lucinde
Nur in seinem findet der Geist des Menschen das Geheimnis, welches er sucht.
Quelle
Lucinde
Die Weiblichkeit soll wie die Männlichkeit zur höhern Menschlichkeit gereinigt werden.
Quelle
Über die Diotima
Nur selbstständige Weiblichkeit, nur sanfte Männlichkeit ist gut und schön.
Quelle
Über die Diotima
Je vollständiger man ein Individuum lieben oder bilden kann, je mehr Harmonie findet man in der Welt: je mehr man von der Organisation des Universums versteht, je reicher, unendlicher und weltähnlicher wird uns jeder Gegenstand.
Quelle
Über die Philosophie, 1799, aus: Friedrich Schlegel, Studienausgabe in 6 Bäden, Schöningh, Paderborn, München, Wien, Zürich 1988, ISBN 3-506-77840-4, Band 2, S. 176
Die Quelle des Ideals ist der heiße Durst nach Ewigkeit, die Sehnsucht nach Gott, also das Edelste unsrer Natur.
Quelle
An seinen Bruder, 17. Mai 1792
Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie.
Quelle
Progressive Universalpoesie, 1798
passive Verbindung des Naiven und Grotesken.
Quelle
FragmenteFriedrich Schlegel wurde in Hannover, Deutschland, geboren.
The busts of Caroline Schelling (divorced Schlegel), August Wilhelm Schlegel und Karl Wilhelm Friedrich Schlegel (LTR) in front of the Museum of German Early Romanticism in Jena in April 2011.