Gustav Nachtigal war ein deutscher Afrikaforscher und Beamter, der am 23. Februar 1834 geboren wurde und am 20. April 1885 verstarb. Sein Vater starb früh an Tuberkulose, woraufhin Nachtigal in Stendal aufwuchs und dort das Gymnasium besuchte. Anschließend studierte er Medizin in Halle, Würzburg und Greifswald. Nach seinem Studium und einer Tuberkulose-Erkrankung reiste Nachtigal zur Erholung nach Nordafrika. Dort war er zunächst in Algerien und später in Tunis tätig, wo er als Arzt an einem Feldzug teilnahm und Leibarzt des Beys wurde. In dieser Zeit erlernte er die arabische Sprache und traf auf den Forscher Gerhard Rohlfs, der ihm eine wichtige Aufgabe übertrug. Nachtigal unternahm ab 1869 eine große Afrikareise. Er durchquerte die Sahara und erreichte Gebiete, die zuvor noch kein Europäer betreten hatte. Dabei kam er in lebensbedrohliche Situationen und wurde ausgeraubt. Er erreichte Kuka, die Residenz des Sultans von Bornu, und überbrachte Geschenke des preußischen Königs. Danach bereiste er weitere Regionen, klärte das Schicksal des ermordeten Eduard Vogel auf und sammelte wertvolle wissenschaftliche Daten über die Geografie, Ethnografie und Sprachenkunde der Gebiete. Schließlich kehrte Nachtigal 1875 nach Deutschland zurück. In Berlin verfasste Nachtigal seine Reiseberichte, die ihm Anerkennung einbrachten. Er engagierte sich in verschiedenen geografischen Gesellschaften und beriet den belgischen König Leopold II. bezüglich des Kongo. Ab 1882 arbeitete er als Generalkonsul in Tunis, wurde aber dafür kritisiert, sich zu wenig um deutsche Wirtschaftsinteressen zu kümmern. 1884 ernannte Bismarck Nachtigal zum Reichskommissar für Deutsch-Westafrika, mit dem Auftrag, deutsche Kolonien zu gründen. Er reiste mit Kanonenbooten nach Westafrika und schloss Verträge mit lokalen Herrschern, um Gebiete unter deutschen Schutz zu stellen, wobei er auch mit Gewalt drohte. Auf der Rückreise erkrankte Nachtigal an Tuberkulose und starb an Bord eines Kanonenboots. Er wurde zunächst in Afrika beigesetzt, später aber nach Kamerun überführt.
Gustav Nachtigal. Porträt aus: Dr. Albert Fränkel: Gustav Nachtigals Reisen in der Sahara und im Sudan. Nach seinem Reisewerk dargestellt von Albert Fränkel. Mit Nachtigals Porträt, 92 Abbildungen und einer Übersichtskarte.F. A. Brockhaus, Leipzig 1887
Das (provisorische) Grab des deutschen Afrikaforschers Gustav Nachtigal am Cape Palmas, Liberia, vor der Überführung seiner sterblichen Überreste nach Deutschland.
Sahǎrâ und Sûdân (Sahara and Sudan) is a detailed account of the six-year journey across the Sahara undertaken in 1869–75 by German explorer Gustav Nachtigal(1834–85). The son of a Lutheran pastor from the town of Eichstedt in Saxony-Anhalt, Nachtigal trained as a doctor and for several years practiced as a military surgeon in Cologne. After contracting a severe lung disease, in October 1862 he moved to Bona (present-day Annaba), Algeria, in hopes of regaining his health in the warm, dry climate. The following year he settled in Tunis, where he lived for several years, practiced medicine, and learned Arabic. He was about to return to Germany when he was asked, by the German explorer Gerhard Rohlfs, to undertake a mission to the kingdom of Bornu, in the northern part of present-day Nigeria, on behalf of King William I of Prussia. William wanted to thank the sultan of Bornu for the kindnesses he had shown to the German explorer Heinrich Barth (1821–65). Nachtigal accepted the assignment and in February 1869 set out across the Sahara with six men and eight camels. Volume 1 of Sahǎrâ und Sûdân, published in 1879, recounts the first part of the journey, from Tripoli (present-day Libya), through Fezzan in southwestern Libya and the region of Tibesti (parts of present-day Libya, Chad, and Niger) to Bornu, where he presented gifts from the Prussian king to the sultan. Volume 2, published in 1881, covers the second part of the journey, from Bornu to the sultanate of Baguirmi (present-day Chad) and to Timbuktu (present-day Mali). Volume 3, published in 1889, four years after Nachtigal’s death, recounts the final part of the expedition, from Wadai (now in eastern Chad), through Darfur (present-day Sudan), and on to the Nile at Khartoum. In all, Nachtigal covered nearly 10,000 kilometers, traveling to parts of Africa never previously visited by any European. He ranks as one of the greatest European explorers of the African continent, honored, like his countryman Barth, for his erudition, meticulous observations, and efforts to understand the peoples among which he traveled. Sahǎrâ und Sûdân remains an important historical source for the vast regions through which Nachtigal traveled.
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