Emil von Behring war ein deutscher Mediziner, der am 15. März 1854 geboren wurde und am 31. März 1917 verstarb. Behring erlangte Berühmtheit als Pionier der passiven Immunisierung, insbesondere durch seine Entwicklung der Blutserumtherapie. Für seine Entdeckung der Heilserumbehandlung mit Antitoxinen erhielt er 1901 den ersten Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Noch im selben Jahr wurde er von Kaiser Wilhelm II. in den Adelsstand erhoben. Behrings Karriere begann mit einem Medizinstudium am Königlichen medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Institut in Berlin, finanziert durch eine militärärztliche Dienstverpflichtung. Nach seiner Promotion und Approbation arbeitete er als Truppenarzt in verschiedenen Städten. In dieser Zeit veröffentlichte er erste Aufsätze über die Wirkung antiseptischer Mittel, insbesondere Jodoform, in der Deutschen Medicinische Wochenschrift. Ein entscheidender Wendepunkt war der Austausch mit dem Pharmakologen Carl Binz, der ihm neue Kontakte und Wissen in Chemie ermöglichte. Im Herbst 1888 zog Behring nach Berlin und arbeitete am Hygieneinstitut unter Robert Koch. Dort setzte er seine Forschungen zur Immunität fort, die er in Bonn begonnen hatte. Gemeinsam mit Franz Nissen veröffentlichte er eine Arbeit über die bakterienfeindlichen Eigenschaften des Blutserums. Parallel dazu forschte Kitasato Shibasaburō über Tetanus. Die Erkenntnisse beider Forscher führten zur Entwicklung der Blutserumtherapie gegen Diphtherie und Tetanus, ein Meilenstein in der Medizingeschichte. Die erste Anwendung von Behrings Heilserum am Menschen erfolgte 1892 in Leipzig. Paul Ehrlich trug wesentlich zur Entwicklung einer geeigneten Dosierung des Antitoxins bei. Ab 1894 wurde das Diphtherieheilserum industriell produziert und verkauft. Behring wurde 1894 zum Professor in Halle ernannt, wechselte aber bald nach Marburg. Dort forschte er weiter, auch an Tuberkulose, gründete das Behringwerk und wurde für seine Verdienste vielfach geehrt. Emil von Behring starb 1917 und wurde im Behring-Mausoleum in Marburg beigesetzt.
Der im Jahr 1902 erbaute Pavillon (nach einem Brand renovierungsbedürftig) für den Blick auf das Marburger Schloss und den Talkessel mit der Kernstadt von Marburg, ein Kulturdenkmal in Marburg (de-WP) erbaut und genutzt von Emil von Behring auf der Elsenhöhe (Annablick) oberhalb von Marbach nahe seines damaligen Wohnhauses im Mai 2016 2 Weitere ↓Fotos↓
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Bildquelle: Behring_Neapel_1895_groß.jpg Autor: Wikipedia / Luigi Lamarra, Fotograf in Neapel Lizenz: gemeinfrei
Emil Behring (1854-1917) 1895 in Naples. Portrait card with handwritten dedication "To dear Mr. Neuber, kindly E. Behring Marburg 2/10/1896".
Emil von Behring mit internationalen Tuberkuloseforschern am 28. Oktober 1902 vor seinem Schlossberg-Laboratorium (Institut für experimentelle Therapie) in Marburg.
This is a bottle of diphtheria antitoxin developed by Emil Adolf Behring (1854-1917) in 1891. He refined this treatment again in 1913. This bottle of “Behring’s diphtheria remedy” was taken from a German battleship during the First World War, the first major conflict where more troops died from their wounds rather than disease. This was partly due to vaccination.
maker: Farbwerke vorm Meister Lucius und Brüning
Place made: Höchst, Darmstadt, Hesse, Germany
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Keywords: Vaccination; antitoxin; Diphtheria; bottle
Emil von Behring (1854-1917) and his wife Else born Spinola (1876–1936) in 1912 on the Via Krupp on the island Capri in Italy. In the background Torre Saracena and Monte Tiberio.
Emil von Behring. Photograph.
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Keywords: portrait photographs
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Bildquelle: EmilVonBehring.jpg Autor: Wikipedia / Waldemar Franz Hermann Titzenthaler Lizenz: gemeinfrei
Emil von Behring (1854-1917) on his 60. Birthday in his workroom in Marburg. Detail of a photograph by Waldemar Titzenthaler who came from Berlin for this event.
Glückwunschadresse mit einer Illustration eines säenden Bauern von Otto Ubbelohde von der Medizinischen Fakultät der Universität Marburg für Emil von Behring zum 60. Geburtstag.
European tuberculosis researchers and physicians from Paris, Vienna, Moskow and Switzerland visiting Emil von Behring in October, 1902 in Marburg. In the background we can see the entrance of Behring's private laboratory in Marburg.
Büste (Detail) für Emil von Behring an der Ecke Pilgrimstein/Deutschhausstraße in Marburg, eingeweiht 1940.
Inschrift:
DEM GROSSEN ARZT UND FORSCHER
BEHRING
1854-1917
Büste für Emil von Behring an der Ecke Pilgrimstein/Deutschhausstraße in Marburg, eingeweiht 1940.
Inschrift:
DEM GROSSEN ARZT UND FORSCHER
BEHRING
1854-1917
Bildtext: Teckningen visar det ögonblick då kronprinsen öfverlämnar diplom till professor van’t Hoff. — Bakom denne synes professorerna Behring och Röntgen. — Bakom f. d. statsminister Boström står d:r C. D. af Wirsén, svenska Akademiens sekreterare — Vid talarstolen f. d. riksarkivarien Odhner.