Friedrich Nietzsche †

Steckbrief von Friedrich Nietzsche

Name:Friedrich Nietzsche
Vollständiger
Name:
Friedrich Wilhelm Nietzsche
Beruf:deutscher Philosoph
Alter:55 Jahre
Geburtsdatum:15. Oktober 1844
Geburtsort:Lützen, Deutschland
Todesdatum:25. August 1900
Sterbeort:Weimar, Deutschland
Sternzeichen:Waage
Größe:1,73 m

Friedrich Wilhelm Nietzsche war ein deutscher klassischer Philologe und Philosoph. Nietzsche sprengte sowohl mit seinem Denken als auch mit seinem Stil bis dahin gängige Muster und ließ sich zunächst keiner klassischen Disziplin zuordnen. Heute gilt er manchen als Begründer einer neuen philosophischen Schule, der Lebensphilosophie.

Im Alter von 24 Jahren wurde Nietzsche im Anschluss an sein Studium als außerordentlicher Professor für klassische Philologie an die Universität Basel berufen. Zuvor war er noch preußischer Staatsbürger, nach seiner Übersiedlung in die Schweiz 1869 wurde er auf eigenen Wunsch hin staatenlos. Bereits zehn Jahre später legte er 1879 aus gesundheitlichen Gründen die Professur nieder. Von nun an bereiste er – auf der Suche nach Orten, deren Klima sich günstig auf seine diversen Leiden auswirken sollte – vor allem Italien und die Schweiz. Ab seinem 45. Lebensjahr litt er unter zunehmenden psychischen Störungen, die ihn arbeits- und geschäftsunfähig machten. Seinen Anfang der 1890er Jahre einsetzenden Ruhm erlebte er nicht mehr bewusst. Den Rest seines Lebens verbrachte er als Pflegefall in der Obhut zunächst seiner Mutter, dann seiner Schwester, und starb 1900 im Alter von 55 Jahren. Die Vermutung, die Spätfolgen einer Syphilis könnten beim Krankheitsverlauf eine Rolle gespielt haben, hielt sich gut 100 Jahre. Später kamen in Fachkreisen jedoch zunehmend Zweifel an dieser Verdachtsdiagnose auf. Neuere Auswertungen von Nietzsches Krankenakte kommen zum Ergebnis, dass eine Erkrankung wie CADASIL ebenso zu seiner geistigen Verwirrung am Lebensende geführt haben könnte.

Den jungen Nietzsche beeindruckte besonders die Philosophie Schopenhauers. Später wandte er sich von dessen Pessimismus ab. Sein Werk enthält scharfe Kritiken an Moral, Religion, Philosophie, Wissenschaft und Formen der Kunst. Die zeitgenössische Kultur war in seinen Augen lebensschwächer als die des antiken Griechenlands. Wiederkehrendes Ziel von Nietzsches Angriffen sind vor allem die christliche Moral sowie die christliche und platonistische Metaphysik. Er stellte den Wert der Wahrheit überhaupt in Frage und wurde damit Wegbereiter postmoderner philosophischer Ansätze. Auch Nietzsches Konzepte des „Übermenschen“, des „Willens zur Macht“ oder der „ewigen Wiederkunft“ geben bis heute Anlass zu Deutungen und Diskussionen.

Nietzsche schuf keine systematische Philosophie. Oft wählte er den Aphorismus als Ausdrucksform seiner Gedanken. Seine Prosa, seine Gedichte und der pathetisch-lyrische Stil von Also sprach Zarathustra verschafften ihm auch als Schriftsteller Anerkennung. Im Nebenwerk schuf er zudem musikalische Kompositionen.

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Zitate von Friedrich Nietzsche

Aus drei Anekdoten ist es möglich, das Bild eines Menschen zu geben.

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Vorwort (KSA 1: 803ʼʼ)
In irgendeinem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Tiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmütigste und verlogenste Minute der »Weltgeschichte«: aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Atemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Tiere mussten sterben.

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1 (KSA 1: 875)
Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern, Metonymien, Anthropomorphismen kurz eine Summe von menschlichen Relationen, die, poetisch und rhetorisch gesteigert, übertragen, geschmückt wurden, und die nach langem Gebrauche einem Volke fest, canonisch und verbindlich dünken: die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, dass sie welche sind, Metaphern, die abgenutzt und sinnlich kraftlos geworden sind, Münzen, die ihr Bild verloren haben und nun als Metall, nicht mehr als Münzen in Betracht kommen.

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http://www.nietzschesource.org/

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Exstirpation des deutschen Geistes zugunsten des »deutschen Reiches«.

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Erstes Stück, Kapitel 1 (zur deutschen Reichsgründung 1871)
In dreierlei Hinsicht gehört die Historie dem Lebendigen: sie gehört ihm als dem Thätigen und Strebenden, ihm als dem Bewahrenden und Verehrenden, ihm als dem Leidenden und der Befreiung Bedürftigen. Dieser Dreiheit von Beziehungen entspricht eine Dreiheit von Arten der Historie: sofern es erlaubt ist eine monumentalische, eine antiquarische und eine kritische Art der Historie zu unterscheiden.

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Zweites Stück, Kapitel 2
Der Wahrheit dienen wenige in Wahrheit, weil nur wenige den reinen Willen haben gerecht zu sein und selbst von diesen wieder die wenigsten die Kraft, gerecht sein zu können.

Quelle

Zweites Stück, Kapitel 6
Nein, das Ziel der Menschheit kann nicht am Ende liegen, sondern nur in ihren höchsten Exemplaren.

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Zweites Stück, Kapitel 9
Die Massen scheinen mir nur in dreierlei Hinsicht einen Blick zu verdienen: einmal als verschwimmende Copien der grossen Männer, auf schlechtem Papier und mit abgenutzten Platten hergestellt, sodann als Widerstand gegen die Grossen und endlich als Werkzeuge der Grossen; im Uebrigen hole sie der Teufel und die Statistik!

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Zweites Stück, Kapitel 9
Copien. — Nicht selten begegnet man Copien bedeutender Menschen; und den Meisten gefallen, wie bei Gemälden, so auch hier, die Copien besser als die Originale.

Quelle

I, Aph. 294ʼʼ http://www.nietzschesource.org/texts/eKGWB/MA-I
Fast überall wo es Glück giebt, giebt es Freude am Unsinn.

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I, Aph. 213
Alle guten Dinge haben etwas Lässiges und liegen wie Kühe auf der Wiese.

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II, Aph. 107
Auch der vernünftigste Mensch bedarf von Zeit zu Zeit wieder der Natur, das heißt seiner ʼʼunlogischen Grundstellung zu allen Dingenʼʼ.

Quelle

I, Aph. 31
Das Halbwissen ist siegreicher, als das Ganzwissen: es kennt die Dinge einfacher, als sie sind, und macht daher seine Meinung fasslicher und überzeugender.

Quelle

Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister. Erster Band, Kapitel 9 (Der Mensch mit sich allein), Nr. 578
Das Publikum verwechselt leicht den, welcher im Trüben fischt, mit dem, welcher aus der Tiefe schöpft.

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II, 1. Aph 262
Das Vollkommene soll nicht geworden sein. - Wir sind gewöhnt, bei allem Vollkommenen die Frage nach dem Werden zu unterlassen: sondern uns des Gegenwärtigen zu freuen, wie als ob es auf einen Zauberschlag aus dem Boden aufgestiegen sei.

Quelle

I, Aph. 145
Den Stil verbessern - das heißt den Gedanken verbessern, und gar nichts weiter! - Wer dies nicht sofort zugibt, ist auch nie davon zu überzeugen!

Quelle

II, 2. Aph. 131
Der Asket macht aus der Tugend eine Not.

Quelle

I, Aph. 76
Der Gewissensbiss ist, wie der Biss des Hundes gegen einen Stein, eine Dummheit.

Quelle

II, 2. Aph. 38
Der Witz ist das Epigramm auf den Tod eines Gefühls.

Quelle

II, 1. Aph. 202
Dicht neben dem Wehe der Welt, und oft auf seinem vulkanischen Boden, hat der Mensch seine kleinen Gärten des Glücks angelegt.

Quelle

I, Aph. 591
Die demokratischen Einrichtungen sind Quarantäne-Anstalten gegen die alte Pest tyrannenhafter Gelüste: als solche sehr nützlich und sehr langweilig.

Quelle

II, 2. Aph. 289
Die Forderung, geliebt zu werden, ist die größte der Anmaßungen.

Quelle

I, Aph. 523
Die Mutter der Ausschweifung ist nicht die Freude, sondern die Freudlosigkeit.

Quelle

II, 1. Aph. 77
Wenn der Mensch vor Lachen wiehert, übertrifft er alle Tiere durch seine Gemeinheit.

Quelle

I, Aph. 553
Die Scham existiert überall, wo es ein »Mysterium« gibt.

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I, Aph. 100
Die Tätigen rollen, wie der Stein rollt, gemäß der Dummheit der Mechanik.

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I, Aph. 283
»Dumm wie ein Mann« sagen die Frauen: »feige wie ein Weib« sagen die Männer. Die Dummheit ist am Weibe das Unweibliche.

Quelle

II, 2. Aph. 273
Ein Beruf macht gedankenlos; darin liegt sein größter Segen. Denn er ist eine Schutzwehr, hinter welche man sich, wenn Bedenken und Sorgen allgemeiner Art Einen anfallen, erlaubtermaßen zurückziehen kann.

Quelle

I, Aph. 537
Etwas Kurz-Gesagtes kann die Frucht und Ernte von vielem Lang-Gedachten sein.

Quelle

II, 1. Aph. 127
Gegen die Männerkrankheit der Selbstverachtung hilft es am sichersten, von einem klugen Weibe geliebt zu werden.

Quelle

I, Aph. 384
Ich rede von der Demokratie als von etwas Kommendem. Das, was schon jetzt so heißt, unterscheidet sich von den älteren Regierungsformen allein dadurch, dass es mit ʼʼneuen Pferdenʼʼ fährt: Die Straßen sind noch die alten, und die Räder sind auch noch die alten.

Quelle

II, 2. Aph. 293
Im Kampf mit der Dummheit werden die billigsten und sanftesten Menschen zuletzt brutal.

Quelle

I, Aph. 362
Jedes Wort ist ein Vorurteil.

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II, 2. Aph. 55
Menschen, welche man nicht leiden kann, sucht man sich zu verdächtigen.

Quelle

I, Aph. 557
Neid und Eifersucht sind die Schamteile der menschlichen Seele.

Quelle

I, Aph. 503
Ohne die blinden Schüler ist noch nie der Einfluss eines Mannes und seines Werkes groß geworden. Einer Erkenntnis zum Siege verhelfen heißt oft nur: sie so mit der Dummheit verschwistern, dass das Schwergewicht der letzteren auch den Sieg für die erstere erzwingt.

Quelle

I, Aph. 122
Tief denkende Menschen kommen sich im Verkehr mit anderen als Komödianten vor, weil sie sich da, um verstanden zu werden, immer erst eine Oberfläche anheucheln müssen.

Quelle

II, 1. Aph. 232
Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen.

Quelle

I, Aph. 483
Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel.

Quelle

I, Aph. 494
Von der Tragödie begehrt das Volk eigentlich nicht mehr, als recht gerührt zu werden, um sich einmal ausweinen zu können.

Quelle

I, Aph. 166
Weg mit den bis zum Überdruss verbrauchten Wörtern Optimismus und Pessimismus! Denn der Anlass, sie zu gebrauchen, fehlt von Tag zu Tage mehr: nur die Schwätzer haben sie jetzt noch so unumgänglich nötig.

Quelle

I, Aph. 28
Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich hat, ist ein Sklave.

Quelle

I, Aph. 283
Zu den Dingen, welche einen Denker in Verzweiflung bringen können, gehört die Erkenntnis, dass das Unlogische für den Menschen nötig ist, und dass aus dem Unlogischen vieles Gutes entsteht.

Quelle

I, Aph. 31.
Das beste Mittel, jeden Tag gut zu beginnen, ist: beim Erwachen daran zu denken, ob man nicht wenigstens einem Menschen eine Freude machen könne.

Quelle

I, Aph. 589
Beiläufig gesagt: das ganze Problem der Juden ist nur innerhalb der nationalen Staaten vorhanden, insofern hier überall ihre Thatkräftigkeit und höhere Intelligenz, ihr in langer Leidensschule von Geschlecht zu Geschlecht angehäuftes Geist- und Willenscapital, in einem neid- und hassenserweckenden Maasse zum Uebergewicht kommen muss, so dass die litterarische Unart fast in allen jetzigen Nationen überhand nimmt - und zwar je mehr diese sich national gebären -, die Juden als Sündenböcke aller möglichen öffentlichen und inneren Uebelstände zur Schlachtbank zu führen.

Quelle

I, Aph. 475
Die beiden gegnerischen Parteien, die socialistische und die nationale - oder wie die Namen in den verschiedenen Ländern Europaʼs lauten mögen - sind einander würdig: Neid und Faulheit sind die bewegenden Mächte in ihnen beiden.

Quelle

I, Aph. 480
Aus den Leidenschaften wachsen die Meinungen; die Trägheit des Geistes lässt diese zu Ueberzeugungen erstarren.

Quelle

I, Aph. 637
Die Lehre von der Freiheit des Willens ist eine Erfindung herrschender Stände.

Quelle

II, Aph. 9
Zeus wollte nämlich, dass der Mensch, auch noch so sehr durch die anderen Übel gequält, doch das Leben nicht wegwerfe, sondern fortfahre, sich immer von Neuem quälen zu lassen. Dazu gibt er dem Menschen die Hoffnung: sie ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert.

Quelle

Menschliches, Allzumenschliches, Erster Band, Zweites Hauptstück, Nr. 71 http://www.zeno.org/nid/20009230610
Auch große Geister haben nur ihre fünf Finger breite ʼʼErfahrungʼʼ, - gleich daneben hört ihr Nachdenken auf: und es beginnt ihr unendlicher leerer Raum und ihre Dummheit.

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Aph. 564
»Die Regel ist mir immer interessanter, als die Ausnahme« - wer so empfindet, der ist in der Erkenntnis weit voraus und gehört zu den Eingeweihten.

Quelle

Aph. 442
Ein Deutscher ist großer Dinge fähig, aber es ist unwahrscheinlich, dass er sie tut: Denn er gehorcht, ʼʼwo er kannʼʼ, wie dies einem an sich trägen Geiste wohl tut.

Quelle

Aph. 207
Geschichte handelt fast nur von schlechten Menschen, die später gutgesprochen worden sind.

Quelle

Aph. 20
Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn anleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten, als den Andersdenkenden.

Quelle

Aph. 297
Meister und Schüler - Zur Humanität eines Meisters gehört, seine Schüler vor sich zu warnen.

Quelle

Aph. 447
Blas dich nicht auf: sonst bringet dich // Zum Platzen schon ein kleiner Stich.

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Gegen die Hoffahrt, Vorspiel, 21, S. 9,
Verhasst ist mir das Folgen und das Führen. // Gehorchen? Nein! Und aber nein — Regieren!

Quelle

Der Einsame, Vorspiel, S. 12,
Der Gedanke des sterbenden Nero: qualis artifex pereo! war auch der Gedanke des sterbenden Augustus: Histrionen-Eitelkeit! Histrionen-Schwatzhaftigkeit! Und recht das Gegenstück zum sterbenden Sokrates!

Quelle

Letzte Worte, Erstes Buch, 36, S. 65,
Ich wohne in meinem eignen Haus, // Hab Niemandem nie nichts nachgemacht // Und - lachte noch jeden Meister aus, // Der nicht sich selber ausgelacht.

Quelle

Ueber meiner Hausthür, Motto auf der Titelseite,
Kein Sieger glaubt an den Zufall.

Quelle

Die Leugner des Zufalls, Drittes Buch, 258, S. 192,
Die mystischen Erklärungen gelten für tief; die Wahrheit ist, dass sie noch nicht einmal oberflächlich sind.

Quelle

Mystische Erklärungen, Drittes Buch, 126, S. 155,
Glattes Eis // Ein Paradeis // Für Den, der gut zu tanzen weiss.

Quelle

Für Tänzer, Vorspiel, 13, S. 8,
Gott ist todt! Gott bleibt todt! Und wir haben ihn getödtet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?

Quelle

Der tolle Mensch, Drittes Buch, 125, S. 154,
Mitleid ist das angenehmste Gefühl bei Solchen, welche wenig stolz sind und keine Aussicht auf grosse Eroberungen haben: für sie ist die leichte Beute - und das ist jeder Leidende - etwas Entzückendes. Man rühmt das Mitleid als die Tugend der Freudenmädchen.

Quelle

Zur Lehre vom Machtgefühl, Erstes Buch, 13, S. 41,
Nichts theilen wir so gern an Andere mit, als das Siegel der Verschwiegenheit - samt dem, was darunter ist.

Quelle

Darum Vorsicht! Drittes Buch, 197, S. 180,
Wer sich tief weiss, bemüht sich um Klarheit; wer der Menge tief scheinen möchte, bemüht sich um Dunkelheit.

Quelle

Tief sein und tief scheinen, Drittes Buch, 173, S. 175,
Gedanken sind die Schatten unserer Empfindungen - immer dunkler, leerer, einfacher als diese.

Quelle

Gedanken, Drittes Buch, 179, S. 177,
Dass ihr verachtetet, ihr höheren Menschen, das macht mich hoffen. Die großen Verachtenden nämlich sind die großen Verehrenden.

Quelle

4. Teil; Vom höheren Menschen 3
Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch - ein Seil über einem Abgrunde.

Quelle

Zarathustras Vorrede (4)
Der Mensch ist schwer zu entdecken und sich selber noch am schwersten; oft lügt der Geist über die Seele.

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3. Teil; Vom Geist der Schwere
Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!

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1. Teil; Von alten und jungen Weiblein. Dieses bekannte Zitat sagt im Text ein »altes Weiblein« zu Zarathustra
Ein wenig Weisheit ist schon möglich; aber diese selige Sicherheit fand ich an allen Dingen: dass sie lieber noch auf den Füßen des Zufalls - tanzen.

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3. Teil; Vor Sonnen-Aufgang
Es gibt einen alten Wahn, der heißt Gut und Böse. Um Wahrsager und Sterndeuter drehte sich bisher das Rad dieses Wahns.

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3. Teil, Von alten und neuen Tafeln, 9
Es ist wahr: Wir lieben das Leben, nicht, weil wir ans Leben, sondern ans Lieben gewöhnt sind. Es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe. Es ist aber auch immer etwas Vernunft im Wahnsinn.

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1. Teil; Vom Lesen und Schreiben
Gedanken, die mit Taubenfüßen kommen, lenken die Welt.

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2. Teil; Die stillste Stunde. zeno.org
Gegen das Kleine stachlicht zu sein, dünkt mich eine Weisheit für Igel.

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3. Teil; Von der verkleinernden Tugend
Gewissensbisse erziehn zum Beißen.

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2. Teil; Von den Mitleidigen
Habt ihr Mut, oh meine Brüder? Seid ihr herzhaft? ʼʼNichtʼʼ Mut vor Zeugen, sondern Einsiedler- und Adler-Mut, dem auch kein Gott mehr zusieht?

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4. Teil; Vom höheren Menschen 4"
Hütet euch auch vor den Gelehrten! Die hassen euch: denn sie sind unfruchtbar! Sie haben kalte vertrocknete Augen, vor ihnen liegt jeder Vogel entfedert.

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4. Teil; Vom höheren Menschen 9
Ich beschwöre euch, meine Brüder, ʼʼbleibt der Erde treuʼʼ und glaubt Denen nicht, welche euch von überirdischen Hoffnungen reden! Giftmischer sind es, ob sie es wissen oder nicht. Verächter des Lebens sind es, Absterbende und selber Vergiftete, deren die Erde müde ist: so mögen sie dahinfahren!

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Zarathustras Vorrede (3)
Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Ich sage euch: ihr habt noch Chaos in euch.

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Zarathustras Vorrede (5)
Ihr habt den Weg vom Wurme zum Menschen gemacht, und vieles ist in euch noch Wurm.

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Zarathustras Vorrede, (3)
Ihr habt mir zu grausame Augen und blickt lüstern nach Leidenden. Hat sich nicht nur eure Wollust verkleidet und heißt sich Mitleiden?

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1. Teil; Von der Keuschheit
Macht wollen sie und zuerst das Brecheisen der Macht, viel Geld - diese Unvermögenden!

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1. Teil; Vom neuen Götzen, oft umschrieben als: "Geld ist das Brecheisen der Macht."
Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tötet man.

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1. Teil; Vom Lesen und Schreiben
Nicht nur fort sollst du dich pflanzen, sondern hinauf! Dazu helfe dir der Garten der Ehe!

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1. Teil; Von Kind und Ehe
»Nichts ist wahr, alles ist erlaubt« sprach ich mir zu.

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4. Teil; Der Schatten
Nicht, wenn die Wahrheit schmutzig ist, sondern wenn sie seicht ist, steigt der Erkennende ungern in ihr Wasser.

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1. Teil; Von der Keuschheit
Staat heißt das kälteste aller kalten Ungeheuer. Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem Munde: »Ich, der Staat, bin das Volk.«

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1. Teil; Vom neuen Götzen
Und alle Götter lachten damals und wackelten auf ihren Stühlen und riefen: »Ist das nicht eben Göttlichkeit, dass es Götter, aber keinen Gott giebt?« Wer Ohren hat, der höre.

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3. Teil; Von den Abtrünnigen
Und hüte dich auch vor den Anfällen deiner Liebe! Zu schnell streckt der Einsame dem die Hand entgegen, der ihm begegnet.

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1. Teil; Vom Wege des Schaffenden
Und wer unter Menschen nicht verschmachten will, muss lernen, aus allen Gläsern zu trinken; und wer unter Menschen rein bleiben will, muss verstehn, sich auch mit schmutzigem Wasser zu waschen.

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2. Teil; Von der Menschen-Klugheit
Wahrlich, der Sonne gleich liebe ich das Leben und alle tiefen Meere. Und dies heißt mir Erkenntnis: alles Tiefe soll hinauf - zu meiner Höhe!

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2. Teil; Von der unbefleckten Erkenntnis
Weh spricht: Vergeh! // Doch alle Lust will Ewigkeit, // will tiefe, tiefe Ewigkeit.

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4. Teil, Das Nachtwandler-Lied 12; Schluss des "Nachtwandler-Lieds", zum ersten Mal als Schluss des "anderen Tanzlieds" im 3. Teil, Das andere Tanzlied 3
Wer ihn als einen Gott der Liebe preist, denkt nicht hoch genug von der Liebe selber.

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4. Teil; Außer Dienst
Wenn es Götter gäbe, wie hielte ichʼs aus, kein Gott zu sein! Also gibt es keine Götter.

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2. Teil; Auf den glückseligen Inseln
Das Christentum gab dem Eros Gift zu trinken - er starb zwar nicht daran, aber entartete, zum Laster.

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Aph. 168
Der eine sucht einen Geburtshelfer für seine Gedanken, der andre einen, dem er helfen kann: so entsteht ein gutes Gespräch.

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Aph. 136
Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas seltenes - aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel.

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Aph. 156
»Die Erkenntnis um ihrer selbst willen« - das ist der letzte Fallstrick, den die Moral legt: damit verwickelt man sich noch einmal völlig in sie.

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Aph. 64
Die Neigung, sich herabzusetzen, sich bestehlen, belügen und ausbeuten zu lassen, könnte die Scham eines Gottes unter Menschen sein.

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Friedrich Nietzsche: Werke in drei Bänden. München 1954, Band 2, S. 625-626. Viertes Hauptstück, Sprüche und Zwischenspiele, 66,www.zeno.org
Die Zeit für kleine Politik ist vorbei: schon das nächste Jahrhundert bringt den Kampf um die Erd-Herrschaft, - den Zwang zur großen Politik.

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Aph. 208
Es giebt gar keine moralischen Phänomene, sondern nur eine moralische Ausdeutung von Phänomenen....

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Aph. 108
Es kennzeichnet die Deutschen, dass bei ihnen die Frage »was ist deutsch?« niemals ausstirbt.

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Aph. 244ʼʼ zeno.org
Grad und Art der Geschlechtlichkeit eines Menschen reicht bis in den letzten Gipfel seines Geistes hinauf.

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Aph. 75
Kurz, hier wie überall, Vorsicht mit ʼʼüberflüssigenʼʼ teleologischen Principien!

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Aph. 13ʼʼ zeno.org
Man lügt wohl mit dem Munde, aber mit dem Maule, das man dabei macht, sagt man doch noch die Wahrheit.

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Aph. 166 zeno.org, nietzschesource.org
Man soll nicht in Kirchen gehn, wenn man reine Luft atmen will.

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Aph. 30
Nicht ihre Menschenliebe, sondern die Ohnmacht ihrer Menschenliebe hindert die Christen von heute, uns - zu verbrennen.

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Aph. 104
Reife des Mannes: das heißt den Ernst wiedergefunden haben, den man als Kind hatte, beim Spiel.

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Aph. 94
Der Weise als Astronom. - Solange du noch die Sterne fühlst als ein »Über-dir«, fehlt dir noch der Blick des Erkennenden.

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Aph. 71
Soll das Band nicht reißen, - mußt du erst drauf beißen.

Quelle

Aph. 140
Viel von sich reden kann auch ein Mittel sein, sich zu verbergen.

Quelle

Aph. 169
Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse.

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Aph. 153
Wenn das Haus brennt, vergisst man sogar das Mittagessen. - Ja: aber man holt es auf der Asche nach.

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4. Sprüche und Zwischenspiele, 83. Der Instinkt
Wenn der Entschluss einmal gefasst ist, das Ohr auch für den besten Gegengrund zu schließen: Zeichen des starken Charakters. Also ein gelegentlicher Wille zur Dummheit.

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Aph. 107
Wer auf dem Scheiterhaufen noch frohlockt, triumphiert nicht über den Schmerz, sondern darüber, keinen Schmerz zu fühlen, wo er ihn erwartete. Ein Gleichnis.

Quelle

Aph. 124
Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

Quelle

Aph. 146
Wer sich selbst verachtet, achtet sich doch immer noch dabei als Verächter.

Quelle

Aph. 78.
Man wird am besten für seine Tugenden bestraft.

Quelle

Aph. 132
Ist das Leben nicht hundert Mal zu kurz, sich in ihm — zu langweilen?

Quelle

Aph. 227 (KGW VI 2, 169)
Freilich thut, um dergestalt das Lesen als Kunst zu üben, Eins vor Allem noth, was heutzutage gerade am Besten verlernt worden ist – und darum hat es noch Zeit bis zur »Lesbarkeit« meiner Schriften –, zu dem man beinahe Kuh und jedenfalls nicht »moderner Mensch« sein muss: das Wiederkäuen...

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Vorrede, Kapitel 8
Wagners Kunst ist krank. Die Probleme, die er auf die Bühne bringt - lauter Hysteriker-Probleme -, das Convulsivische seines Affekts, seine überreizte Sensibilität, sein Geschmack, der nach immer schärferen Würzen verlangte, seine Instabilität, die er zu Prinzipien verkleidete, nicht am wenigsten die Wahl seiner Helden und Heldinnen, diese als physiologische Typen betrachtet (- eine Kranken-Galerie! -): Alles zusammen stellt ein Krankheitsbild dar, das keinen Zweifel lässt. Wagner est une névrose.

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Kapitel 5
Damit, dass man nach den Anfängen sucht, wird man Krebs. Der Historiker sieht rückwärts, endlich glaubt er auch rückwärts.

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Sprüche und Pfeile, 24
Damit es Kunst giebt, damit es irgend ein ästhetisches Thun und Schauen giebt, dazu ist eine physiologische Vorbedingung unumgänglich: der Rausch.

Quelle

Streifzüge eines Unzeitgemässen, 8.
Dante: oder die Hyäne, die in Gräbern dichtet.

Quelle

Götzen-Dämmerung, Streifzüge eines Unzeitgemässen, 1.
Der Aphorismus, die Sentenz, in denen ich als der Erste unter Deutschen Meister bin, sind die Formen der »Ewigkeit«; mein Ehrgeiz ist, in zehn Sätzen zu sagen, was jeder andre in einem Buche sagt - was jeder andre in einem Buche ʼʼnichtʼʼ sagt.

Quelle

Streifzüge eines Unzeitgemäßen, 51.
Der getretene Wurm krümmt sich. So ist es klug. Er verringert damit die Wahrscheinlichkeit, von neuem getreten zu werden. In der Sprache der Moral: Demut.

Quelle

Sprüche und Pfeile, 31.
Emerson hat jene gütige und geistreiche Heiterkeit, welche allen Ernst entmutigt.

Quelle

Streifzüge eines Unzeitgemäßen, 13
Hat man sein ʼʼwarumʼʼ? des Lebens, so verträgt man sich fast mit jedem ʼʼwieʼʼ? - Der Mensch strebt ʼʼnichtʼʼ nach Glück; nur der Engländer tut das.

Quelle

Sprüche und Pfeile, 12.
Ich fürchte, wir werden Gott nicht los, weil wir noch an die Grammatik ʼʼglaubenʼʼ .

Quelle

Die "Vernunft" in der Philosophie, 5.
Ich misstraue allen Systematikern und gehe ihnen aus dem Weg. Der Wille zum System ist ein Mangel an Rechtschaffenheit.

Quelle

Sprüche und Pfeile, 26.
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.

Quelle

Sprüche und Pfeile, 33. http://www.nietzschesource.org/
Schiller: oder der Moral-Trompeter von Säckingen.

Quelle

Götzen-Dämmerung, Streifzüge eines Unzeitgemässen, 1.
Schopenhauer, der letzte Deutsche, der in Betracht kommt (der ein europäisches Ereigniss gleich Goethe, gleich Hegel, gleich Heinrich Heine ist, und nicht bloß ein lokales, ein "nationales"), ist für einen Psychologen ein Fall ersten Ranges: nämlich als bösartig genialer Versuch, zu Gunsten einer nihilistischen Gesammt-Abwerthung des Lebens gerade die Gegen-Instanzen, die grossen Selbstbejahungen des "Willens zum Leben", die Exuberanz-Formen des Lebens inʼs Feld zu führen.

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Götzen-Dämmerung, Streifzüge eines Unzeitgemässen, 21.
Was? du suchst? du möchtest dich verzehnfachen, verhundertfachen? du suchst Anhänger? - Suche ʼʼNullenʼʼ!

Quelle

Sprüche und Pfeile, 14.
Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.

Quelle

Sprüche und Pfeile, 8.
Wie? ist der Mensch nur ein Fehlgriff Gottes? Oder Gott nur ein Fehlgriff des Menschen?

Quelle

Sprüche und Pfeile, 7
Die Schwachen und Missratnen sollen zu Grunde gehen: erster Satz ʼʼunsererʼʼ Menschenliebe. Und man soll ihnen noch dazu helfen.

Quelle

Kapitel 2
Das Wort schon »Christentum« ist ein Missverständnis -, im Grunde gab es nur einen Christen, und der starb am Kreuz.

Quelle

Kapitel 39
Das Weib war der ʼʼzweiteʼʼ Fehlgriff Gottes - das weiß jeder Priester.

Quelle

Kapitel 48
Diese ewige Anklage des Christentums will ich an alle Wände schreiben, wo es nur Wände gibt, - ich habe Buchstaben, um auch Blinde sehend zu machen… Ich heiße das Christentum den einen großen Fluch, die Eine große innerlichste Verdorbenheit, den Einen großen Instinkt der Rache, dem kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug ist, - ich heiße es den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit .

Quelle

Kapitel 62
Es steht niemandem frei, Christ zu werden: man wird nicht zum Christentum »bekehrt«, - man muss krank genug dazu sein.

Quelle

Kapitel 51
»Glaube« heißt Nicht-wissen-wollen, was wahr ist.

Quelle

Kapitel 52
Unrecht liegt niemals in ungleichen Rechten, es liegt im Anspruch auf »gleiche« Rechte.

Quelle

Kapitel 57
Ich ʼʼverurteileʼʼ das Christentum, ich erhebe gegen die christliche Kirche die furchtbarste aller Anklagen, die je ein Ankläger in den Mund genommen hat. Sie ist mir die höchste aller denkbaren Korruptionen, sie hat den Willen zur letzten auch nur möglichen Korruption gehabt.

Quelle

Kapitel 62
Man muss der Menschheit überlegen sein durch Kraft, durch Höhe der Seele, - durch Verachtung...

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Vorwort
Man nennt das Christenthum die Religion des ʼʼMitleidensʼʼ. - Das Mitleiden steht im Gegensatz zu den tonischen Affekten, welche die Energie des Lebensgefühls erhöhn: es wirkt depressiv. Man verliert Kraft, wenn man mitleidet Das Mitleiden kreuzt im Ganzen Großen das Gesetz der Entwicklung, welches das Gesetz der Selektion ist. Es hält, was zum Untergange reif ist, es wehrt sich zu Gunsten der Enterbten und Verurteilten des Lebens, es gibt durch die Fülle des Missratnen aller Art, das es im Leben festhält, dem Leben selbst einen düsteren und fragwürdigen Aspekt.

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Kapitel 7
Die gewöhnlichste Lüge ist die, mit der man sich selbst belügt; das Belügen andrer ist relativ der Ausnahmefall.

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Kapitel 55
Alle Vorurteile kommen aus den Eingeweiden.

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Warum ich so klug bin, 1.
Den höchsten Begriff vom Lyriker hat mir Heinrich Heine gegeben. Ich suche umsonst in allen Reichen der Jahrtausende nach einer gleich süßen und leidenschaftlichen Musik. Er besaß eine göttliche Bosheit, ohne die ich mir das Vollkommene nicht zu denken vermag (...). – Und wie er das Deutsche handhabt! Man wird einmal sagen, dass Heine und ich bei weitem die ersten Artisten der deutschen Sprache gewesen sind.

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Warum ich so klug bin, 4.
Wenn man von einem unerträglichen Druck loskommen will, so hat man Haschisch nötig. Wohlan, ich hatte Wagner nötig.

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Warum ich so klug bin, 6.
Ich selbst bin immer noch Pole genug, um gegen Chopin den Rest der Musik hinzugeben.

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Warum ich so klug bin, 7.; zugleich in "Nietzsche contra Wagner", Intermezzo
»Emanzipation des Weibes« – das ist der Instinkthaß des mißratenen, das heißt gebäruntüchtigen Weibes gegen das wohlgeratene.

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Warum ich so gute Bücher schreibe, 5.
Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit.

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Warum ich ein Schicksal bin, 1.
Hat man mich verstanden?

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Dionysos gegen den Gekreuzigten!ʼʼ - ʼʼWarum ich ein Schicksal bin, 9.
Das Königthum repräsentirt den Glauben an Einen ganz Überlegenen, einen Führer Retter Halbgott. Die Aristokratie repräsentirt den Glauben an eine Elite-Menschheit und höhere Kaste. Die Demokratie repräsentiert den Unglauben an große Menschen und an Elite-Gesellschaft: „Jeder ist jedem gleich.” „Im Grunde sind wir allesamt eigennütziges Vieh und Pöbel.”

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Nachlass Sommer-Herbst 1884, 26
Die Romantiker ermangeln des Instinktes: die Kunstwahngebilde reizen sie nicht zur That, sie verharren im Reizungszustande.

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Nachlass, KSA 7: 5
Ein Staatsmann zertheilt die Menschheit in zwei Gattungen, erstens Werkzeuge, zweitens Feinde. Eigentlich giebt es also für ihn nur Eine Gattung von Menschen: Feinde.

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Nachlass, KSA 8: 19
Unsere Meinungen: die Haut, die wir uns umlegen, in der wir gesehen werden wollen, oder in der wir uns sehen wollen; das Äußerlichste, der Schuppenpanzer um die Gedanken eines Menschen. So scheint es. Andererseits ist die Haut ein Erzeugnis wir wissen nicht welcher Kräfte und Triebe, eine Art Ablagerung, fortwährend sich stückweise lösend und neubildend.

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Nachlass, KSA 9: 6
In Wahrheit heißt etwas wollen, ein Experiment machen, um zu erfahren, was wir ʼʼkönnenʼʼ; darüber kann uns allein der Erfolg oder Misserfolg belehren.

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Nachlass, KSA 9: 3
Der Mensch entdeckt zuletzt nicht die Welt, sondern seine Tastorgane und Fühlhörner und deren Gesetze - aber ist deren Existenz nicht schon ein genügender Beweis für die Realität? Ich denke, der Spiegel beweist die Dinge.

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Nachlass, KSA 9: 10
Mit ihm verglichen, war mir selbst Beethoven ein halbbarbarisches Wesen, dessen große Seele schlecht erzogen wurde, so dass sie das Erhabene vom Abenteuerlichen, das Schlichte vom Geringen und Abgeschmackten nie recht zu unterscheiden gelernt hat.

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Über Frédéric Chopin, Nachlass, KSA 9: 21
Indem wir fortwährend uns üben, es mit allerlei Mitmenschen auszuhalten, üben wir uns unbewußt darin, uns selber auszuhalten: was eigentlich die unbegreiflichste Leistung des Menschen ist.

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Nachlass, KSA 10: 3 Nr. 288
In der Flamme der Eifersucht wendet man gleich dem Skorpione den vergifteten Stachel gegen sich selber - doch ohne den Erfolg des Skorpions.

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Nachlass, KSA 10: 3 Nr. 346
Ein labyrinthischer Mensch sucht niemals die Wahrheit, sondern einzig seine Ariadne - was er uns auch sagen möge.

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Nachlass, KSA 10: 4
Die Kirche hat deutsche Kaiser auf Grund ihrer Laster in Bann getan: als ob ein Mönch oder Priester über das mitreden dürfte, was ein Friedrich der Zweite von sich fordern darf. Ein Don Juan wird in die Hölle geschickt: das ist sehr naiv. Hat man bemerkt, dass im Himmel alle interessanten Menschen fehlen?

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Nachlass, KSA 13: 11
Wir haben also als Missverständnis: eine kirchliche Ordnung, mit Priesterschaft, Theologie, Cultus, Sakramenten; kurz, alles das, was Jesus von Nazareth bekämpft hatte.

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Nachlass, KSA 13: 11 (vgl. "Der Antichrist", Kapitel 39 - 44)
Jesus ist das Gegenstück eines Genies: Er ist ein Idiot.

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Nachlass, KSA 13: 14 (vgl. "Der Antichrist", Kapitel 29)
Ich bringe den Krieg. ʼʼNichtʼʼ zwischen Volk und Volk: ich habe kein Wort, um meine Verachtung für die fluchwürdige Interessen-Politik europäischer Dynastien auszudrücken, welche aus der Aufreizung zur Selbstsucht Selbsterhebung der Völker gegen einander ein Prinzip und beinahe eine Pflicht macht.

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Nachlass, KSA 13: 25
Erziehung: wesentlich das Mittel, die Ausnahme zu ruiniren zu Gunsten der Regel. Bildung: wesentlich das Mittel, den Geschmack gegen die Ausnahme zu richten zu Gunsten des Mittleren.

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Der Wille zur Macht II, Kap. 7, § 933.
In dieser Woche habe ich ʼʼdreimalʼʼ die Matthäuspassion gehört, jedesmal mit demselben Gefühl der unermesslichen Verwunderung. Wer das Christentum völlig verlernt hat, der hört es hier wirklich wie ein Evangelium; es ist dies die Musik der Verneinung des Willens, ohne Erinnerung an die Askesis.

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(über Johann Sebastian Bach) - an Erwin Rohde, 30. April 1870, KSB 3: 76
Ich fand die ganze liebe deutsche Bestie gegen mich anspringend - ich bin ihr nämlich durchaus nicht mehr »moralisch genug.«

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an Hans Guido von Bülow, Anfang Dezember 1882, KSB 6: 344
Es ist ʼʼnichtʼʼ nötig, nicht einmal ʼʼerwünschtʼʼ, Partei für mich zu nehmen: im Gegenteil, eine Dosis Neugierde, wie vor einem fremden Gewächs, mit einem ironischen Widerstande, schiene mir eine unvergleichlich ʼʼintelligentereʼʼ Stellung zu mir.

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an Carl Fuchs, 29. Juli 1888, KSB 8: 1075
Lieber Herr Professor, zuletzt wäre ich sehr viel lieber Basler Professor als Gott; aber ich habe es nicht gewagt, meinen Privat-Egoismus so weit zu treiben, um seinetwegen die Schaffung der Welt zu unterlassen. Sie sehen, man muß Opfer bringen, wie und wo man lebt.

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an Jacob Burckhardt in Basel, 6. Januar 1889, KSB 8: 1256
Friedrich Nietzsche wurde in Lützen, Deutschland, geboren.

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Fakten über Friedrich Nietzsche

  • Wodurch ist Friedrich Nietzsche bekannt?

    Friedrich Nietzsche war ein deutscher Philosoph

  • Wie hieß Friedrich Nietzsche mit vollständigem Namen?

    Friedrich Nietzsche hieß gebürtig Friedrich Wilhelm Nietzsche.

  • Wie alt wurde Friedrich Nietzsche?

    Friedrich Nietzsche erreichte ein Alter von 55 Jahren.

  • Wann hat Friedrich Nietzsche Geburtstag?

    Friedrich Nietzsche wurde am 15. Oktober 1844 geboren.

  • Wo wurde Friedrich Nietzsche geboren?

    Friedrich Nietzsche wurde in Lützen, Deutschland, geboren.

  • Wann starb Friedrich Nietzsche?

    Friedrich Nietzsche ist am 25. August 1900 in Weimar, Deutschland, gestorben.

  • In welchem Sternzeichen wurde Friedrich Nietzsche geboren?

    Friedrich Nietzsche wurde im Sternzeichen Waage geboren.

  • Wie groß war Friedrich Nietzsche?

    Friedrich Nietzsche hatte eine Körpergröße von ca. 1,73 m.

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