Dietrich Bonhoeffer †

Steckbrief von Dietrich Bonhoeffer

Name:Dietrich Bonhoeffer
Beruf:deutscher Theologe
Alter:39 Jahre
Geburtsdatum:4. Februar 1906
Geburtsort:Breslau, Polen
Todesdatum:9. April 1945
Sterbeort:Flossenbürg, Deutschland
Todesursache:Tod durch Erhängen
Sternzeichen:Wassermann
Chinesisches
Tierkreiszeichen:
Feuer-Pferd
Größe:unbekannt

Familie & Partner

ElternKarl Bonhoeffer, Paula Bonhoeffer
GeschwisterChristine Bonhoeffer, Sabine Leibholz, Karl Friedrich Bonhoeffer, Klaus Bonhoeffer, Ursula Schleicher, Susanne Dreß
ZeitraumPartner
1943 – 1945Maria von Wedemeyer
Partnerin

Dietrich Bonhoeffer war ein lutherischer Theologe, der am 4. Februar 1906 in Breslau geboren wurde und am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg verstarb. Er engagierte sich in der Bekennenden Kirche und leistete Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Nach seinem Studium und einem Aufenthalt in Rom wurde Bonhoeffer Privatdozent für Evangelische Theologie in Berlin und Jugendreferent einer ökumenischen Organisation. Schon früh, ab 1933, positionierte er sich öffentlich gegen die Judenverfolgung und beteiligte sich am Kirchenkampf gegen die "Deutschen Christen". Er leitete ab 1935 ein Predigerseminar der Bekennenden Kirche in Finkenwalde, bis dieses 1940 geschlossen wurde.
Um 1938 schloss sich Bonhoeffer dem Widerstand um Admiral Wilhelm Canaris an. Wegen seiner Haltung erhielt er 1940 Redeverbot und 1941 Schreibverbot. Im April 1943 wurde er verhaftet und zwei Jahre später auf direkten Befehl Hitlers hingerichtet, da er mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 in Verbindung gebracht wurde.
Bonhoeffer betonte die Bedeutung der weltweiten Gemeinschaft der Christen und die Notwendigkeit, Glauben und Handeln in Einklang zu bringen. In seinen Gefängnisbriefen entwickelte er Gedanken für eine Kirche, die sich mit den Bedürftigen solidarisiert und Bibel und Gottesdienst nichtreligiös interpretiert. Bonhoeffer wuchs in einer großbürgerlichen Familie auf, in der die Mutter für die christliche Erziehung der Kinder sorgte. Nach dem Tod seines Bruders im Ersten Weltkrieg beschäftigte er sich intensiv mit Fragen über Tod und Ewigkeit. Nach dem Abitur studierte er Theologie in Tübingen und Berlin und kam dort mit wichtigen theologischen Strömungen in Berührung.
Nach seiner Rückkehr aus New York lehrte Bonhoeffer an der Berliner Universität und engagierte sich in einer Konfirmandengruppe in einem Arbeiterbezirk. Er wurde zum Pfarrer ordiniert und übernahm eine Aufgabe als Internationaler Jugendsekretär des Weltbunds für Freundschaftsarbeit der Kirchen.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten kritisierte Bonhoeffer frühzeitig den Nationalsozialismus und setzte sich für die Verfolgten ein. Er ging als Pfarrer nach London, kehrte aber 1935 nach Deutschland zurück, um das Predigerseminar in Finkenwalde zu leiten. Bonhoeffer nutzte seine ökumenischen Kontakte, um im Ausland über die Situation in Deutschland zu informieren und Unterstützung für den Widerstand zu gewinnen.
Ab 1940 arbeitete Bonhoeffer im Amt Ausland/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht und nutzte seine Position, um Kontakte zu den Alliierten herzustellen. Er beteiligte sich an Planungen für ein Attentat auf Hitler, das jedoch nicht zustande kam. Nach seiner Verhaftung im April 1943 verbrachte Bonhoeffer zwei Jahre in verschiedenen Gefängnissen und Konzentrationslagern, bevor er kurz vor Ende des Krieges hingerichtet wurde.
Bonhoeffer nahm die Konsequenz seines Widerstands, den Tod als Rechtsbrecher im Sinne des geltenden Staatsgesetzes, bewusst an.

Zitate von Dietrich Bonhoeffer

Billige Gnade heißt Gnade als Schleuderware, verschleuderte Vergebung, verschleuderter Trost, verschleudertes Sakrament; Gnade als unerschöpfliche Vorratskammer der Kirche, aus der mit leichtfertigen Händen bedenkenlos und grenzenlos ausgeschüttet wird; Gnade ohne Preis, ohne Kosten.

Quelle

Nachfolge (1937), DBW 4 (N), 29.
Das ist das Ende. Für mich der Beginn des Lebens.

Quelle

Letzte Worte, 9. April 1945, überliefert durch Payne Best an Bischof George Bell, DBW 16, S. 468.
das Reden von den menschlichen Grenzen ist mir überhaupt fragwürdig geworden , es scheint mir immer, wir wollten dadurch nur ängstlich Raum aussparen für Gott; .

Quelle

Brief an Eberhard Bethge vom 30. April 1944, in: Widerstand und Ergebung (hg. von Eberhard Bethge), 10. Aufl., Gütersloh 1978, S. 135.

Alle Zitate anzeigen

Die Zeit, in der man alles den Menschen durch Worte - seien es theologische oder fromme Worte - sagen könnte, ist vorüber; ebenso die Zeit der Innerlichkeit und des Gewissens und d.h. eben die Zeit der Religion überhaupt.

Quelle

Brief an Eberhard Bethge vom 30. April 1944, DBW 8, S. 402 f.
Ein Gutseinwollen an sich, gewissermaßen als Selbstzweck, als Lebensberuf, verfällt der Ironie der Unwirklichkeit, aus dem echten Streben nach dem Guten wird hier die Streberei des Tugendboldes.

Quelle

Ethik, DBW 6 (E), S. 35.
Es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche.

Quelle

an Eberhard Bethge, 19. März 1944, DBW 8 (WE), S. 359.
Ich glaube, daß die Bibel allein die Antwort auf alle unsere Fragen ist und daß wir nur anhaltend und demütig zu fragen brauchen, um die Antwort von ihr zu bekommen.

Quelle

an Rüdiger Schleicher, 8. April 1936, DBW 14, S. 144 f.
Jesus ruft nicht zu einer neuen Religion auf, sondern zum Leben.

Quelle

Brief vom 18. Juli 1944 an Eberhardt Bethge; in: D. Bonhoeffer. Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, hrsg. von Eberhardt Bethge. 2. Aufl. 1977, S. 396, DBW 8, S. 537
Schlimmer ist es, wenn ein Lügner die Wahrheit sagt, als wenn ein Liebhaber der Wahrheit lügt, schlimmer wenn ein Menschenhasser Bruderliebe übt, als wenn ein Liebhaber der Menschen einmal vom Haß überwältigt wird. Besser als die Wahrheit im Munde des Lügners ist noch die Lüge, besser als die Tat der Bruderliebe des Menschenfeindes ist der Haß.

Quelle

Ethik, Zusammengestellt und hrsg. von Eberhard Bethge, 12. Auflage, Kaiser, München 1998. S. 68-69; DBW (E) 6, 62f.
Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern, // des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, // so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern // aus Deiner guten und geliebten Hand.

Quelle

Aus dem Gedicht "Von guten Mächten", geschrieben Ende 1944 im Kellergefängnis Prinz-Albrecht-Strasse in Berlin, DBW 8 (WE), S. 607f.
Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir sie brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.

Quelle

aus: "Rechenschaft an der Wende zum Jahr 1943", im Gefängnis Berlin-Tegel
Dietrich Bonhoeffer wurde in Breslau, Polen, geboren.

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Fakten über Dietrich Bonhoeffer

  • Wodurch ist Dietrich Bonhoeffer bekannt?

    Dietrich Bonhoeffer war ein 🙋‍♂️ deutscher Theologe

  • Wie alt wurde Dietrich Bonhoeffer?

    Dietrich Bonhoeffer erreichte ein Alter von ⌛ 39 Jahren.

  • Wann hat Dietrich Bonhoeffer Geburtstag?

    Dietrich Bonhoeffer wurde an einem Sonntag am ⭐ 4. Februar 1906 geboren.

  • Wo wurde Dietrich Bonhoeffer geboren?

    Dietrich Bonhoeffer wurde in 🚩 Breslau, Polen, geboren.

  • Wer sind die Eltern von Dietrich Bonhoeffer?

    Die Eltern von Dietrich Bonhoeffer heißen Karl Bonhoeffer und Paula Bonhoeffer.

  • War Dietrich Bonhoeffer verheiratet oder hatte er eine Partnerin?

    Dietrich Bonhoeffer war nach offiziellen Informationen nicht verheiratet.

  • In welchem Sternzeichen wurde Dietrich Bonhoeffer geboren?

    Dietrich Bonhoeffer wurde im westlichen Sternzeichen Wassermann geboren. Nach der chinesischen Astrologie ist sein Tierkreiszeichen das Pferd 马 mit dem Element Feuer ('Feuer-Pferd').

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