Heinz Rudolf Kunze

Steckbrief von Heinz Rudolf Kunze

Name:Heinz Rudolf Kunze
Vollständiger
Name:
Heinz Rudolf Erich Arthur Kunze
Beruf:deutscher Sänger und Liedermacher
Alter:67 Jahre
Geburtsdatum:30. November 1956
Geburtsort:Espelkamp-Mittwald, Deutschland
Sternzeichen:Schütze
Größe:unbekannt
Augenfarbe:blau

Heinz Rudolf Erich Arthur Kunze ist ein deutscher Rocksänger, Schriftsteller, Liedermacher und Musicaltexter/-übersetzer. Seinen größten Single-Erfolg hatte er 1985 mit Dein ist mein ganzes Herz.

Kunze hat 489 Lieder veröffentlicht und nach eigenen Angaben weitere rund 5700 Texte geschrieben. Er war gelegentlich als Dozent für verschiedene Hochschulen tätig.

Kunzes Familie stammt aus dem heute polnischen Teil von Guben und Berlin. Heinz Rudolf wurde im Flüchtlingslager Espelkamp bei Minden geboren, wo sein Vater Rudi Kunze, der Frontoffizier bei der Waffen-SS gewesen und erst 1956 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt war, Arbeit bei der Lagerleitung gefunden hatte. Der berufliche Werdegang des Vaters als Lehrer brachte in den Folgejahren häufige Wohnortwechsel mit sich; Familie Kunze wohnte zuerst in Lengerich, dann in Alte Piccardie an der niederländischen Grenze, später in Bad Grund. Ende 1963 wurde sie in Osnabrück heimisch. Dort nahm der Vater eine Tätigkeit als Hochschulassistent an der Pädagogischen Hochschule bei der Sozialpädagogin Elisabeth Siegel an. Die Mutter Gerda Kunze geb. Lehmann war Hebamme, Kinderkrankenschwester und Grundschullehrerin, der Historiker Rolf-Ulrich Kunze ist Kunzes Bruder.

Kunze besuchte das Graf-Stauffenberg-Gymnasium in Osnabrück und legte nach eigenen Angaben mit dem Notendurchschnitt von 1,4 das beste Abitur seines Jahrgangs ab. Wegen einer Arthrose im linken Mittelfußgelenk wurde er als T4 gemustert und nicht zur Bundeswehr eingezogen. Nach dem Abitur studierte er Germanistik und Philosophie und war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Er legte das Erste und Zweite Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab; er unterrichtete als Referendar, doch nie als examinierter Lehrer, wie er betont. Kunze arbeitete danach an einer Doktorarbeit über das Gottesbild der Philosophen Baruch de Spinoza und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling; diese blieb unvollendet wegen seines Schallplattenvertrags im Jahr 1980.

Als junger Student hörte Heinz Rudolf Kunze mit Vorliebe die Radio-Sendungen des BBC-Moderators John Peel. Seine musikalische Sozialisation erlebte er als jugendlicher Prog-Rocker mit Bands wie Yes, Jethro Tull, Genesis und King Crimson. Außerdem hörte er während der Adoleszenz ihn prägenden Bluesrock von John Mayall und Ten Years After. In einem Interview gab Kunze an, sich im Alter von 13 Jahren an dem Musiker Pete Townshend orientiert zu haben. Die erste Single, die er sich kaufte, war The Sun Ain’t Gonna Shine Anymore von den Walker Brothers. Seine erste Langspielplatte war Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band von The Beatles.

Mitte der 1970er Jahre gewann Heinz Rudolf Kunze den 1. Preis für Kurzprosa in einem Literaturwettbewerb.

Kunze begann seine künstlerische Laufbahn am 9. November 1980: Er nahm, musikalisch begleitet von Mick Franke, am Pop-Nachwuchs-Festival im Stadttheater Würzburg teil, das die Deutsche Phono-Akademie zum dritten Mal veranstaltete. Die Jury unter Leitung von Michael Kunze kürte ihn zu einem der Preisträger in der Sparte „Folk, Lied, Song“. Sein Titel „Bestandsaufnahme“ schaffte es in voller Länge auf die gleichnamige Festival-LP und wurde damit zu Kunzes erster Schallplatten-Aufnahme. Produzent Siegfried Loch holte Kunze mit einem Fünfjahresvertrag zur Plattenfirma WEA.

Das Debütalbum Reine Nervensache wurde wohlwollend aufgenommen und das folgende Album Eine Form von Gewalt 1982 mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet. Kurz danach begann Kunze parallel erste journalistische Arbeiten: Für den Spiegel verfasste er ein Randy-Newman-Essay und moderierte für den NDR sowie den SFB Radiosendungen. Im NDR wurde seine mehrteilige David-Bowie-Analyse „Der Favorit“ ausgestrahlt. Das Phänomen Kunze wurde wohl auch durch den Aufwind für deutschsprachige Texte Anfang der 1980er Jahre im Zuge der Neuen Deutschen Welle erklärbar. Kunze wurde vom damaligen Management und vom Publikum zunächst als Liedermacher mit philosophischem Hintergrund in der Tradition von Bob Dylan oder als Singer/Songwriter nach US-amerikanischer Tradition eingeordnet. In dieser Zeit entstand auch die Bezeichnung „Niedermacher“, um Kunzes Text- und Musikkunst zu umschreiben. Dass er als intellektueller Rock-Poet in den Musikcharts Erfolg haben würde, hatten viele Weggefährten nicht erwartet.

Ein erster kommerzieller Erfolg gelang Kunze 1984 zuerst mit der Single „Sicherheitsdienst“ und wenig später mit der deutschen Version des Kinks-Klassikers „Lola“. „Ausnahmezustand“ markiert das letzte Album von Kunze als Liedermacher, Singer/Songwriter. Nach Aufnahme des Komponisten und Gitarristen Heiner Lürig in seine Band „Verstärkung“ 1985 und dem Singlehit „Dein ist mein ganzes Herz“ gelang es Kunze, breitere Hörerschichten zu begeistern und sich auch im Bereich Deutschrock zu etablieren. Diese aus der gleichnamigen und bei Conny Plank aufgenommenen LP ausgekoppelte Single war sein Durchbruch als Musiker im Rock-/Pop-Bereich. Dabei blieb Kunze seinen eigenen hohen Texter-Maßstäben treu, auch wenn die Melodien dank Heiner Lürig eingängiger wurden: „Wie fühlt man sich als Schnee von morgen? Als Bombe, die nicht richtig tickt? Als Teilchen ohne Masse, als Bester ohne Klasse, als Welt, die nie das Licht erblickt?“. 1986 kam sein Titel „Mit Leib und Seele“ auf den Markt. In der Folge wurde der Musiker erstmals mit der Goldenen Stimmgabel ausgezeichnet und tourte durch die DDR. In den Folgejahren wurden mit 1986 „Wunderkinder“, 1988 „Einer für alle“, 1989 „Gute Unterhaltung“, 1991 „Brille“ und 1992 „Draufgänger“ teils sehr erfolgreiche Rock/Pop-Alben veröffentlicht.

Zwischen den Alben-Veröffentlichungen waren Kunze und Verstärkung immer wieder auf ausgedehnten Tourneen deutschlandweit unterwegs und auf den Bühnen präsent, auch in der DDR. Wohl als Höhepunkt kann dabei das Konzert bei Rock am Ring am 7. Juni 1987 als Vorband von David Bowie angesehen werden.

Nach dem Album Kunze: Macht Musik 1994 trennte er sich von fast allen Musikern seiner Band „Verstärkung“. 1996 und mit bis auf Heiner Lürig komplett neuer Besetzung der Band „Verstärkung“ folgt das Album „Richter Skala“, das in der Fachpresse hochgelobt wird, aber beim breiten Publikum nicht den erhofften Zuspruch bekommt. 1997 bereits erscheint das 13. Studioalbum „Alter Ego“ und erreicht Chartplatz 33. Ende der 1980er Jahre begann auch seine Zusammenarbeit mit Herman van Veen, für dessen Alben er seitdem regelmäßig Songbeiträge leistet. Heinz Rudolf Kunze, der seit 1984 auch eigene Bücher veröffentlicht, ging 1994/95 mit einem zweiten literarischen Programm „Der Golem aus Lemgo“ auf Tournee durch Deutschland.

1996 beklagte Kunze in einem Interview des Spiegel als Sprecher von rund 600 deutschsprachigen Künstlern „die Flut von ausländischer Musik und eben auch ausländischem Schund“ und sprach sich für eine Mindestquote deutscher Rockmusik im Radio aus. Diese Forderung stieß in vielen deutschen Medien auf Kritik. In der Folge wurde Kunze in der öffentlichen Diskussion oft als allein verantwortlicher „Quotenforderer“ dargestellt.

1999 kehrte für Kunze mit der Lürig-Komposition „Aller Herren Länder“ mit dem Thema „Flüchtlinge“ als Singleauskopplung aus dem Album „Korrekt“ der Erfolg zurück. Für diese Single erhielt er erneut die Goldene Stimmgabel sowie den Fred-Jay-Preis der GEMA. Ebenfalls 1999 folgte eine goldene CD für die Übersetzungsarbeit am Musical Miss Saigon.

2001 erschien das Album Halt. Kunze setzte die Reihe seiner Buch-Veröffentlichungen fort und schrieb das Libretto für gleich zwei Shakespeare-Musicals nach der Musik von Heiner Lürig. Nach den Musical-Erfolgen durften sich beide Künstler 2003 in das Goldene Buch der Stadt Hannover eintragen, womit eine Art Rückschau auf Kunzes künstlerisches Werk begann. In der Folge erhielt er den Praetorius Musikpreis und den Niedersächsischen Staatspreis für sein Lebenswerk. 2007 wurde ihm von Dieter Thomas Heck eine weitere Goldene Stimmgabel verliehen, ebenfalls für sein Lebenswerk.

2005 steuerten Kunze und Lürig zum Deutschen Evangelischen Kirchentag 2005 das Kirchentagslied Mehr als dies/Wenn dein Kind dich morgen fragt bei. Dazu wurde eine CD-Sonderedition mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren veröffentlicht.

Kunze feierte 2005 sein 25-jähriges Bühnenjubiläum, das der WDR für den Rockpalast aufzeichnete. Heiner Lürig kehrte 2005 nochmals für zwei Studioalben zu ihm zurück und ist bei den Alben 2005 „Das Original“ und 2007 „Klare Verhältnisse“ als Mitproduzent dabei.

Im Jahr 2006 sang Kunze das von ihm mitgetextete Titel-Lied zur gleichnamigen ARD-KiKA-Zeichentrickfilmserie Little Amadeus.

Im November 2006 brachten Heinz Rudolf Kunze und der Schauspieler Rolf Hoppe auf Schloss Weesenstein ihr gemeinsames Programm Sachsophonie zur Aufführung. Sie präsentierten persönliche Lieblingstexte verschiedener Autoren aus Sachsen und Niedersachsen – von Lessing bis Kunze – und traten beide auch sangesfreudig in Erscheinung.

Am 8. März 2007 nahm er an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest Wer singt für Deutschland? mit dem Lied Die Welt ist Pop teil. Die von der Plattenfirma forcierte Teilnahme Kunzes an der Vorentscheidung wurde in den Medien als „Comebackversuch“ gewertet; die dort vorgestellte Single fand nicht den Weg in die Plattenläden. Da der erhoffte kommerzielle Erfolg ausblieb, gingen Lürig und Kunze seit Mitte 2008 getrennte Wege. Während Lürig mit „Hausboot“ eine neue Band gründete, kündigte Kunze für 2009 mit „Protest“ ein weiteres Album an, das im Herbst 2008 von Leo Schmidthals produziert wurde.

Mit dem im Januar 2009 erschienenen Album „Protest“ gelang Kunze der Einstieg auf Position 15 der Verkaufscharts. Von den ausgekoppelten Singles – die von der BMG nicht als Tonträger, sondern nur als Musik-Download veröffentlicht wurden – konnte sich die Doppelveröffentlichung „Längere Tage/Astronaut in Bagdad“ auf Platz 93 der Deutschen Single-Verkaufscharts platzieren. Wie beim Abschluss der „Protest“-Tournee am 28. Juni 2009 in Kiel bekanntgegeben wurde, soll dieses Konzert das letzte HRK-Konzert mit Verstärkung bis zum Jahre 2011 sein, denn der Künstler werde sich nunmehr auf seine akustischen Liveauftritte im „Räuberzivil“-Trio mit Wolfgang Stute und Hajo Hoffmann konzentrieren und auch weiter zusammen mit Purple Schulz’ Programm „Gemeinsame Sache“ auftreten. Zudem erschien im Herbst 2009 mit „Saldo Mortale“ ein weiteres Buch mit bislang unveröffentlichten Texten.

Heinz Rudolf Kunze heiratete in zweiter Ehe eine Konflikttrainerin; einen Tag vor der Eheschließung im September 2009 erschien sein Doppelalbum Räuberzivil. Das 2009er Cover von „Dein ist mein ganzes Herz“, Mi Corazon, wurde auch in einer zweisprachigen Fassung veröffentlicht, in der Kunze die deutschsprachigen Parts seines größten Hits sang.

2010 erschien die DVD-Box In alter Frische mit Kunzes wichtigsten Rockpalast-Auftritten samt Bonus-CD mit dem Live-Mitschnitt eines Auftritts in der damaligen DDR.

Im Sommer 2010 nahm Heinz Rudolf Kunze das Studio-Album Die Gunst der Stunde auf, das im Januar 2011 zu seinem 30. Bühnenjubiläum erschien. Produziert wurde es von Kunze; als Co-Produzent fungierte Leo Schmidthals. Auf die Veröffentlichung folgte eine Tour durch Deutschland. 2012 war Heinz Rudolf Kunze live in kleiner Besetzung mit dem Projekt Räuberzivil unterwegs. Anfang 2013 gingen Kunze und Tobias Künzel gemeinsam auf die Bühnen – als „KuK – Kunze und Künzel“. Beide Projekte erschienen auch als Live-Mitschnitte.

2012 erschien das Album Ich bin mit Titeln von Heinz Rudolf Kunze im Duett mit Pe Werner, Achim Reichel, Reinhard Mey, Hartmut Engler, Herman van Veen, Purple Schulz, Stefan Gwildis, Jan Plewka, Julia Neigel, Joachim Witt, Heiner Lürig und Tobias Künzel.

2013 wechselte Kunze die Haupt-Plattenfirma: von Ariola zur RCA. Im Herbst kam das von Kunze, Jens Carstens und Zoran Grujovski produzierte Studioalbum Stein vom Herzen, die erste Veröffentlichung bei RCA, heraus. Davor war er beim Festival 28 Jahre Songs an einem Sommerabend auf Kloster Banz aufgetreten.

Im Januar 2014 erschien parallel zur Tour das Live-Album Stein vom Herzen – Live bei radio 88.8, das der Mitschnitt des Studio-Konzerts vom 21. November 2013 beim gleichnamigen RBB-Radioprogramm ist.

Eine fünfteilige Edition remasterter HRK-Alben wurde im Januar 2014 von Rakete Medien veröffentlicht.

Heinz Rudolf Kunze und Heiner Lürig haben im Jahr 2015 für Bernd Stelter das Lied „Das Gute“ geschrieben, das auf dessen Album „Wer Lieder singt, braucht keinen Therapeuten“ erschien.

Am 30. September 2016 erschien Kunzes erstes Coveralbum mit Coverversionen von Liedern von Karat, Hildegard Knef, Freddy Quinn, Roy Black, Die Ärzte, Einstürzende Neubauten, Deutsch Amerikanische Freundschaft, Thees Uhlmann, Casper, Ideal, Udo Jürgens, Münchner Freiheit, Die Toten Hosen und Puhdys.

Neue künstlerische Wege betrat Heinz Rudolf Kunze im Juni 2014 – als geistiger Vater von Quentin Qualle und als Autor und Komponist von Kinderliedern: Kunze erdachte Quentin Qualle und dessen Meeresfreunde, von ihm stammen die Liedertexte zur Begleit-CD des Kinderbuchs „Die Muräne hat Migräne“. Den Text zum Kinder-Bilderbuch, veröffentlicht vom Loewe Verlag Bindlach, schrieb Kunzes Schlagzeuger Jens Carstens. Die Lieder stammen von Heinz Rudolf Kunze, Jens Carstens und Zoran Grujovski; die Figuren gestaltete Julia Ginsbach, die die Kinderbuchserie Tafiti illustriert. Zeitgleich erschien das gleichnamige Hörbuch beim Label Edel kids. Bei den Quentin-Qualle-Aufführungen ab September 2014 wirkte der Musiker Jens Wrede mit – offensichtlich als Ersatz für Grujovski. Im Januar 2015 erschien Band 2 „Quentin Qualle – Rock am Riff“ mit Lieder-CD. Im Sommer 2015 folgte Band 3 Quentin Qualle – Halligalli bei Zirkus Koralli wieder mit Lieder-CD.

Ab 2015 war Kunze mit seinem Programm Einstimmig erstmals in seiner Karriere musikalisch solo auf der Bühne zu erleben, wo er sich fast drei Stunden lang pro Konzert abwechselnd am Klavier und an der Gitarre musikalisch begleitete.

Seit 2019 ist er mit dem Solo-Programm Wie der Name schon sagt deutschlandweit unterwegs, das er als „eine Mischung aus Springsteen on Broadway und der Harald-Schmidt-Show“ beschreibt.

Davor war er entweder mit dem Gitarristen Jan Drees oder mit Gitarristen Ralph König aus der Räuberzivil-Band unterwegs.

Seinem im Februar 2015 veröffentlichten Album Tiefenschärfe hatte Kunze vorausgesagt, dass das Lied Willkommen, liebe Mörder Ärger bereiten werde. Kunze hatte sich dafür von Max Frischs Theaterstück Biedermann und die Brandstifter inspirieren lassen. An diese „Parabel über falsch verstandene Toleranz, die zum Untergang führt“, traue sich heute kein Theater mehr heran, obwohl es das „momentan wohl aktuellste deutsche Stück“ sei. Deshalb habe er das Lied gemacht. Man müsse jedoch „den Song nicht unbedingt nur auf den Islam fokussieren“. Das Lied wurde als Video auf zahlreichen Seiten der social media verbreitet, darunter auch politisch rechts stehende, die Willkommen, liebe Mörder als sarkastischen Kommentar zur Willkommenskultur verstanden. Daraufhin verbat sich Kunze „jede dem Geist dieses Songs widersprechende Vereinnahmung und Anbiederung, zumal von rechts“. Er erklärte in einem Facebookbeitrag: „Das Lied ‚Willkommen liebe Mörder‘ von meinem Räuberzivil-Album ‚Tiefenschärfe‘ entstand im Sommer 2014, also ein Jahr vor der Flüchtlingsdebatte. Gemeint und auf ironische Weise angesprochen sind die Mörder des NSU.“

Anfang Februar 2018 schloss Kunze einen Plattenvertrag mit Electrola/Universal Music Group. Am 4. Mai erschien dort das Album „Schöne Grüße vom Schicksal“. Die Tour zum Album „Schöne Grüße vom Schicksal“ begann am 11. Januar 2019 in Leipzig. Zur Verstärkung gehören 2019 neben den bisherigen Musikern Jens Carstens, Peter Koobs, Leo Schmidthals und Matthias Ulmer auch die Sängerinnen Jördis Tielsch und Natalie Pütz sowie der Gitarrist Andrew Gräser.

Im Oktober 2019 veröffentlichte die Schlagersängerin Nicole ihr Album 50 ist das neue 25, für dessen gleichnamigen Titelsong sowie für sechs weitere Lieder Heinz Rudolf Kunze die Texte und Jens Carstens die Kompositionen schufen. Hinzu kommt noch die von Nicole und Heinz Rudolf Kunze eingesungene Duett-Version von Dein ist mein ganzes Herz.

Im November 2019 veröffentlichte Kunze die Single Der Prediger aus dem am 21. Februar 2020 erschienenen Album Der Wahrheit die Ehre, mit dem Kunze auf Platz 3 der deutschen Album-Charts landete.

Im Januar 2020 unterstützte Kunze als Erzähler die Neufassung von Oscar Wildes Meisterwerk „Das Gespenst von Canterville“ mit 100 Musikerinnen und Musikern im Rahmen der jährlichen Veranstaltungsreihe Cinephonics der Kreismusikschule Alzey-Worms.

Am 6. März 2020 veröffentlichte die Band Anyone’s Daughter die Single One World for You and Me, bei dem mehrsprachigen Lied sind Heinz Rudolf Kunze, Tayfun Ünlü, Mick Jackson, Dani Suara sowie John Vooijs und Matthias Ulmer zu hören.

Im Mai 2020 erschien das Hörbuch Wenn man vom Teufel spricht – Live Lesung in Leipzig, aufgezeichnet im März 2020 im Kupfersaal Leipzig. Am 23. Mai 2020 gab Kunze in Erfurt coronabedingt das erste Autokonzert seiner Karriere. Am 13. November 2020 erschien das Doppel-Album Wie der Name schon sagt – Solo live.

Seit Juni 2020 gibt es Kunzes Podcast Durch die Brille gefragt, in dem er Persönlichkeiten aus Musik, Entertainment, Politik, Wirtschaft und Sport interviewt. Gäste waren u. a. Klaus Meine, Jim Rakete, Reinhard Mey, Flake, Arno Köster, Jan Hofer und Jerry Scheff.

Von April bis Juni 2022 sind Kunze + Verstärkung anlässlich seines vierzigjährigen Bühnenjubiläums mit der wegen Corona zweimal verschobenen Tournee Der Wahrheit die Ehre mit 16 Konzerten unterwegs.

Am 26. Mai 2023 erschien mit Können vor Lachen das 39. Album von Heinz Rudolf Kunze. Das Album bietet 14 neue Songs und ist als CD und auf Vinyl verfügbar. Zudem ist eine Fanbox erhältlich, die die Dokumentation Werdegang – 40 Jahre Heinz Rudolf Kunze beinhaltet.

Heinz Rudolf Kunze hat für andere Künstler Kompositionen und Texte geschaffen bzw. fremdsprachige Texte ins Deutsche übertragen. So schrieb Kunze für Herman van Veen, Milva, Mario Adorf, Karel Gott, The Hooters, Peter Hammill, die Rock-Band City um Sänger Toni Krahl, Bernd Stelter, Dieter Birr, Hildegard Knef und Nicole. Der Auftrag von Udo Jürgens, nach dessen rudimentären musikalischen Vorgaben auch für ihn zu texten, blieb Kunze zufolge aus eigenem Unvermögen im Ansatz stecken, was er sehr bedauerte, da man einander bereits seit den 1980er-Jahren gekannt und geschätzt habe.

Im September 2019 erschien Leonardo Colombatis Buch „Bruce Springsteen – Like a Killer in the Sun“ als deutsche Erstausgabe, für das Heinz Rudolf Kunze die 101 enthaltenen Springsteen-Liedtexte ins Deutsche übertragen hat. Kunze widmete diese Übertragungen seinem verstorbenen Freund Peter Rüchel, WDR-Redakteur sowie Erfinder und Macher des Rockpalast: „Er war der erste, der mich vor Jahrzehnten auf Springsteen aufmerksam gemacht hat, und einer der wichtigsten Lehrer meines Lebens“.

Heinz Rudolf Kunzes Aktivitäten sind vielseitig. 2003 sprach sich Kunze auf einem Konzert in Hamburg gegen den Irak-Krieg aus. Neben seiner Rockmusik schrieb Kunze den Text für die Hymne des 30. Evangelischen Kirchentages 2005 in Hannover, schrieb den Text für den Titelsong der Zeichentrickserie Little Amadeus und war dreieinhalb Jahre Sachverständiger in der Enquête-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages.

Kunze betätigte sich in den ARD-Fernsehserien In aller Freundschaft und Großstadtrevier als Schauspieler, in letzterer in der 289. Folge. 2015 hatte er eine kleine Rolle in der Folge „Die Spur der Nachtigall“ der TV-Serie SOKO Wismar. In dem Film Timm Thaler oder das verkaufte Lachen, der im Februar 2017 in die Kinos kam, übernahm Kunze eine kleinere Rolle, ebenso war er im Januar 2021 im Stuttgarter Tatort Das ist unser Haus in einer Nebenrolle zu sehen. Er spielte sich selbst in der Fernsehserie Das Institut – Oase des Scheiterns.

Darüber hinaus hält er Lesungen in Theatern, Kleinkunstbühnen und Kirchen, nimmt an Fernsehshows wie Das perfekte Promi-Dinner und Das große Einseifen teil, war Juror des Gospel-Awards 2005 und 2006. Am 13. November 2009 wurde er Schirmherr des gemeinnützigen Berliner Projektes „Der Straßenchor“, welches das ZDF in einer achtteiligen Serie dokumentiert hat.

Kunze lehrt seit dem Wintersemester 2007 das Schreiben von Songs als Dozent im Studiengang Popularmusik der Hochschule Osnabrück.

Im Februar 2017 ist Heinz Rudolf Kunze auf dem Hommage-Album „Manfred Krug: Seine Lieder“ vertreten, er interpretiert darauf das Lied „Früh war der Tag erwacht“.

Studioalben

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Heinz Rudolf Kunze hat nach eigenen Angaben bislang rund 4,5 Millionen Tonträger verkaufen können.

Seit Beginn seines musikalischen Schaffens hat Heinz Rudolf Kunze einen überschaubaren Kreis an professionellen Musikern an seiner Seite, die ihn im Studio und auf den Tournee-Bühnen unterstützen und sein musikalisches Anliegen verstärken. Von Anfang an traten sie als Gruppe in Erscheinung – als „Heinz Rudolf Kunze und Verstärkung“. Kunze war dem Kreis dieser Musiker eng verbunden und scheute personelle Veränderungen. Das führte auch dazu, dass Kunze in seinen erfolgreichen Jahren seine Musiker wie Angestellte monatlich entlohnte, auch wenn weder Studio-Produktionen noch Tourneen waren – eine auch damals schon ungewöhnliche Praxis.

Im Laufe der Jahrzehnte ergaben sich mehrere meist grundsätzliche Veränderungen der an der Verstärkung beteiligten Musiker, so dass bis heute vier Generationen erkennbar sind:

Die Verstärkung 1981 bis 1984: Mick Franke, Hendrik Schaper, Josef Kappl sowie am Schlagzeug Joachim Luhrmann und Mickie Stickdorn.

Die Verstärkung 1985 bis 1994: Joschi Kappl, Peter Miklis, Thomas Bauer, Martin Huch und Heiner Lürig.

Die Verstärkung 1995 bis 2002: Raoul Walton, Matthias Ulmer, CC Behrens und weiterhin Heiner Lürig.

Die Verstärkung seit 2002: Jens Carstens, Leo Schmidthals, Jörg Sander, Matthias Ulmer und zeitweise Heiner Lürig. Mit dem Wechsel von Jörg Sander zu Udo Lindenberg kam Zoran Grujovski zeitweise dazu. Von 2014 bis 2019 war Peter Koobs als Gitarrist dabei, seit 2019 Andrew Gräser und seit 2020 Stephan Gade und Manuel Lopez.

Kunzes zweite Band parallel zur Verstärkung hat sich im Laufe der jüngeren Zeit entwickelt. Die Anfänge reichen zurück in die Jahre, als er mit Wolfgang Stute ausgiebig tourte. Dann kamen Hajo Hoffmann und später Peter Pichl dazu. Seit 2015 besteht Räuberzivil aus Ralph König, Hilko Schomerus und Peter Pichl.

1987 – Les Misérables 1994 – Miss Saigon 1996 – Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat 1999 – RENT 2003–2014 – Ein Sommernachtstraum : Angelehnt an die Shakespeare-Vorlage entstand ein Musical, das 2003–2006 sowie 2010–2014 in Hannover-Herrenhausen aufgeführt wurde. In insgesamt fünf Spielzeiten bis zum letzten Vorhang am 30. August 2014 gab es 89 Vorstellungen mit 65.000 Zuschauern. 2004 – POE – Pech und Schwefel 2007 – Kleider machen Liebe – oder: Was ihr wollt 2011 – Der Sturm 2018 – Wie es euch gefällt 2018 – Ein Sommernachtstraum: 21 Aufführungen vom 21. Juni bis 28. Juli 2018 an der Württembergischen Landesbühne Esslingen, Spielort Stadtpark Maille 2019 – Heiner Lürig veröffentlichte Anfang Oktober ein von ihm produziertes Album mit den Liedern des Kunze-Lürig-Musicals Wie es euch gefällt, gesungen von den Mitwirkenden der Uraufführung 2018 in Hannover und dem Komponisten. 1984 – Deutsche Wertarbeit – Lieder und Texte 1980–1982. 1986 – Papierkrieg – Lieder und Texte 1983–1985. ISBN 3-499-15762-4. 1992 – Mücken und Elefanten – Lieder und Texte 1986–1991. ISBN 3-416-80686-7. 1995 – Nicht daß ich wüßte – Lieder und Texte 1992–1995. ISBN 3-86153-091-0. 1997 – Heimatfront – Lieder und Texte 1995–1997. ISBN 3-86153-137-2. 1999 – heinz rudolf kunze: agent provocateur. ISBN 3-930333-29-5. 2001 – Klärwerk – Lieder und Texte 1998–2000. ISBN 3-86153-236-0. 2003 – Vorschuß statt Lorbeeren – Lieder und Texte 2000–2002. ISBN 3-86153-298-0. 2004 – Ein Sommernachtstraum – Das Musical nach William Shakespeare. ISBN 3-930333-48-1. 2004 – A Cure for Gravity – Ein Mittel gegen die Schwerkraft – Joe Jackson & Heinz Rudolf Kunze live. ISBN 3-930333-50-3. 2005 – Artgerechte Haltung – Lieder und Texte 2003–2005. ISBN 3-86153-369-3. 2007 – Ein Mann sagt mehr als tausend Worte – Lieder und Texte 2006–2007. ISBN 978-3-86153-431-0. 2009 – Saldo Mortale – Texte 2007–2009. ISBN 978-3-86153-549-2. 2011 – Vor Gebrauch schütteln. Kein Roman. ISBN 978-3-351-03363-7. 2014 – Manteuffels Murmeln. ISBN 978-3-351-03575-4. 2014 – Quentin Qualle – Die Muräne hat Migräne. Kinderbuch mit Lieder-CD von Heinz Rudolf Kunze und Jens Carstens, illustriert von Julia Ginsbach. Loewe Verlag, Bindlach 2014, ISBN 978-3-7855-8038-7 – zusätzlich als gleichnamiges Hörbuch mit erweitertem Inhalt erschienen, veröffentlicht bei edel kids, EAN 4029759094890 2015 – Quentin Qualle – Rock am Riff. Kinderbuch mit Lieder-CD von Heinz Rudolf Kunze und Jens Carstens, illustriert von Julia Ginsbach. Loewe Verlag, Bindlach 2015, ISBN 978-3-7855-8039-4. 2015 – Quentin Qualle – Halligalli bei Zirkus Koralli. Kinderbuch mit Lieder-CD, illustriert von Julia Ginsbach. Loewe Verlag, Bindlach 2015, ISBN 978-3-7855-8180-3. 2016 – Schwebebalken – Tagebuchtage, Aufbau-Verlag Berlin, ISBN 978-3-7466-3286-5. 2016 – „Ich will hier nicht das letzte Wort“ – Heinz Rudolf Kunze und Egon Krenz im Gespräch. Interview-Buch. Adeo Verlag, Aßlar 2020, ISBN 978-3-355-01845-6. 2021 – Heinz Rudolf Kunze mit Oliver Kobold: Werdegang – Die Autobiographie. Reclam, Ditzingen 2021, ISBN 978-3-15-011379-0.

Außerdem sind frühe Text-Werke von Heinz Rudolf Kunze in folgenden Anthologien erschienen:

1975 – Osnabrücker Autoren. Lyrik + Prosa. Bünde 1975: 8 Texte. 1979 – Schreibfreiheit – Lyrik und Prosa. Osnabrück 1979: 9 Texte.

Weitere HRK-Veröffentlichungen:

1986 – Der Favorit oder: Die vielen Gesichter im leeren Spiegel – Biographie über David Bowie von Heinz Rudolf Kunze in Idole 8, Rock & Schock. Hrsg.: Siegfried Schmidt-Joos. Verlag Ullstein, ISBN 3-548-36529-9; auch als NDR-Serie mit Heinz Rudolf Kunze als Sprecher. 1986 – Das Empire fällt – Biographie über Ray Davies von Heinz Rudolf Kunze in Idole 9, British Beat. Hrsg.: Siegfried Schmidt-Joos. Verlag Ullstein, ISBN 3-548-36522-1. 2006 – Vorwort „Ich war Stevie Winwood – Heinz Rudolf Kunze über das Jahr 1971“ in 1971 – Ein Jahr und seine 20 Songs – aus der Reihe Süddeutsche Zeitung Diskothek 1955–2004. ISBN 978-3-86615-073-7, München 2006.

Publikationen über Heinz Rudolf Kunze:

1988 – Ein partiell genialer Barbar – Notizen zu Heinz Rudolf Kunze und seiner neuen Platte Einer für alle von Tom R. Schulz. 16-seitige Begleit-Broschüre zur gleichnamigen Tournee 1988–1989. Eine Publikation der WEA-Presseabteilung Hamburg. 1999 – heinz rudolf kunze – agent provocateur Peter Badge 2005 – Silbermond samt Stirnenfuß – Texte und Musik von Heinz Rudolf Kunze zwischen 1980 und 2005 von Holger Zürch. ISBN 3-938873-31-0. 2006 – Wurzeln schlagen – Heinz Rudolf Kunze zum 30. November 2006; Das Buch zum Baum und zum 50er Jubiläum. Limitierte, einmalige Auflage ; herausgegeben von Holger Zürch 2007 – Heinz Rudolf Kunze – Meine eigenen Wege – Die Biographie von Karl-Heinz Barthelmes. ISBN 978-3-579-06514-4. 2008 – Woran man mit mir war – Heinz Rudolf Kunze: 2005 bis 2008 von Holger Zürch. Erschienen als ISBN 978-3-86901-008-3 sowie – mit teilweise verändertem Text- und Bild-Inhalt – als Fan-Edition. Goldene Stimmgabel 1986, 1999, 2007 RSH-Gold 2000: in der Kategorie „Erfolgreichster Künstler National“ Im Frühjahr 2000 bekam Kunze den Fred-Jay-Preis der GEMA-Stiftung. Der Preis wird Personen verliehen, die sich um die Schaffung und Förderung deutscher Texte im Bereich der populären Musik verdient gemacht haben. Am 7. Juli 2003 durften sich Heinz Rudolf Kunze und Heiner Lürig in das Goldene Buch der Stadt Hannover eintragen. Damit wurden ihr musikalischer Werdegang und der Erfolg ihres Musicals Sommernachtstraum gewürdigt. Heinz Rudolf Kunze erhielt 2006 den Praetorius Musikpreis des Landes Niedersachsen für sein Lebenswerk. Am 20. November 2007 erhielt Heinz Rudolf Kunze den Niedersächsischen Staatspreis. Dieser Preis würdigt Verdienste in den Bereichen Wissenschaft, Kultur und Publizistik und wurde von Ministerpräsident Christian Wulff überreicht.

Heinz Rudolf Kunze schrieb gelegentlich auch über ihn faszinierende Künstler-Kollegen vielseitige Essays, so über David Bowie, John Lennon, Randy Newman, Ray Davies, Chuck Berry, Neil Young, die Doors, The Who und Herman van Veen. Die Texte sind zwischen 1983 und 2008 in verschiedenen Publikationen veröffentlicht worden.

Am 17. Januar 2021 hatte Kunze einen Gastauftritt im Stuttgarter Tatort Das ist unser Haus. Am 26. Oktober 2019 war Kunze zu Gast bei einem Spiel der ProSieben-Sendung Die Liveshow bei dir zuhause. Die zwei Kandidatenfamilien sollten in dem Spiel zu fünf Fragen vorhersagen, wer von vier Einwohnern der Wedemark sie als erstes richtig beantworten wird. Im Frühjahr 2019 erschien zur Würdigung von Fredrik Vahle das Hommage-Album Zugabe: Musiker verschiedener Genres huldigen dem Meister mit ihren Interpretationen seiner bekanntesten Kinderlieder, so auch Heinz Rudolf Kunze mit dem Titel Ping Pong Pinguin. Zum Jahreswechsel 2018–2019 veröffentlichte Kunze bei Instagram seine Textbilanz 2018: 152 Sprechtexte, 305 Songtexte – auf ein outputreiches 2019!Nach dem Erfolg von „Dein ist mein ganzes Herz“ schufen Lürig und Kunze in Hannover ihr eigenes Tonstudio, rechtlich begründet als Madagaskar Studio GbR. Dort und in Brelingen in der Wedemark, wo später das Studio im Nachbarhaus von Lürigs Wohnhaus zuhause war, wurden die Alben von Kunze & Verstärkung und somit alle erfolgreichen Lieder produziert, bei denen Heiner Lürig auch als Produzent beteiligt war. Der Studio-Name bezieht sich auf Kunzes und Lürigs gleichnamiges Lied Madasgaskar aus dem Jahr 1985. In den frühen 2000er-Jahren wurde die GbR aufgelöst. Das Studio in Hannover war Anlass für Kunze, in die Nähe von Hannover mit der Familie umzuziehen. In seiner Nachbarschaft wohnten seinerzeit die Musiker Matthias Jabs und Klaus Meine von der Band Scorpions. Es entwickelte sich eine langjährige Freundschaft, die dazu führte, dass Klaus Meine der Patenonkel von Kunzes Sohn wurde. Zum Hessentag 1997 in Korbach gab es unter dem Motto „Rock meets Big Band“ ein Konzert von Kunze mit Verstärkung sowie mit der hr-Bigband unter Leitung von Kurt Bong. Eine Auswahl von 14 der 19 Lieder dieser musikalischen Zusammenarbeit wurde nachträglich im Radio gesendet. 21 Jahre später arbeitete Kunze unter dem Motto „Rock meets Classic“ zur Kieler Woche 2018 mit dem Philharmonischen Orchester Kiel zusammen. Im Februar 1997 diente die Klosterkirche Grimma als Dreh-Kulisse für Heinz Rudolf Kunze: Der Mitteldeutsche Rundfunk filmte dort mit Kunze das Video zu dessen Lied Du bist nicht allein, das wenige Wochen später – am 6. März 1997 – erstmals im MDR-Fernsehen ausgestrahlt wurde. Im Jahr 1993 ereignete sich in Kunzes Garten ein schweres Unglück. Während seiner Abwesenheit biss seine bisher als ungefährlich geltende Dogge plötzlich das Kind der Reinmachefrau zu Tode, „ein schrecklicher Vorfall“, dessen Neben- und Nachwirkungen eine „schwierige Zeit“ für Kunze zur Folge hatten. Das Lied Er ist wieder da von Marion Maerz aus dem Jahr 1965 spielte die Verstärkung bei den Konzerten 1987 als Eröffnungslied und Coversong mit leicht verändertem Schlusstext – sie machte es damit auch den Kunze-Fans bekannt. Kunze sang bei diesem Lied nicht mit, sondern betrat aus dramaturgischen Gründen am Ende des Liedes die Bühne. Es wurde auf dem Doppel-Live-Album Deutsche singen bei der Arbeit veröffentlicht. Am Ende des Liedes Madagaskar aus dem Jahr 1985 erklingt als Chor-Zitat ein Ausschnitt aus dem afrikanischen Lied Shosholoza.

Kunze war von 1981 bis 2009 verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn und eine erwachsene Tochter. Im Jahr 2009 heiratete er zum zweiten Mal; Ehefrau Gabriele brachte einen Sohn mit in die Ehe und hat zwei erwachsene Töchter. Das Ehepaar lebt in Bissendorf in der Nähe von Hannover. Er war zudem viele Jahre Mitglied der SPD, trat jedoch aufgrund der Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 wieder aus der Partei aus. Heinz Rudolf Kunze ist Anhänger des Fußballvereins Werder Bremen und steuerte mit Das ist mein Verein einen Song zum Doppelalbum Lauter Werder bei, das im Jahr 2019 veröffentlicht wurde.

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Heinz Rudolf Kunze wurde in Espelkamp-Mittwald, Deutschland, geboren.

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Fakten über Heinz Rudolf Kunze

  • Wodurch ist Heinz Rudolf Kunze bekannt?

    Heinz Rudolf Kunze ist ein 🙋‍♂️ deutscher Sänger und Liedermacher

  • Wie heißt Heinz Rudolf Kunze mit vollständigem Namen?

    Heinz Rudolf Kunze heißt gebürtig Heinz Rudolf Erich Arthur Kunze.

  • Wie alt ist Heinz Rudolf Kunze?

    Heinz Rudolf Kunze ist ⌛ 67 Jahre alt.

  • Wann hat Heinz Rudolf Kunze Geburtstag?

    Heinz Rudolf Kunze wurde am ⭐ 30. November 1956 geboren.

  • Wo wurde Heinz Rudolf Kunze geboren?

    Heinz Rudolf Kunze wurde in 🚩 Espelkamp-Mittwald, Deutschland, geboren.

  • In welchem Sternzeichen wurde Heinz Rudolf Kunze geboren?

    Heinz Rudolf Kunze wurde im Sternzeichen ♐ Schütze geboren.

  • Welche Augenfarbe hat Heinz Rudolf Kunze?

    Die Augenfarbe von Heinz Rudolf Kunze ist 👁️ blau.

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